Metaanalyse aus den USA

Vitamin C hat offenbar Einfluss auf Blutungsneigung

Eine Gingivablutungstendenz ist häufig mit niedrigen Ascorbinsäure-Plasmaspiegeln verbunden, zeigt eine Studie. Fazit der Forschenden: mit einer erhöhten täglichen Aufnahme von Vitamin C könnte die zugrundeliegende systemische mikrovaskuläre Pathologie reversibel sein.

Ergebnis der US-Metaanalyse: In klinischen Studien reduzierte die Supplementierung mit Ascorbinsäure (AA) die Tendenz von Zahnfleischblutungen. Die standardisierte mittlere Differenz [SMD] lag bei 0,83, wenn die geschätzten AA-Plasmaspiegel der Teilnehmenden zuvor bei unter 28 mol/L lagen. Symbolbild AdobeStock_topshots

Die Weltgesundheitsorganisation WHO setzte die empfohlene tägliche Vitamin-C-Aufnahme (Ascorbinsäure, kurz: AA) auf der Grundlage der Skorbutprävention fest.

Doppelblinde Studien deuten nach Angaben von Forschenden der School of Dentistry der University of Washington (USA) jedoch darauf hin, dass diese empfohlene AA-Dosis zu niedrig sein kann, um mikrovaskuläre Fragilität zu verhindern. In einer systematischen Überprüfung und Metaanalyse kontrollierter klinischer Studien untersuchten sie, ob die AA-Supplementierung zu einer verminderten Tendenz der Zahnfleischblutung führen kann. Dazu werteten die Forschenden Daten von 15 Studien aus sechs Ländern aus (n=1.140). 

Empfehlungen führen zu zu niedrigen Ascorbinsäure-Spiegeln

Ergebnis: In klinischen Studien reduzierte die AA-Supplementierung die Tendenz der Zahnfleischblutungen, wenn die geschätzten AA-Plasmaspiegel der Teilnehmenden zuvor bei unter 28 mol/L lagen (standardisierte mittlere Differenz [SMD], 0,83; Konfidenzintervall (CI) 95 Prozent, Schwankungsbreite 1,16 bis 0,49; P < 0,002). Die Supplementierung mit AA verringerte die Tendenz der Zahnfleischblutungen hingegen nicht eindeutig, wenn die geschätzten AA-Plasmaspiegel im Ausgangswert über 48 mol/L lagen oder unbekannt waren (jeweils standardisierte mittlere Unterschiede: 0,23, Konfidenzintervall 95 Prozent, 0,45 bis 0,01, P < 0,05; und 0,56 ; Konfidenzintervall 95 Prozent, 1,19 bis 0,06, P < 0,08).

Die Gingivablutungstendenz war hingegen erhöht, wenn die AA-Plasmaspiegel innerhalb des Bereichs lagen, der laut WHO vor Skorbut schützt (11–28 Mol/L). Bereinigt um den Faktor Alter betrug sie 1,47 (Konfidenzintervall 95 Prozent, Schwankungsbreite 1,22–1,77, P < 0,001), bereinigt um den Faktor Geschlecht 1,64 (Konfidenzintervall 95 Prozent, Schwankungsbreite 1,32–2,03; P < 0,001).

DGE überschreitet WHO-Empfehlung um ein Vielfaches

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE) empfiehlt für Erwachsene eine tägliche Vitamin C-Aufnahme von 110 Milligramm (Männer) beziehungsweise 95 Milligramm (Frauen). Die Werte liegen damit deutlich über der geschlechterunabhängigen Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation WHO von 45 Milligramm sowie den ergänzenden Empfehlungen für schwangere Frauen und stillende Mütter von 55 beziehungsweise 70 Milligramm pro Tag.

Die Schlussfolgerung der Autoren: Konsistente Beweise aus kontrollierten klinischen Studien deuten darauf hin, dass die Festlegung menschlicher AA-Anforderungen auf der Grundlage der Skorbutprävention zu AA-Plasmaspiegeln führt, die zu niedrig sein können, um eine erhöhte Tendenz zur Zahnfleischblutung zu verhindern. Gingivablutungstendenz und Netzhautblutungen fallen mit niedrigen AA-Plasmaspiegeln zusammen und können daher eine systemische mikrovaskuläre Pathologie reflektieren, die mit einer erhöhten täglichen AA-Aufnahme reversibel ist.

Philippe P. Hujoel et al, Bleeding tendency and ascorbic acid requirements: systematic review and meta-analysis of clinical trials, Nutrition Reviews, nuaa115, Published: 01 February 2021, https://doi.org/10.1093/nutrit/nuaa115

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