Studie des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein

Wie sinnvoll ist die Verankerung einer Totalprothese über ein mittiges Einzelzahnimplantat?

Die weltweit größte Studie zu Einzelzahnimplantaten zur Fixierung einer Vollprothese im zahnlosen Unterkiefer zeigt: Einzelne Mittellinienimplantate werden hier durch Sofortbelastung beeinträchtigt. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat die Förderung der Studie jetzt um drei weitere Jahre verlängert.

Wie sinnvoll ist die Verankerung einer Totalprothese über ein mittiges Einzelzahnimplantat? Diese Frage wird in der derzeit weltweit größten Studie zu Einzelzahnimplantaten am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein untersucht. Matthias Kern

Das gesamte Fördervolumen dieser weltweit größten Studie - Leitung: Prof. Matthias Kern - zu diesem Thema umfasst damit rund 1,275 Millionen Euro.

2012 wurde das Projekt am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein begonnen; seine internationale Bedeutung wurde nun auf der Jahrestagung der European Association for Osseointegration bestätigt.

Oberärztin Dr. Nicole Passia gewann dort den mit 2.000 Euro dotierten Award für die beste wissenschaftliche Posterpräsentation. Das Thema der Präsentation stammt aus der Studienforschung: “Single Dental Implant in the Edentulous Mandible (SMIS) – Chewing Efficacy after 24 Months of Observation”.

Wichtigstes Ergebnis: Über einen Beobachtungszeitraum von zwei Jahren zeigten einzelne Mittellinienimplantate, die in den zahnlosen Unterkiefer inseriert und sofort belastet wurden, eine statistisch signifikant niedrigere Überlebensrate als diejenigen, die drei Monate nach der Implantatinsertion und der Operation erst im zweiten Stadium belastet wurden.

Die Studie im Überblick

Ziel der Untersuchung: Um Kosten und Aufwand der Implantation im zahnlosen Kiefer von Senioren zu verringern, wird im Rahmen der Studie untersucht, ob die Verankerung einer Totalprothese über ein einzelnes zentrales Implantat in der Unterkiefermitte eine sinnvolle Alternative darstellen kann. Dabei wird die abnehmbare Zahnprothese mittels einer Druckknopfverankerung am Unterkiefer fixiert. Das dafür notwendige Verankerungsimplantat wird in der Mitte des Unterkiefers eingesetzt.

Ziel dieser randomisierten, kontrollierten klinischen Studie war, über die Dauer von 24 Monaten zu untersuchen, ob das Überleben eines einzelnen medianen Implantats, das in den zahnlosen Unterkiefer inseriert wird, um eine Totalprothese zu erhalten, durch die Sofortbelastung nicht beeinträchtigt wird.

Durchführung: Jeder der 158 Patienten, die ein Implantat erhalten hatten, wurde randomisiert der Sofortbelastungsgruppe (n = 81) oder der verzögerten Belastungsgruppe (Belastung erst nach drei Monaten)  (n = 77) zugeteilt. Recalls wurden einen Monat nach der Implantatinsertion (nur für die verzögerte Belastungsgruppe) und 1, 4, 12 und 24 Monate nach der Implantatbelastung durchgeführt.

Bisherige Ergebnisse: Neun Implantate scheiterten in der Sofortbelastungsgruppe, alle innerhalb der ersten drei Monate der Implantatbelastung, und ein Implantat versagte in der Verzögerungsgruppe kurz vor der Belastungsphase. Es konnte nicht bestätigt werden, dass die Implantate der Sofortbelastungsgruppe im Vergleich zur Gruppe mit verzögerter Belastung eine Überlegenheit gehabt hätten (P = 0,81).

In Übereinstimmung mit diesem Ergebnis zeigte eine sekundäre Analyse mit dem Exakten Test nach Fisher (ein Signifikanztest auf Unabhängigkeit in Kontingenztafeln), dass der beobachtete Unterschied der Implantatüberlebensdauer zwischen den Behandlungsgruppen tatsächlich statistisch signifikant war (P = 0,019).

Die häufigsten prothetischen Komplikationen und Behandlungsgründe im Unterkiefer waren Retentionseinstellungen, Prothesenbrüche sowie aufgetretene Druckstellen.

Es gab nur einen statistisch signifikanten Unterschied zwischen den Gruppen bezüglich des Parameters "Fraktur der Prothesenbasis im Kugelbefestigungsbereich" (P = 0,007).

Beurteilung und Ausblick: Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Sofortbelastung eines einzelnen Implantats im zahnlosen Unterkiefer ein geringeres Überleben als das der verzögerten Belastung zeigt und daher nur in Ausnahmefällen in Betracht gezogen werden sollte.

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