MKG-Chirurgie

Nierenzellkrebsmetastasen in der Mundhöhle

Abbildung 2: Fall 1 - das NNH-CT zeigt die kontrastmittelaufnehmende tumoröse Raumforderung im Bereich der rechten Wange in axialer (a) und coronarer Schichtung (b). Paulßen v. Beck et al.
Abbildung 3: Fall 1 - exzidierte Nierenzellkarzinommetastase Paulßen v. Beck et al.
Abbildung 4: Fall 1 - histomorphologischer Aspekt der Nierenzellkarzinommetastase mit soliden, klarzelligen Karzinomverbänden (*), infiltrierend gegen ortsständige, quergestreifte Wangenmuskulatur (schwarzer Pfeil) wachsend (H.E. Färbung) Gerharz
Abbildung 5: Fall 2 - Ausgangsbefund (a) und intraoperativer Befund (b) Paulßen v. Beck et al.
Abbildung 6: Fall 2 - das Hals-CT zeigt die kontrastmittelaufnehmende tumoröse Raumforderung mit ossärer Destruktion im Bereich des distalen Unterkiefers in axialer (a), sagittaler Schichtung (c) sowie die native Situation in coronarer Schichtung (b). Paulßen v. Beck et al.
Abbildung 7: Fall 2 - Befund der Skelettszintigrafie vor (a) und nach Radionuklid-Gabe (b) Paulßen v. Beck et al.
Abbildung 8: Fall 2 - der kontinuitätsresezierte Unterkiefer mit der exzidierten Metastase Paulßen v. Beck et al.
Abbildung 9: Fall 2 - postoperative Röntgenkontrolle Paulßen v. Beck et al.
Abbildung 10: Fall 2 - histomorphologischer Aspekt der Metastase eines soliden, klarzelligen Nierenzellkarzinoms (eosinophile Variante) in der Mandibula (H.E. Färbung) Gerharz
Abbildung 11: Fall 2 - intraorale Situation zwei Monate postoperativ Paulßen v. Beck et al.

Fall 2

Ein 72-jähriger Patient mit einer seit wenigen Wochen progredienten schmerzhaften tumorösen Schleimhautveränderung im Bereich des dorsalen Unterkiefers rechts stellte sich Anfang April 2016 in unserer Ambulanz vor.

Anamnese: Anamnestisch berichtete der Patient, dass diese Raumforderung vor etwa sechs Wochen spontan entstanden und seitdem größenprogredient mit zunehmendem Foetor ex ore einhergegangen sei.

Bis auf eine arterielle Hypertonie und Herzrhythmusstörungen ergaben sich keine weiteren Vorerkrankungen. Intraoral zeigte sich eine höchst malignomverdächtige Schleimhautwucherung regio 46 bis 048 (Abbildung 5) mit beginnender Vincent-Symptomatik rechts.

Das Tumorstaging (Hals-, Thorax- und Abdomen-CT mit Kontrastmittel, Probebiopsie, Oesophagogastroduodenoskopie sowie HNO-ärztliche Spiegeluntersuchung) zeigte radiologisch eine weichteildichte, osteolytische Raumforderung mit zentralen nekrotischen Anteilen im Bereich des aufsteigenden Unterkieferasts rechts mit einem Größenausmaß von etwa 1,8 x 1,2 cm und Destruktion der lingualen Kortikalis sowie eine 3,8 x 3,6 cm große deutlich inhomogene malignomverdächtige Raumforderung im Bereich des rechten oberen Nierenpols.

Die Biopsie ergab histologisch einen malignen Prozess mit partieller klarzelliger Differenzierung, so dass von einer Metastase eines RCC ausgegangen werden musste.

Die konsiliarische Vorstellung des Patienten zur weiteren Befundabklärung und Therapie in der Klinik für Urologie erfolgte in domo, wo die Tumornephrektomie rechts durchgeführt wurde. Histologisch ergab sich ein gering differenziertes, klarzelliges RCC mit bereits vorliegenden venösen Tumorzellzapfen (pT3a, L0, V1, G3, R0, cN0, M1). Im Rahmen der weiteren Diagnostik erfolgte eine Skelettszintigrafie (Abbildung 7), wobei eine frakturgefährdete Metastase im rechten proximalen Femurschaft diagnostiziert wurde.

Therapie: Am elften postoperativen Tag nach der Tumornephrektomie wurde die Stabilisierung des proximalen Femurschafts mittels Osteosynthese in Form eines PFNA-Nagels (Proximaler Femurnagel Antirotation) in der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie durchgeführt.

Am vierten postoperativen Tag übernahmen wir erneut den Patienten von den Unfallchirurgen zur weiteren Therapie des oralen Befundes. Nach ausführlicher Besprechung der Therapieoptionen und -möglichkeiten wurde die orale radikale Tumorresektion unter Einbezug des Unterkiefers mit einer Kontinuitätsresektion im Bereich des dorsalen Unterkiefers rechts durchgeführt (Abbildung 8).

Zur Stabilisierung des Unterkiefers wurde eine Rekonstruktionsplatte (Synthes) eingebracht (Abbildung 9). Nach zusätzlichem selektiven Lymphknotenpicking rechts konnte der entstandene intraorale Defekt mit einem mikrovaskulär reanastomosierten Radialistransplantat gedeckt werden.

Bei sanatio per primam intentionem entließen wir den Patienten am 18. postoperativen Tag mit der urologischen Empfehlung für eine palliative Systemtherapie mit einem TKI und Radiatio der Femurmetastasenregion. Die Abbildung 11 dokumentiert die intraorale Situation zwei Monate postoperativ.

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