Aus der Wissenschaft

Kuhhornsonde hilft bei Kariesdiagnostik

Eine internationale Arbeitsgruppe hat in einer aktuellen In-vitro-Studie untersucht, ob die Verwendung einer Kuhhornsonde zur taktilen Erfassung der Oberflächenkontinuitätt die approximale Kariesdiagnostik verbessert.

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Hierfür wurden insgesamt 46 Milchmolaren mit approximalen Kariesläsionen auf einem Block derart neben einem gesunden Milchmolaren fixiert, dass diese Anordnung einen natürlichen Approximalkontakt simulierte. Die dabei verwendeten Zähne wiesen approximale ICDAS-Codes von 2, 3 oder 5 auf. Dabei beschreibt Code 2 eine intakte Läsionsoberfläche, Code 3 einen Verlust der oberflächlichen Schmelzstruktur und Code 5 eine Kavitätenbildung, die bis ins Dentin hineinreicht. Die angefertigten Bissflügelaufnahmen zeigten eine Läsionsausdehnung bis ins äußere Drittel des Dentins. Die Zahnpaare wurden nacheinander in einem Phantomkopf im dritten Quadranten fixiert und von drei verschiedenen Zahnärzten untersucht. Dabei wurde die Bissflügelaufnahme ihnen vorab zur Verfügung gestellt.
Zunächst wurden die Zähne nur visuell beurteilt, danach wurde behutsam eine taktile Untersuchung mit einer Kuhhornsonde durchgeführt. Nach einer Woche fand eine erneute Untersuchung statt. In einem weiteren Durchgang verwendeten die Zahnärzte nach dem bereits beschriebenen Vorgehen zusätzlich einen Kofferdam und eine Kunststoffmatrize zur Begutachtung der Approximalflächen. Nach dem Ende der Studie wurden die Zähne unter einem Rasterelektronenmikroskop bei 50-facher Vergrößerung auf iatrogene Schäden durch die Spitze der Sonde untersucht.

Ergebnisse

Die Ergebnisse zeigen eine signifikante Erhöhung der Sensibilität bei der Verwendung einer Kuhhornsonde zur Kariesdiagnostik bei gleichzeitig verringerter Spezifität. Die Separation der Zähne hatte wiederum keinen signifikanten Einfluss.
Bei der rein visuell-röntgenologischen Untersuchung zeigte sich, dass bei Läsionen mit ICDAS-Code 5 eine deutlich höhere Sensitivität und Spezifität bei der Kariesdetektion bestand. Bei zusätzlicher taktiler Diagnostik mittels Kuhhornsonde konnten hingegen keine signifikanten Unterschiede mehr zwischen den ICDAS-Codes hinsichtlich der Sensitivität und der Spezifität festgestellt werden. Nur bei einem der untersuchten Zähne konnte ein iatrogen entstandener Kratzer durch die verwendete Sonde im rasterelektronenmikroskopischen Bild detektiert werden.
Aufgrund der vorliegenden Ergebnisse sehen die Autoren in der verwendeten Kuhhornsonde ein nützliches Instrument, das – jedenfalls im Rahmen dieser Studie – zu einer präziseren Kariesdiagnostik führte. Sie betonen die hohe Bedeutung der Prüfung der Oberflächenkontinuität, um eine invasive Behandlung noch remineralisierbarer Flächen, aber auch eine Unterversorgung bereits eingebrochener Schmelz- oder Dentin-Bereiche zu vermeiden. Eine akkurate Diagnostik sei insbesondere bei Milchzähnen aufgrund der geringeren Schmelzdicke von hoher klinischer Relevanz. Zudem sei bei breiteren Kontaktpunkten die Diagnostik der Approximalräume im Unterschied zum bleibenden Gebiss zusätzlich erschwert.
Die häufig befürchteten und in vorangegangenen Studien beschriebenen iatrogenen Substanzschäden konnten die Forscher in dieser Studie nicht belegen. Lediglich eine Zahnfläche wies nach insgesamt zwölfmaliger Untersuchung durch verschiedene Untersucher minimale Kratzer auf. In dieser In-vitro-Studie wurde allerdings mit einer maximalen Kraft von 100 Gramm gearbeitet, was nicht zwingend auf klinische Bedingungen übertragbar scheint, so die Autoren. Deshalb – sowie aufgrund der geringen Anzahl der Untersucher und der ausschließlichen Begutachtung von Milchmolaren – sei lediglich eine eingeschränkte Übertragbarkeit der Ergebnisse auf den klinischen Alltag gegeben.

Quelle

Paris S, Schwendicke F, Soviero V, Meyer-Lueckel H (2019): Accuracy of tactile assessment in order to detect proximal cavitation of caries lesions in vitro.
Clinical oral investigations, 1–6.

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