Festakt

„Wir müssen auf dem Weg der Freiberuflichkeit bleiben!“

Auftakt zum Deutschen Zahnärztetag – dieses Jahr einmal anders: Die Eröffnung des standespolitischen Parts fand im legendären Berliner Kabarett-Theater „Die Stachelschweine“ statt.

„Die Politik mitzugestalten ist nicht nur anstrengende, verantwortungsbewusste Arbeit, es bereitet auch sehr viel Freude“, sagte Dr. Peter Engel, Präsident der Bundeszahnärztekammer (BZÄK), zum Auftakt der diesjährigen Bundesversammlung am 15. November in Berlin. Engel nannte drei Trends, die bei den politischen Debatten im Berufsstand aktuell im Vordergrund stehen: Die erste Herausforderung, bezogen auf die Ausbreitung von Großpraxen durch kapitalgesteuerte Fremdinvestoren, ist für ihn die zunehmende Kommerzialisierung: „Wir müssen Wege finden, die Anforderungen ans Gesundheitssystem und an die Interessen der Zahnärztinnen und Zahnärzte mit den Werten der Freiberuflichkeit in Einklang zu halten“, sagte er.

Bei der rapiden Entwicklung der Digitalisierung sieht er einerseits Chancen für die medizinische Versorgung, aber auch Gefahren – was die Datenhoheit des Patienten angeht: „Immer dann, wenn Unternehmen, die weniger das Patientenwohl als vielmehr ihre eigenen, meist kommerziellen Interessen im Auge haben, auf solche Daten Zugriff bekommen, muss die Ampel auf Rot schalten“, warnte er. Als dritten Punkt griff Engel den Einfluss Europas auf das Gesundheitswesen auf: „Wir müssen höllisch aufpassen, dass der Kern der Aufgaben der Kammern, nämlich flächendeckend für hohe Qualitätsstandards in Deutschland zu sorgen, nicht mit der Einführung der Verhältnismäßigkeitsprüfung durch Brüssel obsolet wird.“ 

Die DGZMK steht für eine unabhängige Wissenschaft

Der scheidende Präsident der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (DGZMK), Prof. Dr. Michael Walter, verwies auf eine im Sommer erschienene Publikationsreihe im renommierten Wissenschaftsjournal „The Lancet“. Walter: „Die Publikationen zeigen, wie wichtig eine unabhängige, wissenschaftliche Bewertung aus einer übergeordneten Perspektive ist, wie untrennbar Wissenschaft und Versorgung verbunden sind und wie wichtig die Frage ist, wie wir uns beziehungsweise die Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde eigentlich definieren.“ Die DGZMK stehe für eine unabhängige Wissenschaft, betonte Walter: „Unser Anspruch ist es aber, aus einer übergeordneten Sicht zu agieren und die Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde als Ganzes weiterzuentwickeln. Dabei geht es um das ärztliche Fachgebiet mit all seinen klinischen und außerklinischen Facetten, die wissenschaftliche Grundlage und natürlich die Mundgesundheit der Menschen.“

Insgesamt blickt Walter positiv in die Zukunft. Von DGZMK, BZÄK und KZBV sei vieles erreicht worden: „Darauf lässt sich aufbauen.“ Dennoch wünsche er sich für die Zukunft noch mehr konstruktive Zusammenarbeit.

Zum Abschluss des Festakts verlieh BZÄK-Präsident Engel die Goldene Ehrennadel der Deutschen Zahnärzteschaft an den ehemaligen Hauptgeschäftsführer der Bayerischen Landeszahnärztekammer, Peter Knüpper, und an den ehemaligen Wissenschaftlichen Leiter des Instituts der Deutschen Zahnärzte, Dr. Wolfgang Micheelis. Knüpper wurde unter anderem für sein Engagement zum Thema Zukunft der Kammern und Selbstverwaltung geehrt, Micheelis, der krankheitsbedingt nicht anwesend sein konnte, als maßgeblicher Impulsgeber für die zahnmedizinische Versorgungsforschung.

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