Studie zur Aluminiumaufnahme

Bundesinstitut warnt vor Aluminium – auch in Zahnpasta

Die Deutschen nehmen möglicherweise gesundheitlich bedenkliche Mengen an Aluminium auf. Das zeigt eine Studie des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR). Die Quellen: Alufolie, Kochgeschirr, Kosmetik – und Zahnpasta.

AdobeStock/nndanko

Die Studie des BfR hat erstmals die gesamte orale und dermale Aluminiumaufnahme der Bevölkerung über die Aluminiumquellen gesundheitlich bewertet. Ergebnis: Der von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) abgeleitete gesundheitliche Richtwert, der einer wöchentlichen duldbaren Aufnahmemenge (TWI) von 1 mg je Kilogramm Körpergewicht entspricht, wird im Durchschnitt zu etwa 50 Prozent allein durch Lebensmittel ausgeschöpft.

Zur Bewertung der Gesamtbelastung hat das BfR zudem abgeschätzt, wie viel Aluminium wir aus Lebensmitttelkontaktmaterialien wie unbeschichteten Aluminiumschalen oder -backblechen, aus Kosmetika wie Lippenstift, Zahnpasta, Antitranspirantien, Sonnenschutzmitteln und Impfstoffen und weiteren Medikamenten aufnehmen. Diese Menge kann den von der EFSA abgeleiteten TWI für alle Altersgruppen überschreiten.

Zu den per se besonders aluminiumhaltigen Lebensmitteln gehören Tee, Kaffee, Gewürze und kakaohaltige Lebensmittel wie Schokolade, auch Hülsenfrüchte, Gemüse und Getreide können größere Mengen enthalten. Zusätzlich können Lebensmittel durch Aluminium aus Lebensmittelkontaktmaterialen belastet sein. Das BfR verweist insbesondere auf die hohen Aluminiumgehalte in Laugenbrezeln, die auf Alublechen gebacken wurden, oder von Apfelsaft, der in unbeschichteten Aluminiumtanks gelagert wurde.

Da Aluminium sehr lange im Körper gespeichert wird, ist eine hohe Exposition – insbesondere für junge Menschen – kritisch. Aluminium ist plazentagängig. Wenn junge Frauen beispielsweise über Kosmetikprodukte hohe Mengen an Aluminium aufnehmen, könnten bei einer Schwangerschaft die ungeborenen Kinder ebenfalls einer erhöhten Aluminium-Konzentration ausgesetzt sein. Eine hohe Aufnahme von Aluminiumverbindungen kann Entwicklungsstörungen des Gehirns und der Motorik sowie Schäden an Nieren, Leber und Knochen verursachen, da Aluminiumverbindungen Zellenschädigungen auslösen können. Zudem ist der Zellstoffwechsel beeinflusst – die Zellen können sich nicht mehr ausreichend mit Energie versorgen, was zum Absterben der Zelle führen kann.

Die BfR-Studie zeigt, dass die gesundheitlich tolerierbaren wöchentlichen Aufnahmemengen in allen Altersgruppen deutlich überschritten werden können. Das BfR empfiehlt daher, die Aluminiumaufnahme aus allen vermeidbaren Quellen zu verringern, um ein erhöhtes Gesundheitsrisiko zu vermeiden.

Der Tipp: Wer seine Aluminiumaufnahme reduzieren will, sollte sparsam mit unbeschichteten Lebensmittelkontaktmaterialien, Antitranspirantien und aluminiumhaltigen kosmetischen Produkten umgehen. Von der Zubereitung und Lagerung von (insbesondere) sauren und salzigen Lebensmitteln aus unbeschichteten Aluminiumbehältnissen oder Alufolie rät das BfR generell ab.

Quelle: Tietz, T., Lenzner, A., Kolbaum, A.E. et al.: Arch Toxicol (2019); „Aggregated aluminium exposure: risk assessment for the general population“; online veröffentlicht am 28. Oktober 2019; doi: org/10.1007/s00204–019–02599-z
 

Aluminiumaufnahme durch Zahnpasta 

Vorsicht vor Bleaching-Zahnpaste!

In Zahnpasta ist die Verwendung von Aluminiumfluorid bis zu einer Konzentration von 1.500 ppm (0,15 Prozent bezogen auf den Fluoridgehalt) gemäß der Europäischen Kosmetikverordnung (Verordnung (EG) Nr. 1223/2009) zulässig, die Angaben zur tatsächlichen Verwendung sind jedoch intransparent.

Das Gros der Produkte scheint Natriumfluorid statt Aluminiumfluorid zu enthalten. Eine relevante Aluminiumaufnahme ist daher vorwiegend bei der Verwendung von „Whitening“-Zahnpasten zu erwarten, die Aluminiumoxid oder -hydroxid als Schleifmittel enthalten können. Laut einer Studie der norwegischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (VKM) von 1997 liegt der Medianwert des Aluminiumgehalts bei 4,5 Prozent. Analysen der Österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit GmbH (AGES) in 2017 an 15 Zahnpastaproben zeigten eine hohe Diversität der Ergebnisse mit einem mittleren Gehalt von 0,9 Prozent und einem Median von nur 0,02 Prozent. Der höchste gefundene Gehalt betrug 3,9 Prozent.

Pro Tag werden nach Angaben des wissenschaftlichen Komitees für Konsumentensicherheit der Europäischen Kommission (SCCS) circa 2,75 g Zahnpasta verwendet, wovon etwa 138 mg (5 Prozent) geschluckt werden. Bei einem Erwachsenen würde ein Aluminiumgehalt von 0,02 Prozent (AGES 2017) zu einer Exposition von 0,003 mg Al / kg KG / Woche führen. Für Kinder zwischen 11 und 14 Jahren würde die Exposition 0,005 mg Al / kg KG / Woche betragen. Im Unterschied dazu würde der vom VKM (2013) ermittelte Gehalt von 4,5 Prozent Aluminium bei Erwachsenen zu einer oralen Exposition von 0,72 mg und bei Kindern von 1,0 mg Al / kg KG / Woche führen.

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