Posterpräsentationen

Hygiene, Biofilm, Anästhesie

Neben dem Haupt- und Parallelprogramm boten die Kurz- und Postervorträge einen Einblick in die zahnmedizinische Forschung. Wir präsentieren eine kleine Auswahl der vorgestellten Arbeiten.

Lydia Küpeli stellt Prof. Dr. Roland Frankenberger, Marburg, die Studie ihrer Arbeitsgruppe vor. Kerstin Albrecht

  • Professionelles Zähneputzen verbessert Mundhygienesituation, Ernährungszustand und Lebensqualität von Seniorenheimbewohnern.

Forscher der Abteilung Zahnerhaltung und Parodontologie der Kölner Universitätszahnklinik untersuchten, wie sich professionelles Zähneputzen – von einer zahnmedizinischen Fachkraft mit einer Drei-Kopf-Zahnbürste (die orale, vestibuläre und okklusale Zahnflächen gleichzeitig putzt) alle drei Wochen über einen dreimonatigen Zeitraum bei 40 Seniorenheimbewohnern durchgeführt – auf die Mundgesundheit, die mundgesundheitsbezogene Lebensqualität (GOHAI – Geriatric Oral Health Assessment Index), den Ernährungszustand (MNA – Mini Nutritional Assessment) und die Kognition (MMSE – Mini-Mental-Status-Test, Demenz-Früherkennung) auswirkt. Sie verglichen die Ergebnisse mit früheren Erhebungen, bei denen mit Handzahnbürsten in einem zweiwöchigen Intervall geputzt wurde.Nach dem dreiwöchigen Putzintervall verbesserte sich die mundgesundheitsbezogene Lebensqualität. Für die Kognition ergaben sich keine Änderungen. Der Ernährungsstatus verbesserte sich nur bei den Bewohnern ohne Demenz signifikant.

Fazit: Professionelles Zähneputzen kann die orale Hygienesituation und den Ernährungszustand bei Seniorenheimbewohnern verbessern, auch die mundgesundheitsbezogene Lebensqualität. Ziel weiterer Forschung wird es sein, individualisierte bedarfsgerechte Intervalle zu definieren.

Quelle: Küpeli L., Hamacher S., Noack MJ, Barbe AG: „Professionelles Zähneputzen bei Seniorenheimbewohner*innen und der Einfluss auf Mundgesundheit, Lebensqualität und geriatrisches Assessment“, Poster-Veröffentlichung auf dem Deutschen Zahnärztetag, Frankfurt 2019.

  • Spezifische pH-Wert-Messung im Biofilm und auf Implantatoberflächen.

Derzeit wird an Implantatoberflächen geforscht, die antibakterielle Eigenschaften besitzen, um das Anlagern eines bakteriellen Biofilms und damit die Entstehung einer Periimplantitis zu verhindern. Dabei soll die Implantatoberfläche eine antibakterielle Substanz ausschütten, wenn sich ein bakterieller Biofilm darauf anlagert – Auslöser dafür ist der sinkende pH-Wert im Biofilm. Dazu müssen die pH-Werte möglicher Biofilme auf der Implantatoberfläche bestimmt werden.


Forscher der Klinik für Zahnärztliche Prothetik und Biomedizinische Werkstoffkunde der Medizinischen Hochschule Hannover untersuchten in-vitro-Biofilme des oralen Erstbesiedlers Streptococcus oralis auf Titanoberflächen. Den pH-Wert des Biofilms konnten sie mittels eines pH-sensitiven Fluoreszenzfarbstoffs ermitteln. Der Farbstoff emittiert je nach pH-Situation Licht unterschiedlicher Wellenlängen: von grünem Licht (circa 580 nm) bei saurem bis zu rotem Licht (circa 640 nm) bei basischem pH-Wert. Nach Inkubation der Proben in Glukose konnte der pH-Wert unmittelbar auf der Titanoberfläche bestimmt werden und es zeigte sich ein pH-Gradient von außen bis auf die Titanoberfläche. Je mehr Zeit verstrich, desto mehr nahm der pH-Wert ab. Die Forscher wollen diese pH-Wert-Charakterisierung nun in Biofilmen weiterer Bakterien sowie in Plaqueproben von Patienten durchführen.

Quelle: Weber SC, Doll K, Mikolai C, Stiesch M: „Charakterisierung des pH-Werts auf Titanoberflächen nach Anlagerung eines oralen bakteriellen Biofilms“, Poster-Veröffentlichung auf dem Deutschen Zahnärztetag, Frankfurt 2019.

  • Zahnärzte und Anästhesisten sedieren gleich gut.

Sedierungen sollen in der zahnärztlichen Behandlung eine schmerz- und angstfreie Behandlung ermöglichen. Die meisten Sedierungen führen die Behandler selbst durch, wobei die Fallzahlen der allgemeinzahnärztlichen Behandler steigen [Bosack, 2018]. Die präsentierte Studie ging der Frage nach, ob es unterschiedliche Erfolgsraten je nach Qualifikation der Behandler gibt.

In zwei Zentren fanden insgesamt 36 Sedierungen statt (Z1: 19, Z2: 17). Im Z1 sedierten Zahnärzte, im Z2 erfahrene Anästhesisten. Unterschiede gab es beim Alter der Patienten, in Z1 waren die Patienten durchschnittlich 20 Jahre jünger (Unterschied war signifikant) und hatten ein höheres Körpergewicht (Unterschied war nicht signifikant). In beiden Zentren gaben die Behandler unterschiedliche Arzneimittel für die Sedierung. Die Erfolgsrate der Sedierungen war in beiden Zentren gleich und sehr gut (kein signifikanter Unterschied).

Quelle: Mathers FG, Schön H, Jakobs W, Al-Nawas B: „Erfolg und Misserfolg bei der Sedierung: Zahnmediziner und Anästhesisten.“ Poster-Veröffentlichung auf dem Deutschen Zahnärztetag, Frankfurt 2019.

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