DGI-Jahreskongress

"Konzepte im Wettstreit"

Sofort- versus verzögerte Implantation, Titan- versus Keramikimplantat, feste versus herausnehmbare Suprakonstruktionen: Auf dem Jahreskongress der Deutschen Gesellschaft für Implantologie (DGI) Ende November lieferten sich die Experten in Hamburg einen Schlagabtausch, der zu großen Teilen live im Internet übertragen wurde.

Der große Saal war fast bis auf den letzten Platz besetzt, als Dr. Puria 
Parvini in Frankfurt live ein Sofortimplantat setzte.

 David Knipping

"Konzepte im Wettstreit“ – mit dieser Überschrift stand der diesjährige DGI-Jahreskongress ganz im Zeichen des wissenschaftlich-klinischen Disputs. Dabei sollte es den Tagungspräsidenten Prof. Frank Schwarz, Frankfurt, und Prof. Florian Beuer, Berlin, zufolge gar nicht um „den schönsten Fall“ oder einen „Krieg der Studien“ gehen, sondern „um Argumente, Fakten und Informationen, warum eine Kollegin oder ein Kollege auf ein bestimmtes Konzept in der täglichen Praxis setzt“. In diesem Sinne bot das zweitägige Hauptprogramm insgesamt sieben Sessions, in denen unterschiedliche Konzepte zu den wichtigsten Themenbereichen der Implantologie – von der Planung über Implantatmaterialien bis hin zur Periimplantitis – präsentiert wurden.

Zum Auftakt des Kongresses skizzierte Prof. Robert Sader, Frankfurt am Main, implantologische Behandlungskonzepte im Wandel der Zeit. In dieser Entwicklung sei eine Bewegung „von der Mechanik zur Biologie“ erkennbar. Zunächst stellte Sader eine Reihe von Innovationen in der langen Geschichte der Implantologie vor. Darunter Ideen, die ForscherInnen teilweise bereits in der Vergangenheit entwickelt hatten, die aber erst heutzutage im Zuge der Digitalisierung umsetzbar sind. Innovationen entstünden aus einem „kontrollierten Chaos“, so Sader: Wenn sich ForscherInnen trauten, einfach mal etwas anders zu machen als das Naheliegende und Bekannte. Lebewesen etwa hätten biomechanisch ausgeformte Zähne, aber nie zylindrische. „Also können wir das doch auch auf unsere Implantate übertragen“, sagte Sader. Mit einem wassergekühlten Laser etwa könnten BehandlerInnen heutzutage wurzelförmige Löcher in den Knochen bohren. Sader: „Den patientenspezifischen, individuellen Implantaten wird die Zukunft gehören!“

Analoge oder digitale Planung?

Dr. Karl-Ludwig Ackermann aus Filderstadt machte sich die Position der analogen Planung zu eigen. Die Planung vor einer Implantation könne ein erfahrener Behandler guten Gewissens auch analog machen, allerdings müsse jeder Arbeitsschritt kontrolliert ablaufen. Um zum Beispiel die Lage der Implantatmittelpunkte auf dem Kieferkamm zu berechnen, brauche man nicht zwingend ein Computerprogramm. BehandlerInnen könnten sich an der Mittelfissur der mesialen Restzähne orientieren und eine mittige Ausrichtung zur Gegenbezahnung anstreben. Zwischen den Implantaten selbst sollte ein Mindestabstand von drei Millimetern eingehalten werden. Diese Werte, übertragen in eine Bohrschablone, erleichtern die Bohrung für die korrekten Implantatpositionen.

Die Tagungspräsidenten Prof. Frank Schwarz (l.), Frankfurt, und Prof. Florian Beuer, Berlin, konnten 1.800 Teilnehmer aus 24 Ländern zum 33. DGI-Kongress in Hamburg begrüßen. | David Knipping

Prof. Robert Sader aus Frankfurt erläuterte im Eröffnungsvortrag den Wandel in der Implantologie von der Mechanik hin zur Biologie. Nach dem Vorbild der Natur könnten die Implantate von morgen wie eine Zahnwurzel aussehen. | Kerstin Albrecht

„Die Digitalisierung der Zahnheilkunde ist eine Einbahnstraße“, konstatierte Dr. Georgia Trimpou aus Frankfurt. „Es gibt keinen Weg zurück.“ | David Knipping

Dr. Georgia Trimpou, Frankfurt am Main, sprach sich in der Planungssession dagegen für die digitale Planung aus. „Die Digitalisierung der Zahnheilkunde ist eine Einbahnstraße“, so Trimpou. Schon Studierende lernten heutzutage digitales Abformen und den Umgang mit Präparationsanalyse-Software. Dennoch könne das, was ein Zahnarzt traditionell sicher beherrscht, konventionell bleiben. Aber ZahnärztInnen sollten nach und nach Strukturen digitalisieren, wenn ein messbarer Mehrwert zu erwarten ist. Gerade die Software-Unterstützung in der Implantatplanung habe viele Vorteile, wie die Möglichkeit, aufgrund der genauen Ermittlung der anatomischen Strukturen minimalinvasiv zu arbeiten. So ließen sich eventuell Augmentationen vermeiden. Zudem können BehandlerInnen ihre Fälle sehr gut archivieren und evaluieren. Nicht zuletzt in forensischer Hinsicht sei das ein wichtiger Punkt.

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