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Sechste Deutsche Mundgesundheitsstudie (DMS • 6)

Restaurationen: Das Ende einer Ära ist auch ein Neuanfang

A. Rainer Jordan
Seit dem 1. Januar 2025 darf Amalgam aufgrund der Verordnung zur Reduzierung von Quecksilber in der EU nicht mehr als dentales Restaurationsmaterial verwendet werden (Artikel 10 Abs. 2a der EU-Quecksilberverordnung). Die Sechste Deutsche Mundgesundheitsstudie (DMS • 6) stellte die letzte epidemiologische Bestandsaufnahme vor dieser bedeutenden Veränderung der zahnmedizinischen Versorgung dar.

Dentale Restaurationen zählen zu den wichtigsten zahnmedizinischen Maßnahmen und haben eine lange Geschichte. Bereits im alten Ägypten wurden im 16. Jahrhundert vor Christus Rezepturen für Füllungsmaterialien beschrieben.

Über mehr als 1.500 Jahre galt die Amalgamfüllung – umgangssprachlich „Plombe“, abgeleitet vom lateinischen *plumbum* („Blei“) aufgrund ihres bleiähnlichen Aussehens – weltweit als Standardmaterial in der Zahnmedizin. Infolge des Verbots wurde Amalgam im Seitenzahnbereich im GKV-Leistungskatalog überwiegend durch selbstadhäsive Füllungsmaterialien ersetzt, während im Frontzahnbereich weiterhin Komposit das Material der Wahl bleibt.

Ziel der vorliegenden Datenauswertung war, die Verbreitung dentaler Restaurationen und der verwendeten Biomaterialien zu analysieren sowie deren Veränderungsraten einschließlich der Entwicklung von Sekundärkaries über einen Zeitraum von neun Jahren zu bestimmen. Zu den in der DMS • 6 betrachteten dentalen Restaurationen zählen neben direkt im Mund hergestellten Füllungen auch indirekte, im Labor gefertigte Versorgungen wie Inlays, Teilkronen und Vollkronen.

Füllungen bei Kindern und Jugendlichen

Kinder im Alter von zwölf Jahren verfügen durchschnittlich über 26 Zähne. Bei 19 Prozent liegen aufgrund von Karies bereits dentale Restaurationen vor. Indirekte Restaurationen spielen in diesem Alter praktisch keine Rolle. Im Durchschnitt sind 0,4 Zähne mit Füllungen versorgt; bei Kindern mit Füllungen liegt die durchschnittliche Anzahl bei 2,2 Restaurationen. Diese ungleiche Verteilung spiegelt die bekannte Polarisation der Karies wider.

Während der Pubertät steigt die Verbreitung (Prävalenz) von Restaurationen von 13 Prozent auf 48 Prozent an. Dies betrifft in diesem Zeitraum immer noch nahezu ausschließlich direkte Restaurationen, also Füllungen. Im Durchschnitt nimmt die Anzahl restaurierter Zähne in diesem Zeitraum um etwa einen Zahn zu. Bis zum jungen Erwachsenenalter entwickeln zudem 43 Prozent der zuvor kariesfreien Kinder erstmals eine Karieserfahrung.

Bei Kindern, die bereits zuvor eine Karieserfahrung aufweisen, setzt sich diese bei knapp einem Drittel weiter fort. Sowohl bei Neuerkrankungen als auch beim Fortschreiten der Erkrankung betrifft dies meist einen Zahn. Junge Erwachsene weisen dadurch durchschnittlich 1,4 gefüllte Zähne auf. Liegt eine Karieserfahrung vor, finden sich Füllungen an durchschnittlich 2,9 Zähnen.

Restaurationen bei Erwachsenen

Jüngere Erwachsene haben durchschnittlich 26,6 Zähne, 91 Prozent weisen dentale Restaurationen auf. Von den Betroffenen besitzen 99 Prozent direkte Restaurationen (Füllungen), während 40 Prozent indirekte Restaurationen aufweisen. Durchschnittlich sind 6,0 Zähne mit Füllungen versorgt.

Die Prävalenz von Amalgamfüllungen beträgt in dieser Altersgruppe 35 Prozent, die zahnfarbener Füllungen 86 Prozent. Dies entspricht durchschnittlich 1,1 Zähnen mit Amalgamfüllungen und 4,8 Zähnen mit zahnfarbenen Füllungen. Füllungen aus Zementmaterialien wurden bei 3,6 Prozent der 35- bis 44-Jährigen festgestellt. Innerhalb des Beobachtungszeitraums von neun Jahren blieb die Prävalenz von Restaurationen weitgehend konstant.

Während der Anteil direkter Restaurationen leicht abnahm, stieg der Anteil von Einzelzahnkronen auf 54 Prozent und jener von Inlays beziehungsweise Teilkronen auf 26 Prozent. Durchschnittlich reduzierte sich die Zahl der Füllungen auf 6,7, während die Zahl der Einzelzahnkronen auf 1,8 anstieg.

Bei älteren Erwachsenen finden sich durchschnittlich 0,8 Inlays oder Teilkronen. Bei 85 Prozent von ihnen wurde ein Anstieg der Restaurationen beobachtet. Die Inzidenz von Sekundärkaries lag bei 16 Prozent. Insgesamt zeigt sich somit, dass bei vielen Erwachsenen eine Progression der Restaurationen stattfindet, diese jedoch mit durchschnittlich 0,5 zusätzlichen restaurierten Zähnen eher gering ausfällt.

Restaurationen bei Seniorinnen und Senioren

Jüngere Seniorinnen und Senioren verfügen im Schnitt über 19,3 Zähne, 89 Prozent weisen dentale Restaurationen auf. Die Prävalenz von Füllungen liegt bei 79 Prozent. Durchschnittlich sind 4,8 Zähne mit Füllungen versorgt.

Die Häufigkeit von Amalgamfüllungen beträgt 42 Prozent, jene zahnfarbener Füllungen 74 Prozent. Im Durchschnitt entspricht dies 1,3 Zähnen mit Amalgamfüllungen und 3,3 Zähnen mit zahnfarbenen Füllungen. Zementfüllungen wurden bei 2,5 Prozent der 65- bis 74-Jährigen festgestellt.

Inlays und Teilkronen waren bei 24 Prozent der jüngeren Seniorinnen und Senioren eingesetzt, mit durchschnittlich 0,7 entsprechend versorgten Zähnen. Indirekte Restaurationen aus Gusslegierungen wurden bei 17 Prozent, zahnfarbene Varianten bei 11 Prozent festgestellt. Einzelzahnkronen weisen 72 Prozent auf; davon sind 66 Prozent zahnfarben und 29 Prozent metallisch.

Durchschnittlich bestehen 3,4 Einzelzahnkronen pro Person. Der Anteil von Personen mit direkten Füllungen an allen Restaurationen sinkt im höheren Alter leicht von 81 Prozent auf 72 Prozent. Gleichzeitig steigt der Anteil mit indirekten Versorgungen: Die Prävalenz von Einzelzahnkronen nimmt von 66 Prozent auf 70 Prozent zu, während sich die Prävalenz von Inlays und Teilkronen auf 13 Prozent verdoppelt. Entsprechend reduzierte sich die durchschnittliche Anzahl an Füllungen im Beobachtungszeitraum von 4,1 auf 3,8, während die Zahl der Einzelzahnkronen von 2,9 auf 3,3 anstieg. Inlays und Teilkronen erhöhten sich von 0,2 auf 0,3.

Eine Zunahme der Restaurationen wurde bei 83 Prozent der Seniorinnen und Senioren beobachtet. Mit durchschnittlich 0,3 neuen Restaurationen innerhalb von neun Jahren fällt diese Entwicklung jedoch – ähnlich wie bei Erwachsenen – vergleichsweise gering aus.

Sekundärkaries

Sekundärkaries, definiert als neu entstandene sondierbare Dentinkaries an den Rändern bestehender Restaurationen, wurde sowohl bei Amalgam- als auch bei zahnfarbenen Füllungen festgestellt, allerdings insgesamt in einem geringen Ausmaß.

Da bei älteren Kindern kaum Amalgamfüllungen vorhanden sind, ist ein aussagekräftiger Vergleich der Materialien in dieser Altersgruppe nicht möglich. Bei jüngeren Erwachsenen zeigen Amalgamfüllungen hinsichtlich der Entwicklung von Sekundärkaries leichte Vorteile, während bei jüngeren Seniorinnen und Senioren zahnfarbene Füllungen günstiger abschneiden.

Unter Alltagsbedingungen und unter Berücksichtigung unterschiedlich alter Restaurationen gibt es insgesamt jedoch keine systematischen Unterschiede zwischen den verschiedenen Materialien.

Prof. Dr. med. dent. A. Rainer Jordan, Wissenschaftlicher Direktor des Instituts der Deutschen Zahnärzte (IDZ)

Prof. Dr. med. dent. A. Rainer Jordan

Wissenschaftlicher Direktor
Institut der Deutschen Zahnärzte (IDZ)
Universitätsstr. 73, 50931 Köln

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