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Rückblick zum 10. Jubiläum des PraxisAWARD

Ausgezeichnetes Engagement für Prävention

Gewinnerin Dr. Nicole Primas (mitte) bekam die Ehrung von Dr. Marianne Gräfin von Schmettow von CP GABA (l.) und Prof. Dr. Dietmar Oesterreich, damaliger BZÄK-Vizepräsident, im Jahr 2016 überreicht. © CP Gaba
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Der PraxisAWARD ehrt jedes Jahr Zahnärztinnen und Zahnärzte für ihre Projekte im Bereich Prävention, dieses Jahr im November wird der Preis zum zehnten Mal verliehen. Zu den (ehemaligen) Gewinnern zählen über die Jahre ganz unterschiedliche Projekte. Sie bilden die Vielfalt der Ideen und Initiativen im Präventionsbereich ab. Zeit, einmal nachzufragen, was aus den Projekten geworden ist.

Die zehnte Ausgabe des „PraxisAWARD Prävention“ legt in diesem Jahr den Schwerpunkt auf die Mundgesundheit von Kindern und Jugendlichen in sozialen Spannungsfeldern. Bewerbungen können noch bis zum 20. September 2026 eingereicht werden – ausschließlich digital. Das entsprechende Bewerbungsformular kann online unter „Bewerbung um den PraxisAWARD Prävention 2026“ über die Website der Bundeszahnärztekammer (BZÄK) heruntergeladen werden.

Gesucht sind Projekte aus Zahnmedizin, Pädagogik, Sozialer Arbeit oder Öffentlichem Gesundheitswesen, die bereits in der Umsetzung sind oder kurz davorstehen. Der Preis wird alle zwei Jahre vergeben und ist Teil der „Initiative für eine mundgesunde Zukunft in Deutschland“, die die BZÄK und CP GABA ins Leben gerufen haben. Das Preisgeld beträgt insgesamt 10.000 Euro.

Das Projekt „AzuBiss“

Im Jahr 2016 hatte unter anderem Dr. Nicole Primas, Praxisinhaberin in Magdeburg, von der Zahnärztekammer Sachsen-Anhalt gewonnen. Ihr Modellprojekt fördert die ausbildungsübergreifende Zusammenarbeit für mehr Mundgesundheit in Pflegeheimen. Im Fokus steht dabei die regelmäßige Schulung von Pflegepersonal in der Zahn- und Mundhygiene sowie von Mitarbeitenden aus Zahnarztpraxen im Umgang mit alten, multimorbiden Menschen. „Mir war klar, dass bereits in der Ausbildung über Zahngesundheit informiert werden muss“, sagt sie.

Daher entstand eine Kooperation mit der Betriebsberufsschule „Dr. Otto Schlein“ in Magdeburg, wo sowohl Auszubildende in der Altenpflege als auch angehende Zahnmedizinische Fachangestellte geschult werden. Im Rahmen eines Azubi-Tandems begleiteten die auszubildenden ZFA zunächst für einen Tag die angehenden Altenpfleger in ein Pflegeheim. Umgekehrt lernten die künftigen Altenpfleger unter anderem Prophylaxemaßnahmen und Behandlungen in der Zahnarztpraxis kennen.

Wie ging es nach dem PraxisAward weiter?

In Magdeburg läuft das Projekt noch immer. In Halle wurde es vorgestellt, scheiterte aber bisher an personellen Ressourcen. Auch die Tandems laufen nicht mehr, da der logistische Aufwand für Azubis ohne Auto nicht zu leisten war. „Daher umfasst das Projekt jetzt einen Schulungstag mit einem Vortrag von mir sowie einer intensiven Gruppenarbeit – mit Altersanzug, Mundhygieneunterweisungen im Pflegekabinett, einem Wissensquiz und abschließender Lernerfolgskontrolle. Das Feedback der Schülerinnen und Schüler ist vorwiegend positiv. Und solange wir das Projekt personell stemmen können, werden wir es fortführen“, berichtet Primas.

Dr. Sebastian Ziller, MPH, Leiter der Abteilung Prävention und Gesundheitsförderung der BZÄK

„Mit dem PraxisAWARD machen wir Projekte sichtbar“

„Prävention muss künftig stärker auf schwer erreichbare Bevölkerungsgruppen ausgerichtet werden, insbesondere auf Menschen mit Migrationsgeschichte und aus bildungsfernen Schichten. Wenn wir Prävention gezielt dort verankern, wo sie bislang kaum ankommt, können wir weitere Fortschritte erzielen. Mit dem PraxisAWARD Prävention als einem Baustein im Präventionsgefüge konnten und können wir Projekte sichtbar machen, die genau dort wirken, wo der Bedarf am größten ist – bei Menschen in herausfordernden Lebenslagen.

Ganz wichtig ist zu betonen, dass gesundheitliche Teilhabe keine Frage von Herkunft oder Bildung sein darf. Das Thema geht weit über die Zahnmedizin hinaus und ist ganz klar auch eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die von der Zahnmedizin nicht allein gelöst werden kann.“

Das Projekt „Ein Koffer voller Wissen: Mundpflege in der Pflege“

Die Bayerische Landeszahnärztekammer (BLZK) hat 2018 das Projekt „Ein Koffer voller Wissen: Mundpflege in der Pflege“ ins Leben gerufen, da Hochbetagte und vor allem pflegebedürftige Menschen ein hohes Risiko für Zahnerkrankungen tragen. Eine gründliche Zahnpflege zur Prävention ist bei dieser Patientengruppe deshalb besonders notwendig. Oft müssen diese Aufgabe Pflegekräfte oder pflegende Angehörige übernehmen. Umso wichtiger ist es, dass Pflegende die notwendigen fachlichen Kenntnisse im Rahmen von Schulungen vermittelt bekommen.

Entwickelt wurde dafür ein Koffer, der alles enthält, was Zahnärztinnen und Zahnärzte für die Schulung von Pflegenden benötigen: einen Musterschulungsvortrag, ein Gebissmodell, verschiedene Mundhygieneartikel zu Demonstrationszwecken sowie zahlreiche Infomaterialien. Durch das Projekt sollten diese Schulungen auf eine breite Basis gestellt werden, sodass Zahnärzte bayernweit mit den Unterrichtsmaterialien schulen können und sich nicht erst aufwendig selbst Schulungsmaterialien zusammensuchen müssen.

Wie ging es nach dem PraxisAWARD weiter?

Der Schulungskoffer wird inzwischen nicht nur bayernweit, sondern aus dem gesamten deutschsprachigen Raum bestellt – es gab sogar vereinzelt Bestellungen aus Österreich und der Schweiz. Seit ein paar Jahren kommt der Schulungskoffer auch regelmäßig im Unterricht in bayerischen Berufsschulen für Pflege zum Einsatz. Der Koffer wird weiterhin regelmäßig aktualisiert und weiterentwickelt. Auch der Einsatz in den bayerischen Pflegeschulen soll zukünftig ausgeweitet werden.

In der nächsten Ausgabe stellen wir zwei weitere prämierte Projekte vor.

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