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Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) überarbeitet Bewertung

„Direkter Zusammenhang zwischen BPA und MIH ist unwahrscheinlich“

BPA wird als Ausgangsstoff bei der Herstellung von Epoxylacken eingesetzt, die auch zur Innenbeschichtung von Konserven- und Getränkedosen verwendet werden. Mit Inkrafttreten der Bisphenol A-Verbotsverordnung in der EU gilt für diese Lacke nach Ablauf der Übergangsfrist bis Januar 2029 ein Verwendungsverbot. Liubou - stock.adobe.com
mg
Politik
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Das BfR hat seine Risikobewertung von Bisphenol A (BPA) überarbeitet. Es bleibt jedoch bei seiner Einschätzung, dass es „keinen gesicherten Zusammenhang“ zwischen BPA und der Entstehung von MIH gibt.

„Das BfR hat sich im Jahr 2018 mit dieser Thematik auseinandergesetzt und kam zu dem Schluss, dass es keinen gesicherten Zusammenhang zwischen der Aufnahme von BPA über Lebensmittelkontaktmaterialien und der Entstehung von MIH bei Kindern gibt, und dass ein direkter Zusammenhang zwischen BPA und MIH für den Menschen unwahrscheinlich ist“, heißt es in den FAQ der Bewertung.

Ausführlicher beschäftigt sich die Behörde mit der tolerierbaren täglichen Aufnahmemenge. Der sogenannte TDI-Wert (englisch „tolerable daily intake“), den die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) 2023 mit 0,2 Nanogramm pro kg und Tag definierte, hält das BfR für zu streng. Der Wert sei 20.000-fach niedriger als der vorherige, im Jahr 2015 von der EFSA angegebene „vorläufige gesundheitliche Richtwert“ – und unrealistisch. Denn obwohl die Gesamtaufnahme von BPA in der Bevölkerung seit Jahren rückläufig sei, „ist davon auszugehen, dass sie bei Menschen aller Altersgruppen deutlich über dem von der EFSA vorgeschlagenen TDI liegt.“

Europäischer Grenzwert ist 20 mal strenger...

Nach Auswertung von mehr als 600 Studien aus einem Zeitraum von 20 Jahren hatte das BfR 2023 darum einen eigenen TDI-Wert definiert. Er liegt bei 200 ng pro kg KG/Tag. Das BfR verfolgte nach eigenen Angaben dabei „einen konservativen Ansatz und berücksichtigte auch die verbleibenden Unsicherheiten“.

Die Argumentation: Die Übertragbarkeit vieler mit Mäusen durchgeführten Studien auf den Menschen sei fraglich. So etwa bei der Frage, ob BPA das Immunsystem schwächt. Trotz vorhandener Ähnlichkeit zum humanem Immunsystem gebe es einige wichtige Unterschiede, etwa unterschiedliche Reifungs- und Regulierungsprozesse im Immunsystem von Mäusen. Nach Auswertung der vorliegenden Daten kommt das BfR darum zu dem Schluss, dass nachteilige immunologische Effekte beim Menschen – wenn überhaupt vorhanden – bei einer BPA-Exposition im Bereich des vom BfR abgeleiteten TDI von 200 ng pro kg KG/Tag unwahrscheinlich sind.

...als viele nationale Grenzwerte

Eine Reihe anderer europäischer und internationaler Bewertungsbehörden hegen ebenfalls methodische Zweifel an der Kalkulation der ECHA und verwendeten darum den vom BfR definierten Grenzwert, schreibt die Behörde. Dazu gehörten China, die USA, Großbritannien, Australien, Neuseeland und die Niederlande.

Wie viel BPA Menschen mit der Nahrung aufnehmen, ist bislang nicht belastbar erforscht. Das BfR empfiehlt darum, „aktuelle Gehaltsdaten in Lebensmitteln zu erheben, um eine Expositionsschätzung durchführen zu können“. Datengenerierungen in reduziertem Umfang bestätigten Hinweise auf eine abnehmende Exposition von Verbraucherinnen und Verbrauchern, heißt es. Erste Erkenntnisse zeigten zudem, „dass durch die Aufnahme von BPA über die Nahrung für den Großteil der Bevölkerung ein Gesundheitsrisiko nicht zu erwarten ist.“ Unsicherheiten bestünden lediglich „für die Bevölkerungsgruppe der Kinder und Jugendlichen“.

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