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Problem Nachwuchsmangel

Niederlande gleichen Mangel an Absolventen durch Nicht-EU-Zahnärzte aus

2.287 der aktuell 11.441 Zahnärztinnen und Zahnärzte in den Niederlanden arbeiten auf Basis eines ausländischen Diploms plus absolvierter Zulassungsprüfung. © Prostock-studio - stock.adobe.com
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Der Zahnärztemangel in den Niederlanden wird zunehmend durch Beschäftigte von außerhalb der Europäischen Union (EU) kompensiert: Deren Zahl hat sich innerhalb von fünf Jahren mehr als verdoppelt. Im laufenden Jahr befinden sich aktuell 120 Personen aus dem Nicht-EU-Ausland im Zulassungsverfahren (Stand Ende August), berichtet die Zulassungsstelle ACTA. Zum Vergleich: 2021 waren es im gesamten Jahr nur 53.

Das Academic Centre for Dentistry Amsterdam (ACTA) leitet im Auftrag des niederländischen Gesundheitsministeriums das Aufnahmeverfahren für Zahnärztinnen und Zahnärzte mit einem Abschluss außerhalb der EU. Die Kandidatinnen und Kandidaten müssen ihre fachliche Kompetenz unter Beweis stellen und zudem nachweisen, dass sie über ausreichende Kenntnisse der niederländischen Sprache verfügen. Erst danach können sie sich in das BIG-Register eintragen lassen.

Nach Angaben des zahnärztlichen Berufsverbands Royal Dutch Society for the Promotion of Dentistry (KNMT) arbeiten derzeit 2.287 Zahnärztinnen und Zahnärzte mit einem ausländischen Diplom in den Niederlanden. Jedes Jahr kommen zwischen 150 und 200 weitere hinzu.

Aus Syrien, Südafrika, dem Irak, Brasilien und der Türkei

Die Ursache für diesen Trend sieht der KNMT-Vorsitzende Hans de Vries einem Medienbericht zufolge im Mangel an einheimischem Nachwuchs. Die Zahl der Studienplätze in den Niederlanden sei schlicht zu gering, sagt er. Die dadurch entstandenen Lücken würden zunehmend von Zahnärzten aus Ländern wie Syrien, Südafrika, der Türkei, Brasilien und dem Irak geschlossen.

An der Begeisterung für das Studienfach mangele es dabei nicht: Allein bei der ACTA, die zugleich eine der drei zahnmedizinischen Ausbildungseinrichtungen des Landes ist, bewarben sich zuletzt mehr als 2.000 junge Menschen. Landesweit stehen an allen Einrichtungen zusammen jedoch nur 270 Studienplätze zur Verfügung.

Zahnärzte arbeiten auch schon mal ohne Zulassung

Man liest immer wieder, dass staatliche Aufsichtsbehörden in den Niederlanden Zahnärzte aus dem Nicht-EU-Ausland entdecken, die ohne die entsprechende Zulassung praktizieren, statt ausnahmslos unter der Aufsicht eines registrierten Zahnarztes. Hans de Vries, Vorsitzender des Zahnärzteverbands KNMT, bezeichnet das eigenständige Arbeiten als gesetzeswidrig. Zugleich räumt er ein, dass der akute Personalmangel dazu führe, dass Praxisbetreiber mitunter ein Auge zudrücken und die geltenden Regeln laxer handhaben.

Laut ACTA-Direktor Etienne Verheijck geht es schlicht ums Geld. „Das ist eine politische Entscheidung des Ministeriums für Bildung, Kultur und Wissenschaft“, sagt er. Im kommenden Jahr soll die Zahl der Studienplätze zwar auf 290 erhöht werden. Doch auch diese Zahl ist nach Ansicht der für die Bedarfsplanung zuständigen Stelle zu gering: Das Gremium „Capaciteitsorgaan“ empfiehlt, die Zahl der Studienplätze auf 386 pro Jahr zu erhöhen. Der Vorschlag liegt beim zuständigen Ministerium. Berichten zufolge geht es um zusätzliche Kosten in Höhe von 27,1 Millionen Euro.

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