20 Gläser Nutella für einen Fußball
Die DFB-Elf der Männer ist nun zwar ausgeschieden, bis gestern lief das Geschäft mit Sammelaktionen, Sondereditionen und anderen Fanaktionen im Lebensmittelhandel aber vermutlich gut. Die DANK kritisiert Marketing-Aktionen im Rahmen des Turniers, die Anreize für Kinder und Familien setzen, stark zucker- und fetthaltige Produkte zu kaufen.
Der Verkauf von Zuckerbomben wird bewusst gefördert
Als Beispiel führt das Bündnis, dem 24 wissenschaftlich-medizinische Organisationen angehören, verschiedene Sammelaktionen des Ferrero-Konzerns an. „Wer eine Trinkflasche, ein T-Shirt oder einen Fußball erhalten möchte, muss Sammelpunkte auf Produkten wie Nutella, Duplo, Kinder Happy Hippo oder Hanuta sammeln. Die dafür erforderlichen Produktmengen enthalten teils enorme Mengen Zucker“, rügt die DANK. Kinder würden gezielt zum Kauf von „Zuckerbomben“ animiert.
Laut einer Analyse der DANK müssen Verbraucherinnen und Verbraucher etwa für eine Trinkflasche rund 1,4 Kilogramm Zucker in Form von 15 Duplo-Mehrfachpackungen erwerben. Für einen Fußball als Prämie seien sogar über fünf Kilogramm Zucker in Form von 20 Gläsern Nutella nötig.
Ein ungesunder Kaufanreiz nach dem anderen
„Besonders problematisch ist, dass solche Aktionen nicht den Konsum eines einzelnen Produkts fördern, sondern gezielt auf Sammelmechanismen setzen“, gibt Barbara Bitzer, DANK-Sprecherin und Geschäftsführerin der Deutschen Diabetes Gesellschaft, zu bedenken. „Wer eine Prämie erhalten möchte, muss immer neue Produkte kaufen. Damit werden Kaufanreize geschaffen, die weit über den eigentlichen Verzehr hinausgehen.“
Die DANK plädiert erneut dafür, Marketing für ungesunde Nahrungsmittel und Getränke, das sich gezielt an Kinder richtet, gesetzlich „wirksam“ zu regulieren.
Eigentlich geht es doch um Sport und Fitness
Sport stehe für Bewegung, Gesundheit und Prävention, mahnt die DANK. „Wenn Verbände und Veranstalter Partnerschaften mit Herstellern eingehen, deren Produkte nachweislich zur Entstehung von Adipositas, Typ-2-Diabetes und anderen nichtübertragbaren Krankheiten beitragen können, senden sie widersprüchliche Signale an Kinder und Familien“, sagt Bitzer. „Fußball sollte Kinder zu Bewegung motivieren und nicht zu einem höheren Konsum von Süßwaren und Softdrinks.“


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