Darum sollten Schwangere wenig Zucker essen
Für die Studie untersuchten die Forschenden 64.737 Menschen, die vor und nach der Zuckerrationierung im Vereinigten Königreich während des Zweiten Weltkriegs geboren wurden. Zucker war während und nach dem Krieg rationiert und ab 1953 wieder allgemein erhältlich.
Die Studie belegt einen Zusammenhang
Menschen, die vor der Geburt und bis zum Alter von einem beziehungsweise zwei Jahren unter der Zuckerrationierung litten, besaßen im Vergleich zu Personen, die nach der Zuckerrationierung geboren wurden, ein um 21 bis 23 Prozent geringeres Demenzrisiko, zudem trat bei ihnen die Erkrankung zudem durchschnittlich 2,6 Jahre später auf. Die Studie beweist nicht, dass eine geringere Zuckeraufnahme Demenz direkt verhindert; sie zeigt lediglich einen Zusammenhang.
Die Probanden wurden danach eingeteilt, wann die Zuckerrationierung stattfand: vor der Geburt und im ersten Lebensjahr, vor der Geburt und bis zum Alter von zwei Jahren oder keine Zuckerrationierung. Ab einem Durchschnittsalter der Teilnehmer von 55 Jahren ermittelten die Forscher anhand von Krankenakten, bei welchen Teilnehmern bis zu 15 Jahre später eine Demenz diagnostiziert wurde.
Von den 15.025 Personen, die vor der Geburt und im ersten Lebensjahr eine Zuckerrationierung erlebt hatten, erkrankten 388 an Demenz. Von den 15.256 Personen, die vor der Geburt und in den ersten beiden Lebensjahren eine Zuckerrationierung erlebt hatten, waren es 456, und von den 23.774 Personen, die nach der Zuckerrationierung geboren wurden, 504.
Frühe Einschränkung des Zuckerkonsums bringt dauerhafte Vorteile
„Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass eine Einschränkung des Zuckerkonsums in den frühesten Lebensphasen dauerhafte Vorteile für die Gesundheit des Gehirns haben könnte“, sagte die Studienautorin Dr. Jiazhen Zheng von der Hong Kong University of Science and Technology in Guangzhou, China. „Diese Ergebnisse unterstreichen die potenzielle Bedeutung der Ernährung in der frühen Kindheit für die Verringerung des Demenzrisikos Jahrzehnte später.“
Nach Bereinigung um Alter, Geschlecht und Gesundheitsfaktoren wie Bluthochdruck und Diabetes stellten die Wissenschaftler fest, dass Menschen, die vor ihrer Geburt und bis zum Alter von einem Jahr unter einer Zuckerrationierung litten, ein um 21 Prozent geringeres Demenzrisiko hatten als Menschen, die nach der Zuckerrationierung geboren wurden. Und diejenigen, die diese vor ihrer Geburt und bis zum Alter von zwei Jahren erlebten, wiesen ein um 23 Prozent geringeres Demenzrisiko auf.
Die Forscher stellten außerdem fest, dass sich bei Menschen mit einem niedrigeren Zuckerkonsum in jungen Jahren der Ausbruch einer Demenz um durchschnittlich 2,6 Jahre verzögerte. Bei einer kleineren Gruppe von Teilnehmern wurden zudem Gehirnscans durchgeführt: Menschen mit einem geringeren Zuckerkonsum in jungen Jahren hatten demnach ein höheres Gesamtvolumen der grauen Substanz und geringere Hyperintensitäten in der weißen Substanz – ein Anzeichen für eine Schädigung des Hirngewebes.
Wenig Zucker in der Schwangerschaft und im Säuglingsalter
„Die Begrenzung von zugesetztem Zucker während der Schwangerschaft und im Säuglingsalter könnte eine sinnvolle Maßnahme sein, die Familien und Gemeinschaften ergreifen können. Es sind jedoch weitere Untersuchungen erforderlich, um besser zu verstehen, wie diese frühen Einflüsse das Demenzrisiko beeinflussen, und um Strategien für die öffentliche Gesundheit zu entwickeln“, sagte Zheng.
Eine Einschränkung der Studie bestand darin, dass es sich um eine Beobachtungsstudie handelte, die sich auf Ereignisse in der Vergangenheit stützte, anstatt die Menschen über einen längeren Zeitraum hinweg zu begleiten.
Zheng J et al. Association of sugar restriction in utero through age 2 years on dementia risk later in life. Neurology. 2026;107(4):e218313.


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