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Pilotstudie in den USA

Diese KI-Patientin trainiert Zahnmedizinstudierende

Die KI-Patientin Sophie hilft Zahnärztinnen und Zahnärzten, ihre Patientenkommunikation zu verbessern. University of Rochester
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Zahnmedizin
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Wie lernt man schwierige Patientengespräche zu führen? An der University of Rochester hilft die KI-Patientin „Sophie“ Zahnmedizinstudierenden neuerdings dabei, klarer zu kommunizieren und auf Ängste einzugehen.

Für viele Patienten löst schon der Gedanke an den Zahnarztstuhl Stress aus. „Angst, Unruhe, Unsicherheit wegen eines bevorstehenden Eingriffs, Bedenken oder falsche Vorstellungen über die Behandlung können einen Patienten stark belasten“, sagt Shasha Cui, Assistenzprofessorin am Eastman Institute for Oral Health der University of Rochester in New York.

Ein Zahnarzt muss auch zuhören können und empathisch sein

„Eine hervorragende zahnmedizinische Versorgung erfordert mehr als nur fachliches Know-how. Sie erfordert auch die Fähigkeit, zuzuhören, komplizierte Informationen klar zu erklären, Bedenken zu erkennen und Vertrauen aufzubauen“, betont Cui.

Deshalb wird an der Universität derzeit eine interaktive Plattform namens Sophie – Standardized Online Patient for Healthcare Interaction Education – in der zahnmedizinischen Ausbildung erprobt. „KI kann Empathie nicht ersetzen, aber sie kann ein Umfeld schaffen, in dem Kliniker die Kommunikationsfähigkeiten, auf die Patienten angewiesen sind, wiederholt üben können – ohne den Druck, dies zum ersten Mal während einer echten klinischen Begegnung tun zu müssen“, verdeutlicht Ehsan Hoque, Professor für Informatik und KI-Experte.

Sophie ist eine dreidimensionale virtuelle Figur, die einen Menschen sehen und hören, ein Gespräch führen und in Echtzeit reagieren kann. Die Technologie wurde ursprünglich entwickelt, um Ärzten dabei zu helfen, schwierige Gespräche mit schwer erkrankten Patienten zu üben. Cui sah eine Möglichkeit, denselben Ansatz auf die Zahnmedizin zu übertragen.

Schauspielpatienten sind nicht immer verfügbar – Sophie schon

„In Ausbildungsgängen für Gesundheitsberufe werden traditionell geschulte Schauspieler, sogenannte standardisierte Patienten, eingesetzt, um Klinikern bei der Entwicklung ihrer Kommunikationsfähigkeiten zu helfen“, erklärt sie. „Dieser Ansatz kann sehr effektiv sein, erfordert jedoch auch zahlreiche Ressourcen, was es schwierig macht, jedem Lernenden wiederholt Übungsmöglichkeiten zu bieten.“

Sophie ist über einen Browser zugänglich, sodas die Studierenden nach Belieben üben und Szenarien so oft wie nötig wiederholen können. Diese Wiederholbarkeit ist entscheidend, wenn die erforderlichen Fähigkeiten schwer zu erlernen sind: das Erkennen von Ängsten, aktives Zuhören, das Zeigen von Empathie, das Stellen offener Fragen und die Einbeziehung der Patienten in Entscheidungen über ihre eigene Versorgung.

Empower, Empathy und Explicit

Das Training ist nach den sogenannten drei E strukturiert: Empower (Befähigung), Empathy (Empathie) und Explicit (Eindeutigkeit). Es soll zahnmedizinische Fachkräfte ermutigen, Patienten in ihre Entscheidungen einzubeziehen, Empathie zu zeigen und Informationen klar zu vermitteln. Dabei können die Studierenden verschiedene Ansätze ausprobieren, Feedback erhalten und dann erneut üben.

Auch kulturelle Unterschiede und die Sprache können beeinflussen, wie Patienten die Behandlung wahrnehmen, Fragen stellen und mit ihren Behandlern interagieren. „Sophie hilft uns wirklich dabei, besser zu verstehen, wie wir mit dem breiten Spektrum an Patienten, die wir versorgen, besser kommunizieren können“, sagt Mitautor Dr. Prateek Daga.

Für Daga ist Kommunikation besonders wichtig, da Zahnärzte oft nur begrenzt Zeit haben, um eine Beziehung zu dem Patienten aufzubauen. Wenn diese Verbindung nicht zustande kommt, könne das Vertrauen schnell verloren gehen.

Nach ersten Ergebnissen aus dem Pilotprojekt berichteten die Zahnmedizinstudierenden nach dem Training mit Sophie von einem gesteigerten Selbstvertrauen bei schwierigen Patientengesprächen und schätzten die Möglichkeit, wiederholt in einem risikoarmen Umfeld zu üben. Messwerte deuteten zudem auf Verbesserungen hinsichtlich der Ausgewogenheit im Gesprächsverlauf und der Verwendung offener Fragen hin.

S. Cui, M. Hasan, C. Yeo, et al. “AI Virtual Standardized Patient Training for Perinatal Dental Communication: A Pilot Study.” Journal of Dental Education (2026): https://doi.org/10.1002/jdd.70246

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