Doctolib übernimmt Medicus
Damit erschließt Doctolib einen der größten Gesundheitsmärkte Europas mit rund 67 Millionen Versicherten. In den kommenden Jahren will das Unternehmen mehr als 100 Millionen Pfund im Vereinigten Königreich investieren, 150 Mitarbeitende in London einstellen und ein eigenständiges Forschungs- und Entwicklungszentrum aufbauen, „um Innovationen in der britischen Primärversorgung voranzutreiben“, teilt Doctolib mit.
Ziel sei, dadurch Hausärzte zu entlasten und Wartezeiten für Patienten zu senken. Mit Medicus werde der Ansatz, Gesundheitsfachkräfte durch Technologie zu entlasten, erstmals auf den britischen Markt übertragen. KI-basierte Lösungen sind dabei ein zentrales Element.
Die wachsende Nachfrage nach medizinischer Versorgung treffe auf einen zunehmenden Verwaltungsaufwand. Gesundheitsfachkräfte verlören wertvolle Zeit für die Patienten. Diese Herausforderung zeige sich im Vereinigten Königreich durch eine stark belastete Primärversorgung besonders, meldet das Unternehmen.
Als erstes Unternehmen führte Medicus vor 25 Jahren ein neues klinisches Softwaresystem für Hausarztpraxen im NHS ein. Die 2019 gegründete, cloudbasierte Plattform für elektronische Patientenakten (Electronic Patient Record, EPR), wurde in enger Zusammenarbeit mit dem NHS entwickelt.
Doctolib will Standards im NHS setzen
Durch die Übernahme will Doctolib, wie bereits in Deutschland, wo die All-in-One Praxissoftware des Unternehmens bereits in die Telematikinfrastruktur integriert ist, seine Lösung auch im Vereinigten Königreich an die nationalen Standards und die spezifischen Anforderungen des NHS anpassen.
Seit 2013 entwickelt das französischstämmige Unternehmen Doctolib Praxisverwaltungssysteme und Terminvergabe-Software, und ist inzwischen in Frankreich, Deutschland, Italien, den Niederlanden und nun auch im Vereinigten Königreich am Markt vertreten.


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