Forschende entdecken neues Antibiotikum gegen resistente Keime
Forschende der Universität Hamburg, der McMaster Universität in Ontario (Kanada) und der University of Illinois in Chicago (USA) entdeckten in dem Bodenbakterium Streptomyces rimosus ein bislang unbekanntes Antibiotikum, das den Namen „Manikomycin“ erhielt.
Ersten Untersuchungen zufolge kann Manikomycin „multiresistente Bakteriengruppen abtöten und ist nicht anfällig für Resistenzen, die mit klinisch verwendeten Antibiotika assoziiert sind“, erläutert Max Berger, Doktorand am Fachbereich Chemie der Universität Hamburg und Co-Hauptautor der Studie. Damit könnte die Substanz künftig eine wichtige Rolle bei der Behandlung schwer therapierbarer Infektionen spielen.
Erste Versuche im Mausmodell
Noch befindet sich die Forschung allerdings in einem frühen Stadium. In präklinischen Versuchen mit Mäusen wurde zwar eine akzeptable Verträglichkeit festgestellt, die Wirksamkeit in ersten Infektionsmodellen blieb jedoch hinter den Erwartungen zurück. Die Forschenden vermuten, dass sich der Wirkstoff im Blutplasma zu schnell abbaut und deshalb keine ausreichend hohe Konzentration im Körper erreicht.
Nach Einschätzung des Forschungsteams spricht jedoch vieles dafür, dass die begrenzte Wirksamkeit auf ungünstige pharmakologische Eigenschaften und nicht auf eine grundsätzliche Inaktivität des Wirkstoffs zurückzuführen ist. Durch weitere Forschungsarbeiten könnten diese Eigenschaften gezielt verbessert werden.
Die Entdeckung von Manikomycin unterstreicht nach Ansicht der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, dass selbst bereits intensiv untersuchte Mikroorganismen weiterhin ein großes Potenzial für die Entwicklung neuartiger Antibiotika besitzen. Angesichts der weltweit zunehmenden Antibiotikaresistenzen könnte dies ein wichtiger Ansatz für die Entwicklung zukünftiger Medikamente sein.


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