GKV-Patienten warten insgesamt 42 Tage auf Facharzttermine
In ihrer Kleinen Anfrage (Drucksache 21/3432 vom 23. Dezember 2025) wollte die Fraktion Die Linke Angaben zur „Umsetzung der Ziele des Terminservice- und Versorgungsgesetzes und die Arbeit des Patientenservice 116117“. Die Antwort des Bundesgesundheitsministeriums (BMG) (Drucksache 21/3858 vom 28. Januar 2026) offenbarte dabei eine gestiegene Wartezeit für Facharzttermine: Seit 2019 hat diese sich im Durchschnitt um neun Tage verlängert – von 33 Tagen im Jahr auf 42 Tage im Jahr 2024. Die Angaben beziehen sich auf Versicherte der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV), die mindestens einen Tag auf Facharzttermine gewartet haben.
Offene Sprechstunden treiben Kosten
Parallel sind die jährlichen Mehrausgaben der GKV für extrabudgetär vergütete Leistungen stark gestiegen. Im Besonderen die offenen Sprechstunden bei Ärzten haben sich demzufolge zu einem erheblichen Kostenfaktor entwickelt. So belief sich die extrabudgetäre Vergütung für Leistungen im Rahmen offener Sprechstunden 2023 auf rund 814 Millionen Euro. Im Jahr zuvor waren es noch 547 Millionen Euro, 2020 nur rund 291 Millionen Euro. Bestimmte Ärzte müssen dabei mindestens fünf Stunden pro Woche als offene Sprechstunden ohne vorherige Terminvereinbarung anbieten. Dafür erhalten sie eine extrabudgetäre Vergütung. Ziel war einen besseren Zugang zur ärztlichen Versorgung für GKV-Versicherte zu erreichen.
Vermittlungsquote der Terminservicestellen bei 97 Prozent
Eine schnellere Vermittlung von Arztterminen sollen hingegen Terminservicestellen ermöglichen, wie die Rufnummer des ärztlichen Notdienstes 116117. Laut BMG wurden im Jahr 2024 von etwa 1,645 Millionen Terminbuchungen bundesweit knapp 1,603 Millionen fristgerecht vermittelt. Das ergab eine Quote von 97 Prozent, wie Zahlen der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) zeigen. Die Servicestellen sollen Versicherten binnen einer Woche einen Arzttermin zur Behandlung vermitteln. Insgesamt soll die Wartezeit auf den Termin nicht über vier Wochen liegen. Im Jahr 2024 lag die durchschnittliche Vermittlungsdauer bei elf Tagen und damit einen Tag weniger als im Jahr zuvor.
„Die Regelungen für eine bessere Versorgung und schnellere Termine sind ein Rohrkrepierer. Sie kosten die gesetzlich Versicherten mehr Geld bei schlechterer Leistung“, kommentiert Julia-Christina Stange, Sprecherin für ambulante Versorgung, die Rückmeldung des BMG. Der Fehler liege im System, das Ärzte zu Kleinunternehmern mache, das Kooperation verhindere „… und das alles in der Selbstaufsicht der Ärzteschaft belässt.“


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