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Versicherte beklagen zu lange Wartezeiten für Facharzttermine

GKV-Spitzenverband für tagesaktuelles Onlineportal zur Terminvergabe

ao
Politik
Ein Drittel der gesetzlich Versicherten ist mit Wartezeiten auf einen Facharzttermin unzufrieden. Das ergab eine repräsentative Befragung im Auftrag des GKV-Spitzenverbands, der ein tagesaktuelles Onlineportal zur Terminvergabe vorschlägt.

Der Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) informierte heute über die Ergebnisse der Befragung. Demnach empfinden 51 Prozent der gesetzlich Versicherten die Wartezeiten auf einen Hausarzttermin als „genau meinen Wünschen entsprechend“, 35 Prozent als „noch akzeptabel“; lediglich 14 Prozent sind demnach zufrieden. Bei der Fachärzteschaft empfinden hingegen 30 Prozent der Versicherten die Wartezeiten als „zu lang“ oder „viel zu lang“.

Ein Viertel wartet länger als 30 Tage auf einen Facharzttermin

Der Befragung zufolge warten 25 Prozent der Patienten länger als 30 Tage auf einen Termin in der Facharztpraxis. Jeder Zweite kann innerhalb von zehn Tagen die Fachärztin oder den Facharzt sprechen. Ein Drittel (30 Prozent) der befragten Versicherten gab an, dass es „schwierig“ beziehungsweise „sehr schwierig“ war, einen Termin bei einem Facharzt zu erhalten; bei den Befragten mit einem schlechten Gesundheitszustand waren es sogar 35 Prozent. 

In Hausarztpraxen warten laut der Befragung hingegen nur 25 Prozent der Patienten länger als drei Tage, ein Viertel der Patienten suchen die Hausarztpraxis ohne Termin direkt auf.

Das Interesse an der Onlineterminvergabe nimmt zu

Die Befragung ergab auch, dass das Interesse der Patienten an einer Onlineterminvergabe zugenommen hat. So gab die Hälfte (50 Prozent) der Befragten an, dass sie eine Terminvergabe online oder über eine App als „sehr wichtig“ oder „wichtig“ ansehen; im Jahr 2022 waren es lediglich 31 Prozent. Der überwiegende Teil der Patientinnen und Patienten vereinbart Arzttermine laut der Befragung jedoch immer noch persönlich oder telefonisch. Bei Hausärzten sind das 59 Prozent, bei Fachärzten sogar 65 Prozent.

„Um die Terminvergabe effizienter zu machen, schlagen wir eine gesetzliche Regelung für ein tagesaktuelles Onlineportal vor: Hier würden alle Arztpraxen einen festzulegenden Anteil ihrer GKV-Termine zur Verfügung stellen“, sagte Stoff-Ahnis, stellvertretende Vorstandsvorsitzende beim GKV-Spitzenverband. Sie forderte zudem, dass bei der Terminvergabe nicht mehr danach gefragt werden dürfe, ob jemand gesetzlich oder privat versichert sei.

Stoff-Ahnis sieht insbesondere bei den Wartezeiten auf Facharzttermine „dringenden Handlungsbedarf“ und verweist auf Vorschläge des GKV-Spitzenverbands für eine patientenorientierte Koordination in der ambulanten Versorgung. Diese soll etwa durch eine standardisierte digitale Ersteinschätzung verbessert werden. Zudem plädiert der GKV-Spitzenverband dafür, den Zugang zur medizinischen Versorgung stärker zu steuern und medizinisch nicht erforderliche Praxiskontakte zu reduzieren.

Befragt wurden 3.520 GKV-Versicherte im Alter von 18 bis 80 Jahren im Zeitraum vom 21. Februar bis 25. März 2025 über ein Onlinepanel. Die Erhebung ist repräsentativ.

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