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Liste des GKV-Spitzenverbands

Fast die Hälfte der Krankenkassen erhöhen Zusatzbeitrag

LL
Politik
42 der insgesamt 93 gesetzlichen Krankenkassen haben zum Jahreswechsel erneut ihre Zusatzbeiträge angehoben. Im Durchschnitt stiegen diese um 0,23 Prozentpunkte von 2,9 auf 3,13 Prozent. Das zeigen die aktuellen Zahlen des GKV-Spitzenverbands.

Knapp die Hälfte der gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland haben ab dem 1. Januar 2026 die Beiträge erhöht, darunter die großen Kassen wie die Techniker Krankenkasse (TK) um +0,24 auf 2,69 Prozent und die DAK-Gesundheit mit +0,4 auf 3,2 Prozent. Die Erhöhungen der Kassen fielen unterschiedlich stark aus und liegen zwischen 0,2 und 1,1 Prozent. Im Durchschnitt stieg der sogenannte Zusatzbeitrag, den die Kassen selbst erheben können, um 0,23 Prozentpunkte von 2,9 auf 3,13 Prozent des beitragspflichtigen Einkommens. Den Versicherten bleibt damit etwas weniger Netto vom Brutto-Gehalt und auch die Arbeitgeber, die die Hälfte der Beiträge aufbringen, haben mehr Kosten.

Grund für die Beitragserhöhungen sind die massiv gestiegenen Ausgaben im Gesundheitssystem. Vollständige Zahlen für das Jahr 2025 liegen derzeit zwar noch nicht vor, die Gesamtausgaben der Krankenkassen taxiert der GKV-Spitzenverband kurz vor dem Jahreswechsel auf rund 347 Milliarden Euro, Tendenz weiter stark steigend. Im neuen Jahr wird mit einem Anstieg auf insgesamt 370 Milliarden Euro im Gesundheitswesen gerechnet, so die Meldung des Verbands.

Ausgaben für Kliniken und Medikamente sind stärkste Kostentreiber

Konkret treiben diese Aspekte die Kosten für das deutsche Gesundheitswesen hoch: Zum einen wird die Bevölkerung älter und behandlungsbedürftiger, Medikamente und neue Behandlungsmethoden sind kostenintensiver, zudem steigen auch im Gesundheitswesen die Gehälter sowie Energie- und Materialkosten. Zum anderen hat Deutschland eine teure Kliniklandschaft mit vielen Krankenhäusern. Weiter wird über unnötige Behandlungen oder eine „Überversorgung“ diskutiert.

Die Bundesregierung hat für 2026 Reformen angekündigt, um die Finanzen im Gesundheitswesen zu stabilisieren. Dafür soll eine Expertenkommission bis März Vorschläge vorlegen. Sämtliche Einnahmen und Ausgaben müssten auf den Prüfstand, hatte Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) angekündigt. Ziel sei auch, dass der in der Vergangenheit jährlich Anstieg der Beiträge nicht selbstverständlich wird.

In den letzten Jahren entwickelte sich der durchschnittliche Zusatzbeitrag wie folgt:

  • 2026 auf 2,9 Prozent

  • 2025 auf 2,5 Prozent

  • 2024 auf 1,7 Prozent

  • 2023 auf 1,6 Prozent

  • 2022 auf 1,3 Prozent

  • 2021 auf 1,3 Prozent

  • 2020 auf 1,1 Prozent

Der Zusatzbeitrag kommt zum feststehenden und für alle gültigen Krankenkassenbeitragssatz von 14,6 Prozent hinzu und soll unter anderem auch den Wettbewerb zwischen den Kassen fördern. Bei einer Erhöhung haben Versicherte ein Sonderkündigungsrecht und können zu einer günstigeren Kasse wechseln. Die Erhöhungen belasten auch die Arbeitgeber, weil sie die Hälfte der Krankenkassenbeiträge zahlen.

Das betrifft auch den Beitrag zur Pflegeversicherung, der auch in diesem Jahr um 0,2 Prozentpunkte erhöht wurde. Die Pflegeversicherung ist zum 1. Januar 2026 um 0,2 Prozentpunkte auf 3,6 Prozent des Bruttoeinkommens angehoben worden, um die gestiegenen Ausgaben durch den demografischen Wandel zu decken.

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