Großes Interesse an alter Füllungstechnik

Greifswalder Kurs zur Goldhämmerfüllung komplett ausgebucht

br
Zahnmedizin
Das Interesse am Erlernen der alten Füllungstechnik ist ungebrochen. Die Nachfrage nach dem jüngsten Kurs an der Universitätsmedizin Greifswald war so groß, dass nicht alle Interessenten berücksichtigt werden konnten.

Es sind die Argumente von Biokompatibilität, Langlebigkeit und Nachhaltigkeit, die viele Interessentinnen und Interessenten auf die alte Füllungstechnik des Goldhämmerns aufmerksam gemacht haben, berichtet Dr. Heike Steffen, Oberärztin in der Poliklinik für Zahnerhaltung, Parodontologie und Endodontologie der Universitätsmedizin Greifswald und Initiatorin der Goldhämmerkurse am ZZMK. Von einem Trend will sie noch nicht sprechen, aber das Interesse am Erlernen der Füllungstechnik sei ungebrochen groß – beim jüngsten Kurs musste man einigen Interessenten sogar abgesagen.

Die meisten Teilnehmer hatten Gold direkt im Zahn noch nie verarbeitet

Insgesamt 20 Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren beim dreitägigen Kurs vom 17. bis 19. Juli 2025 dabei. Darunter fanden sich sowohl Studentinnen und Studenten als auch praktizierende Zahnärztinnen und Zahnärzte, wobei die meisten Teilnehmer Gold direkt im Zahn noch nie verarbeitet hatten.

Als Referent und Instructor war Dr. David Thorburn, Past-Präsident der American Academy of Gold Foil Operators (AAGFO) eingeladen. Er scheute den weiten Weg von Vancouver nach Greifswald nicht, um die angereisten Kursteilnehmer in der Technik der Goldhämmerfüllung zu unterrichten. Als Zuhörer mit dabei war auch der ehemalige Direktor der Klinik für Zahnerhaltung, Parodontologie und Endodontologie des ZZMK der Universitätsmedizin Greifswald, Prof. Dr. Dr. Georg Meyer: er war es, der diese Technik aus Göttingen mit nach Greifswald brachte und an die damals jungen Assistenzzahnärztinnen und -zahnärzte weitergab, die dann diese Technik weiter entwickelten.

Programm mit vielen praktischen Übungen

Das dreitägige Programm startete am Tag 1 mit einer Einführung zu den Grundlagen der Goldhämmerfüllungstechnik durch Dr. David Thorburn. Die zwei weiteren Tage waren den praktischen Übungen vorbehalten. Nach einer Step-by-Step-Präsentation und der Demonstration einer bukkalen Füllung am Phantomkopf ging es an die Arbeit. Die Teilnehmer konnten sich unter Anleitung in die Präparation, Verarbeitung und Politur des Goldes einarbeiten. Jede Füllung wurde fotografiert, um diese dann im Hörsaal anonym auszuwerten und Tipps zur Verbesserung zu geben. Dabei konnten Arbeiten unterschiedlicher Schwierigkeitsgrade parallel betreut werden, wovon nicht nur Anfänger, sondern auch die fortgeschritteneren Teilnehmer profitierten. Sie hatten ausreichend Zeit, um ausgedehntere Zahnhalsfüllungen explizit unter professioneller Anleitung am Phantom zu üben.

Weitere Kurse sind geplant

Die Kurse werden durch den Verein zur Förderung der Zahnerhaltung in Greifswald e.V. durchgeführt – federführend ist Oberärztin Dr. Heike Steffen. Interessenten können sich bei ihr per eMail für die Teilnahme an einem Kurs vormerken lassen: hsteffen@uni-greifswald.de.

Zur Goldhämmerfüllung

Die Goldhämmerfüllung ist eine einzeitige Versorgung, bei der hochreines Gold direkt in die speziell präparierte Kavität des Zahns verdichtet wird. Aufgrund der einzigartigen Materialeigenschaften ist es bis heute eine sehr gute Möglichkeit, um zum Beispiel kleine nichtokklusionstragende Primär- und Zahnhalsdefekte zu versorgen. Die Technik verzeiht keine Präparations- oder Verarbeitungsfehler, aber bei richtigem Vorgehen ist die Lebensdauer der Füllung unbegrenzt.

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Der praktisch nicht vorhandene Randspalt ist einer der großen Vorteile der Goldhämmerfüllung. Im Bild: Randschluss unter dem Rasterelektronenmikroskop bei 1.500-facher Vergrößerung: helle Fläche = Füllung. Die Krümel sind Reste von Polierpaste.

Die Indikationsgebiete überschneiden sich mit denen von Komposit, so dass aus ökonomischen oder ästhetischen Gründen heute häufiger Komposit als Restaurationsmaterial gewählt wird. Allerdings ist Gold in Bezug auf die Biokompatibilität definitiv überlegen. Daher hat e sich einen Platz im Bereich der Füllungswerkstoffe verdient und sollte den Patientinnen und Patienten auch künftig als ein biokompatibles und lang haltbares Material angeboten werden.

Dr. Heike Steffen, Poliklinik für Zahnerhaltung, Parodontologie und Endodontologie an der Universitätsmedizin Greifswald

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