Griechenland verbietet Social-Media-Nutzung für unter 15-Jährige
Die Regierungsmehrheit brachte das Verbot am 23. Oktober durch das Parlament in Athen, wie die griechische Nachrichtenagentur ANA berichtete. Dem Votum war eine hitzige Debatte vorausgegangen.
Dimitris Papastergiou, Minister für digitale Regierungsführung und Künstliche Intelligenz, verteidigte den Schritt als notwendige, wirksame und verhältnismäßige Maßnahme. „Es wäre heute sehr einfach, überhaupt nichts zu tun und auf das perfekte europäische Gesetz zu warten", sagte er. Es sei aber notwendig, schon jetzt eine Botschaft zu senden. Die unkontrollierte Internetnutzung, die Kinder abhängig mache und ihrer psychischen Gesundheit schaden könne, dürfe nicht weitergehen, betonte der Minister.
Plattformen sollen Alter der Nutzer überprüfen
Das Gesetz verpflichtet Plattformen, künftig das Alter ihrer Nutzer zu überprüfen. Dabei soll unter anderem die App „Kids Wallet“ helfen, die vom griechischen Ministerium für digitale Regierungsführung entwickelt wurde.
Die Regierungs-App für Smartphones soll Eltern dabei unterstützen, ihre Kinder im Internet zu schützen. Dazu verknüpfen sie die App mit den Daten ihres Kindes. Bei einer Altersprüfung kann dann digital bestätigt werden, ob die Altersgrenze erreicht ist, ohne dass die Plattform sämtliche persönlichen Daten des Kindes erhält. Über die App können Eltern zudem aktive oder gesperrte Apps verwalten und Nutzungszeiten festlegen sowie Statistiken zur Bildschirmzeit verfolgen.
Vergangenes Jahr war Australien weltweit das erste Land, das ein Social-Media-Verbot für Kinder und Jugendliche einführte. Dort sind zahlreiche Online-Netzwerke erst ab 16 Jahren erlaubt.
Für eine EU-weite Lösung zum Schutz Minderjähriger im Internet hatte die EU-Kommission im September den EU Kids Act vorgelegt. Er sieht ein Social-Media-Verbot für unter 13-Jährige und eigene Konten erst ab 15 Jahren vor. Über den Vorschlag beraten derzeit das EU-Parlament und die Mitgliedstaaten.
Bis die EU-Regelungen greifen, soll es auch in Deutschland eigene Beschränkungen geben. Zuletzt hatte das Bundeskabinett eine Reihe von Maßnahmen für den Schutz von Kindern und Jugendlichen im Internet beschlossen.


169
169
169

