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FDA-Zulassung von Hepcludex

Heidelberger Medikament revolutioniert Hepatitis D-Therapie

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Medizin
Das in Heidelberg entwickelte Hepatitis-Medikament Hepcludex (Bulevirtide) revolutioniert die Hepatitis D-Therapie weltweit. Nach der Zulassung in Europa kommt das Medikament jetzt auch in den USA auf den Markt.

Mit der FDA-Zulassung von Hepcludex (Bulevirtide) erreicht eine an der Medizinischen Fakultät Heidelberg der Universität Heidelberg, am Universitätsklinikum Heidelberg und im Deutschen Zentrum für Infektionsforschung (DZIF) entwickelte Therapie gegen chronische Hepatitis D nun auch den weltweit wichtigsten Arzneimittelmarkt.

Die US-amerikanische Arzneimittelbehörde Food and Drug Administration (FDA) hat Hepcludex (Bulevirtide) zur Behandlung chronischer Hepatitis-D-Infektionen zugelassen. Der Wirkstoff wurde maßgeblich von dem Heidelberger Virologen Stephan Urban, Professor für „Translationale Virologie“ an der Medizinischen Fakultät Heidelberg der Universität Heidelberg und Wissenschaftler am Deutschen Zentrum für Infektionsforschung (DZIF), entwickelt und auf den Weg gebracht.

Hepcludex war 2020 als weltweit erstes Medikament gegen Hepatitis D in Europa zugelassen worden. Schätzungen zufolge leben weltweit mehr als zwölf Millionen Menschen mit chronischer Hepatitis D. Diese aggressive Form der viralen Hepatitis verursacht häufig Leberzirrhose und Leberkrebs.

Erste Untersuchungen fanden an Peking-Enten statt

Der FDA-Zulassung gingen rund 30 Jahre Forschungsarbeit voraus. Als Grundlagenforscher wollte Urban zunächst die Mechanismen von Hepatitis-B- und Hepatitis-D-Virus verstehen, die diese Viren so zielgerichtet in die Leber dirigieren. Da geeignete menschliche Zellkultursysteme damals noch nicht zur Verfügung standen, erfolgten erste Untersuchungen an einem verwandten Hepatitisvirus in Peking-Enten.

Gemeinsam mit seinem Team gelang es Urban schließlich, die Eintrittspforte des Virus an den Leberzellen mit einem Proteinfragment aus der Virushülle zu blockieren und damit die Infektion der Leberzellen zu verhindern. Dieses Konzept konnte dann in jahrelanger Arbeit auf das menschliche Hepatitisvirus übertragen werden.

Warum dringen Hepatitisviren ausschließlich in Leberzellen ein?

Ursprünglich stand dabei nicht die Entwicklung eines Medikaments im Vordergrund, sondern die Frage, warum Hepatitisviren ausschließlich in Leberzellen eindringen. Aus diesen Arbeiten entstand jedoch das Konzept eines sogenannten „Entry Inhibitors“, der die Eintrittspforte für die Hepatitisviren verschließt.

Das DZIF erkannte das Potenzial des Wirkstoffkandidaten und unterstützte die translationale Weiterentwicklung bis zur klinischen Anwendung. Sie gilt als Beispiel für die erfolgreiche Zusammenarbeit akademischer Forschung und öffentlicher Förderung mit dem Ziel translationaler Entwicklung.

Bereits in der präklinischen Phase erkannte das Biotech-Unternehmen MYR Pharmaceuticals das Potenzial der Substanz, sicherte sich die exklusiven Lizenzrechte und übernahm ab Phase II die klinische Entwicklung des Wirkstoffs. Nach der EU-Zulassung übernahm der Pharmakonzern Gilead die weltweite Vermarktung. Mit der FDA-Zulassung erreicht die Therapie nun seinen finalen Meilenstein, um weltweit gegen eine sonst tödlich verlaufende Infektionskrankheit eingesetzt werden zu können.

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