Schwimmer Jan-Philip Glania eröffnet eigene Praxis

Olympionike wechselt in die Niederlassung

mg
Gesellschaft
Bei seiner dritten Olympiade wollte es Jan-Philip Glania unbedingt auf's Treppchen schaffen. Doch Dank Corona startete der frisch approbierte Zahnarzt in die Anstellung. Jetzt eröffnete er seine eigene Praxis.

Der Plan an die Niederlassung sei schon immer in seinem Hinterkopf gewesen, erklärt der 35-Jährige gegenüber den zm. Von der finalen Entscheidung bis zur Eröffnung hat es darum nur ein dreiviertel Jahr gedauert. Glania übernimmt im Mittelhessischen Angersbach eine 160-Quadratmeter-Praxis mit sieben ZFA und drei Behandlungszimmern.

Trotz des Studiums in Frankfurt am Main habe er sich „eine gewisse Affinität für den ländlichen Raum“ immer erhalten. „Ich bin nicht so der Großstadt-Typ“ und das Praxisangebot darum ideal gewesen, erklärt er. „Es ist eine familiäre Praxis, das hat mir echt gefallen. Es passt auch gut mit meiner Vorgängerin Kathrin Sendler, die weiterhin mit in der Praxis tätig sein wird.“

Nach vier Jahren als angestellter Zahnarzt wirkt die Übernahme heute wie die ganz natürliche Fortsetzung seiner beruflichen Laufbahn. Die begann 2020 etwas abrupt, als die Corona-Pandemie dazu führte, dass die Olympischen Sommerspiele um ein Jahr verschoben wurden – ein Riesenproblem für alle Athleten, die auf den Punkt genau in Topform waren. „Das alles warf riesige Fragezeichen auf, am Ende fand ich, dass zu viele Unwägbarkeiten dabei waren. Mir ist das Training total schwergefallen, es gab zu viele Zweifel und es wurde immer schwieriger, mich selbst zu motivieren“, sagte er damals den zm – und beendete ohne eine weitere Olympia-Teilnahme früher als geplant seine sportliche Karriere.

Tag 1 heißt: Ein bisschen behandeln – und die TI in den Griff kriegen

„Ich hatte mich darauf gefreut, nach Tokio als Zahnarzt anfangen zu können“, sagt der deutsche Rekordhalter über 200 Meter Rücken. Sein größter sportlicher Erfolg war Staffel-Bronze bei der WM 2015, sein Traum war ein Einzelfinale in Tokio. 2012 schaffte er bei den Olympischen Spielen in London über 200 Meter Rücken den 10. Platz, 2016 in Rio de Janeiro einen 7., 9. und 12. Platz.

Während die nächste Generation der deutschen Schwimmelite bei den Sommerspielen in Paris startet, bohrt Glania in der hessischen Provinz, und stellt sich damit neuen Herausforderungen: Am ersten Praxistag habe er zwar auch „ein bisschen behandelt“, erklärt er, vor allem aber Zeit in die neue Praxisverwaltungssoftware investiert und darin, dass „mit der gematik alles rund läuft“. Wenn er von jetzt an zum Bohrer greift, tut er dies in seiner eigenen Praxis, deren Anschrift passender nicht sein könnte – sie lautet „Am Schwimmbad 1a“.

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