Immer mehr Kinder sind bereits zur Einschulung übergewichtig
Das Robert Koch-Institut (RKI) wertet weit über vier Millionen Daten der verbindlichen Schuleingangsuntersuchungen (SEU) aus. Aus den SEU der Länder liegen Messdaten zu Körpergröße und -gewicht von Kindern im Vorschulalter vor, die zur Errechnung der Übergewichts- und Adipositasprävalenzen zur Verfügung stehen. Die Ergebnisse der Analyse wurden kürzlich im Journal of Health Monitoring veröffentlicht.
Für das Projekt „AdiRaum 2.0“ wurden SEU-Daten der Einschulungsjahre 2006 bis 2024 zu Übergewicht und Adipositas aus 13 Bundesländern (sofern verfügbar) zusammengeführt. Exemplarisch wurden die Übergewichts- und Adipositasprävalenzen für das Einschulungsjahr 2019 mit Indikatoren der Siedlungsstruktur und der sozioökonomischen Deprivation verknüpft.
Prävalenz steigt mit sinkendem sozioökonomischen Status
Die Daten von 4.269.299 Kindern im Alter von vier bis sieben Jahren wurden zusammengefügt. Deren Auswertung zeigt: Die Prävalenz von Übergewicht, inklusive Adipositas, lag im Zeitraum der Datenerhebung zwischen 8,6 Prozent und 13,4 Prozent, die Adipositasprävalenz zwischen 3,7 Prozent und 5,9 Prozent. Somit war etwa jedes zehnte Kind übergewichtig, rund vier Prozent adipös. Von Übergewicht waren Jungen und Mädchen etwa gleich häufig betroffen, bei Adipositas waren es mehr Jungen.
Die Analysen bestätigen auch, dass hohe sozioökonomische Benachteiligung bereits im Kindesalter ein zentraler Risikofaktor für Übergewicht und Adipositas ist, schreibt das RKI zur Studie. Daher sollte Prävention gerade hinsichtlich gesundheitlicher Ungleichheit im Kindesalter in den Blick genommen werden, um Übergewicht zu reduzieren.
Kühnelt C, Starker A, Augel N, Dilger C, Morlock G, Mühlenbruch K, et al. Sozialräumliche Unterschiede von Übergewicht und Adipositas im Vorschulalter: Ein Überblick mit Daten der Schuleingangsuntersuchung. J Health Monit. 2026;11:12. doi: 10.25646/14232






