Jetzt ist das tägliche Zähneputzen in Berliner Kitas Pflicht
Besonders hervorzuheben sei die nun ausdrücklich festgeschriebene Regelung, dass Händewaschen und Zähneputzen in Kindertageseinrichtungen „angeleitete und gemeinsame, täglich durchzuführende Routinen“ sind.
Damit werde die tägliche Zahnpflege als fester Bestandteil des pädagogischen Alltags verankert und ihre Bedeutung für die gesunde Entwicklung von Kindern deutlich unterstrichen, betont die Landesarbeitsgemeinschaft Berlin zur Verhütung von Zahnerkrankungen (Gruppenprophylaxe) e.V., kurz LAG Berlin.
Mit dieser Formulierung greift das Berliner Bildungsprogramm zugleich eine zentrale Zielsetzung der Zielematrix „Mund- und Zahngesundheit“ der Berliner Landesgesundheitskonferenz auf. Bereits im Jahr 2022 hatte jene die Präzisierung des Bildungsprogramms um den Passus des täglichen, gemeinsamen und angeleiteten Zähneputzens als gesundheitspolitisches Ziel beschlossen.
Kariesprävention nach DAJ-Empfehlungen
Von besonderer Bedeutung sei zudem der ausdrückliche Verweis auf die fachlichen Empfehlungen der Deutschen Arbeitsgemeinschaft für Jugendzahnpflege (DAJ) zur frühkindlichen Kariesprävention. Die zugrunde liegende wissenschaftliche Expertise fasst den aktuellen Kenntnisstand zur Vorbeugung von Karies im Kindesalter zusammen und empfiehlt unter anderem das tägliche gemeinsame Zähneputzen mit fluoridhaltiger Zahnpasta in Kindertageseinrichtungen.
„Damit wird die praktische Umsetzung der Zahnpflege in den Kitas unmittelbar mit bundesweit anerkannten fachlichen Standards verknüpft“, betont die LAG Berlin.
Gemeinsames Zähneputzen wird Bildungsauftrag
Die Veröffentlichung des neuen Berliner Bildungsprogramms ergänzt die bereits erfolgte Änderung des § 9 Abs. 4 Kindertagesförderungsgesetz (KitaFöG), durch die die tägliche Zahnpflege verbindlich im Kita-Alltag verankert wurde. Gesetzliche Vorgaben, Berliner Bildungsprogramm und die Beschlüsse der Landesgesundheitskonferenz weisen damit erstmals in gleicher Weise auf die Bedeutung des täglichen gemeinsamen und angeleiteten Zähneputzens hin.
Die Verankerung der Mundgesundheit im Bildungsprogramm ist das Ergebnis eines langjährigen Engagements zahlreicher Akteure der Gesundheitsförderung: Gemeinsam mit ihren Partnern aus Krankenkassen, Zahnärztekammer und dem Land Berlin hat sich die LAG Berlin in den vergangenen Jahren für eine stärkere Berücksichtigung der Mundgesundheit in Bildungseinrichtungen eingesetzt.
Fachlich begleitet wurde der Überarbeitungsprozess insbesondere durch die Zahnärztlichen Dienste der Berliner Bezirke, die umfangreiche Beiträge zum Themenfeld Zahn- und Mundgesundheit eingebracht haben.
Darüber hinaus mache das Bildungsprogramm deutlich, dass Gesundheitsförderung vor allem durch verlässliche Alltagsroutinen gelingt. Das tägliche Zähneputzen wird ausdrücklich als Bestandteil der Körperhygiene und der Gesundheitsbildung beschrieben. Pädagogische Fachkräfte sollen Kinder entsprechend ihres Entwicklungsstandes begleiten und die täglichen Routinen als Lern-, Gesprächs- und Bildungssituationen nutzen.
Die LAG Berlin begrüßt diese Entwicklung ausdrücklich. Die neue Verankerung der Mundgesundheit im Berliner Bildungsprogramm schaffe eine wichtige Grundlage, um allen Kindern – unabhängig von ihrer sozialen Herkunft – gleiche Chancen auf eine gute Mundgesundheit zu ermöglichen und gesundheitliche Ungleichheiten weiter abzubauen.


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