Mehr als 24.000 Euro für Witwen und Waisen in Kenia
Die Mittel stammen aus Gutscheinverkäufen sowie zweckgebundenen Spenden und kamen vollständig den Witwen, ihren Familien und besonders bedürftigen Waisenkindern zugute. Die mittlerweile zum zehnten Mal durchgeführte Weihnachtsaktion übertraf damit alle bisherigen Ergebnisse. „Es wurden mehr Spenden gesammelt und mehr Witwen erreicht als je zuvor“, berichtet Katharina Weiland-Zejewski, Leiterin des DfA-Witwenprojekts. „Für die Frauen ist die Tombola das Highlight des Jahres. Jede hofft auf ihren ganz persönlichen Gewinn – sei es eine Ziege als Basis für wirtschaftliche Unabhängigkeit oder eine Decke für die kalten Nächte.“
Ausgegeben wurden 175 Hühnerpaare, 106 Ziegen, 115 Baumsetzlinge sowie 100 Pakete mit Samen und Dünger, außerdem Lebensmittelboxen, Mais, Öl, Zucker und erstmals auch 73 Decken. Viele der sogenannten „most needys“ leben in einfachen Wellblechhütten, oft ohne Schutz vor Regen und Kälte. Eine Decke bedeutet nicht nur Wärme, sondern auch Würde und Geborgenheit. Die Freude über diese neuen Gutscheine war entsprechend groß.
Saatgut und Dünger ermöglichen es, Felder für eine komplette Pflanzperiode zu bestellen. Bei guter Ernte können mehrere Säcke Mais erwirtschaftet werden – ausreichend, um beispielsweise Schulgebühren zu bezahlen. Ziegen liefern Milch sowie Nachwuchs oder dienen als Absicherung für kleine Kredite.
Die psychosoziale Beratung bleibt kostenfrei
Zum ersten Mal wurde auch der Counselling-Service der Witwenkooperative unterstützt. Zehn Gutscheine finanzierten anteilig die Gehälter der vier professionell ausgebildeten Beraterinnen für insgesamt zweieinhalb Monate. Dadurch bleibt die psychosoziale Beratung für hilfesuchende Witwen und junge Mütter weiterhin kostenfrei. „Sachspenden sind essenziell, doch ebenso wichtig ist es, Raum für Gespräche und seelische Unterstützung zu schaffen“, betont Projektleiterin Katharina Weiland-Zejewski.
Neben den Witwen profitieren auch Waisenkinder aus dem DfA-Patenschaftsprojekt. Bereitgestellt wurden Schulbücher, Schulranzen, Schuhe, Schuluniformen, Matratzen sowie Hygieneartikel. Diese Sachspenden werden gezielt an die bedürftigsten Kinder ausgegeben – in den kommenden Schulferien, wenn sie aus den Internaten nach Nyabondo zurückkehren.
„Niemand kümmert sich hier in Kenia um uns Witwen – außer den zahlreichen Spendern“, sagt Rhoda Ogada, Managerin der Witwenkooperative in Nyabondo. „Sie schenken uns Hoffnung und Würde.“ Eine der Witwen, die eine Decke gewonnen hat, brachte ihre Freude zum Ausdruck: „Gott hat mich gesehen, wie ich jahrzehntelang ohne Decken geschlafen habe.“
Ein Teil der zweckgebundenen Spendengelder ist noch verfügbar und wird im Rahmen einer kleinen Ostertombola ebenfalls an die Witwen ausgegeben.
Dentists for Africa e. V. (DfA) initiiert und betreut seit 1999 soziale und zahnärztliche Projekte in Kenia mit dem Ziel, die Lebensbedingungen der lokalen Bevölkerung nachhaltig zu verbessern. So unterstützt der Verein die Witwenkooperative St. Monica Village, in der sich mehr als 830 Frauen zusammengeschlossen haben, die von der Aids-Pandemie betroffen sind. Sie organisieren Selbsthilfeprojekte und können sich und ihre Kinder so eigenständig versorgen. Im Patenschaftsprojekt für Waisenkinder werden kenianische Jugendliche bis ans Ende ihrer Berufsausbildung begleitet.





