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BZÄK und KZBV zu den Längsschnittergebnissen der DMS • 6

Prävention wirkt im Mund und spart Geld

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Titel
Die vertragszahnärztliche Versorgung demonstriert, wie die Prävention Gesundheit stärkt und Kosten senkt. Das ­betonten die Spitzen der Bundeszahnärztekammer (BZÄK) und der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung (KZBV) bei der Präsentation der Längsschnittergebnisse der 6. Deutschen Mundgesundheitsstudie DMS • 6. Von der Politik forderten sie, die Prävention endlich zum Leitbild gesundheitspolitischen Handelns zu machen.

Mit Blick auf die aktuelle gesundheitspolitische Debatte – insbesondere im Zusammenhang mit der anstehenden Reform der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) – entfalten die neuen Ergebnisse der DMS • 6 aus Sicht der Zahnärzteschaft eine besondere Relevanz.

Der KZBV-Vorstandsvorsitzende Martin Hendges betonte bei der Vorstellung der epidemiologischen Daten in der Bundespressekonferenz: „Ein Blick auf die Ausgabenseite und das Gesundheitsergebnis in der vertragszahnärztlichen Versorgung zeigt deutlich: Prävention wirkt. Nicht nur hinsichtlich der Mundgesundheit, sondern auch finanziell. Die Zahnmedizin ist der einzige relevante Versorgungsbereich, dessen Anteil an den GKV-Leistungsausgaben zuletzt erneut gesunken ist.“

„Anders als dem gesamten Gesundheitssektor immer vorgeworfen wird, stimmt im zahnärztlichen Bereich das Verhältnis vom sogenannten Health Outcome und den eingesetzten Mitteln.“

Martin Hendges, KZBV-Vorstandsvorsitzender


Der zahnärztliche Bereich zeige beispielhaft, wie sich Eigenverantwortung und soziale Absicherung in der GKV verbinden lassen, fügte der KZBV-Chef hinzu: „Daher möchte ich nochmals in aller Deutlichkeit sagen: Anders als dem gesamten Gesundheitssektor immer vorgeworfen wird, stimmt im zahnärztlichen Bereich das Verhältnis vom so genannten Health Outcome und den eingesetzten Mitteln.“

Parodontitis muss möglichst früh behandelt werden

Die durch die Studie belegte völlige Kariesfreiheit bei einem Großteil der Kinder bestätige, wie umfangreich die zahnmedizinischen Präventionsangebote genutzt werden. Im Bereich Parodontitis signalisierten die Ergebnisse allerdings dringenden Handlungsbedarf. So zeige die DMS • 6 deutlich, dass die entscheidende Krankheitsdynamik der Parodontitis bereits im mittleren Erwachsenenalter stattfindet. „Um dieser Volkskrankheit mit schweren Folgen für die Allgemeingesundheit endlich Herr zu werden, muss sie also möglichst früh behandelt werden“, schlussfolgerte der KZBV-Vorsitzende.

Mit der präventionsorientierten Parodontitisbehandlungsstrecke habe die Zahnärzteschaft eine wirksame Therapie vorgelegt, die durch die Budgetierung im Zuge des GKV-Finanzstabilisierungsgesetzes jedoch ausgebremst worden sei, kritisierte Hendges. Er forderte: „Es ist höchste Zeit, dass die Politik Prävention zum Leitbild gesundheitspolitischen Handelns macht. Jegliche Sparmaßnahmen hingegen schränken die Präventionsfähigkeit massiv ein und haben fatale Folgen – sowohl für die Gesundheit unserer Patientinnen und Patienten als auch für die GKV-Finanzen durch hohe Folgekosten.“

Mit der DMS • 6 liege die umfangreichste oralepidemiologische Studie vor, die bisher in Deutschland durchgeführt wurde, hielt Hendges fest. Sie liefere somit eine umfassende Datenbasis für evidenzbasierte Grundsatzentscheidungen in der gesundheitspolitischen Diskussion. „Vor diesem Hintergrund ist es für uns nicht nachvollziehbar, dass die Finanzkommission Gesundheit die Studiendaten hinsichtlich ihres Vorschlags zur Begrenzung von angeblicher Über- und Fehlversorgung in der kieferorthopädischen Versorgung völlig außer Acht gelassen hat!“

Prävention in jungen Jahren reduziert Kosten im Alter

Auch BZÄK-Präsidentin Dr. Romy Ermler hob die erfolgreiche Ausrichtung der Zahnmedizin auf die Vermeidung von Erkrankungen hervor. Es sei wichtig, dass Patientinnen und Patienten die vielfältigen präventiven Angebote weiterhin über den „gesamten Lebensbogen“ in Anspruch nehmen.

Dabei dürfe gesundheitliche Teilhabe nicht von Herkunft oder Bildung abhängen. „Wenn wir Prävention gezielt dort verankern, wo sie bislang kaum ankommt, können wir zukünftig weitere Fortschritte erzielen. Das ist aber ganz klar eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die nicht von der Zahnmedizin allein geleistet werden kann.“

Aus Sicht der BZÄK-Präsidentin ist dafür unter anderem die Fortführung des guten Zusammenspiels der Gruppenprophylaxe in Kita und Schule sowie der Individualprophylaxe in den Zahnarztpraxen entscheidend.

Die brillanten Ergebnisse fallen nicht vom Himmel

Erfreulich sei, dass einzelne Landesregierungen regelmäßige zahnärztliche Untersuchungen in der Kita bereits gesetzlich verankert haben. „Wir wünschen uns, dass andere Bundesländer hier nachziehen“, sagte Ermler.

„Im internationalen Kariesvergleich ist Deutschland Weltklasse. Wer als Kind gesunde Zähne hat, wird mit hoher Wahrscheinlichkeit auch als Senior oder Seniorin noch viele gesunde eigene Zähne haben.“

Dr. Romy Ermler, Präsidentin der BZÄK


Der kontinuierliche Rückgang bei den Karieserkrankungen ist Ermler zufolge beispielhaft: „Im internationalen Kariesvergleich ist Deutschland Weltklasse. Wer als Kind gesunde Zähne hat, wird mit hoher Wahrscheinlichkeit auch als Senior oder Seniorin noch viele gesunde, eigene Zähne haben – bei den heute 73- bis 82-Jährigen haben in den vergangenen knapp zehn Jahren 40 Prozent keinen Zahn verloren. Prävention in jungen Jahren spart also auch Geld im Alter.“

In Richtung Politik wandte sich die BZÄK-Präsidentin mit folgendem Appell: „Die herausragenden Ergebnisse der DMS • 6 fallen nicht vom Himmel. Sie zeigen die Leistungsfähigkeit der Zahnärzteschaft im Bereich der Prävention. Die Zahnärzteschaft hat wirksame Präventionskonzepte entwickelt, die jetzt Früchte tragen. Das war harte Arbeit. Ein Lob der Politik reicht uns in diesem Zusammenhang nicht, wir erwarten echte Wertschätzung.“

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