Viele Testsieger: Sehr gut und sehr günstig
Besonderes Augenmerk legte Ökotest auf einen ausreichenden Fluoridgehalt und mögliche aggressive Schaumbildner, die die Mundschleimhaut reizen können. Während der Inhalt in den meisten Pasten gut bis sehr gut bewertet werden konnte, sehen die Tester Nachholbedarf bei den Verpackungen.
Viele Testsieger: Sehr gut und sehr günstig
Elf Mal vergaben die Ökotester das Gesamturteil „sehr gut“. Im Sortiment nahezu aller großen Discounter (Lidl, Aldi, Penny), Supermärkte (Kaufland, Edeka) und Drogerien (Rossmann, dm, Budni und Müller) gibt es demnach eine sehr gute Kinderzahnpasta.
Zu den Testsiegern gehören „Bevola Junior Zahngel mit Minz-Geschmack“ von Kaufland für 0,25 Euro pro 50 Milliliter, „Dentalux Junior Sweet-Mint“ von Lidl ebenfalls für 0,25 Euro, „Signal Junior Zahnpasta milde Minze“ von Unilever für 1,50 Euro und „Todaydent Junior Zahncreme von Penny“ für 0,25 Euro.
Das einzige zertifizierte Naturkosmetikprodukt „Logodent Junior cool Mint Zahngel“ von Logocos für 1,99 Euro erhielt das Urteil „gut“.
Ein Totalausfall mangels Fluorid
Das einzige Ergebnis „ungenügend“ im Test erhält das Produkt „Karex Junior Zahnpasta ohne Fluorid“ von Dr. Kurt Wolff für 3,84 pro 50 Milliliter. Die Zahncreme enthält kein Fluorid, was die Tester zu der entsprechenden Bewertung veranlasste.
Die „Oral-B Junior Zahnpasta, milder Geschmack“ von Procter & Gamble für 2,63 Euro konnte auch nicht ganz überzeugen und erhält nur ein „ausreichend“. Kritikpunkt war hier das enthaltene aggressive Tensid Natriumlaurylsulfat.
Kein ausreichender Schutz ohne Fluorid
Ökotest orientierte sich bei der Untersuchung am wissenschaftlichen Konsens von fast allen Experten der Zahnmedizin zu Fluorid. „Fluorid ist und bleibt bei richtiger Anwendung das Mittel der Wahl, um den Zahnschmelz zu stärken und die Zähne vor der Entstehung von Karies zu schützen. Das geht bereits aus der S3-Leitlinie hervor“, heißt es dazu im Beitrag zum Test. Zahnpasten ohne das Spurenelement kritisieren die Tester deswegen – so auch die Junior Zahnpasta ohne Fluorid vom Hersteller Dr. Kurt Wolff. Dieses wird mit „wirksamem Kariesschutz ohne Fluorid“ beworben. Den soll der Inhaltsstoff Hydroxylapatit ermöglichen, dem Wolff eine vergleichbare Wirkung wie Fluorid zuschreibt und dazu auch einzelne Studien vorlegte.
Aus der Sicht von Ökotest ist die verfügbare Studienlage zu Hydroxylapatit noch nicht tragfähig genug, um für Kariesschutz nur auf diesen Stoff zu setzen, heißt es als Erklärung. „Für Hydroxylapatit spricht, dass bisher keine gesundheitsgefährdenden Wirkungen bekannt sind. Für eine zahnschützende Wirkung liegen zwar erste Hinweise vor, diese müssten nach unserer Einschätzung jedoch durch eine weitere, breit angelegte Forschung erhärtet werden, bevor von einem gleichwertigen Ersatz für Fluorid ausgegangen werden kann. Deshalb werten wir Zahnpasta ohne Fluorid weiterhin ab“, so die Erklärung.
Aggressiver Schaumbildner kann Mundschleimhaut reizen
Für das Schäumen beim Putzen sind Tenside, Schaumbildner genannt, verantwortlich. Der Schaum unterstützt dabei, die heruntergeputzten Beläge leichter abzutransportieren. Allerdings kritisierten die Tester, wenn Hersteller dafür aggressive Tenside wie Natriumlaurylsulfat einsetzen. In der Inhaltsstoffliste wird dieser meist als Sodium Lauryl Sulfate aufgeführt. „Solche Substanzen können die empfindliche Mundschleimhaut reizen, was für Kinder mit ohnehin durch den Zahnwechsel strapaziertem Zahnfleisch besonders unangenehm sein kann“, argumentieren die Tester.
Nachholbedarf bei den Verpackungen
Während oben genannte Aspekte nur einzelne Produkte betreffen, sehen die Tester Verbesserungspotenzial bei den Verpackungen allen Zahnpasten. Nur zwei Kunststofftuben enthalten Recyclingmaterial, beide aber weniger als 30 Prozent, was dem Mindestanteil entspricht. „Das ist enttäuschend, da ein höherer Rezyklatanteil sowohl technisch als auch unter Sicherheitsaspekten durchaus möglich wäre“, so die Tester. Acht Junior-Zahnpastatuben stecken zudem in einem Umkarton, den wir für unnötig halten. Die Tuben könnten problemlos – wie die übrigen zwölf Produkte – ohne Pappkarton angeboten werden. Wir bewerten beide Aspekte mit jeweils einer Note Abzug unter dem Testergebnis Weitere Mängel.
Für den Test wurden in Drogerien, Supermärkten, bei Discountern und online 20 Junior-Zahnpasten eingekauft, die ab dem Beginn des Zahnwechsels empfohlen werden. Im Labor wurde der Fluoridgehalt bestimmt und mit den deklarierten Werten abgeglichen. Bei allen Zahnpasten lagen die Abweichungen in einem tolerierbaren Bereich. Außerdem wurden die Produkte auf Schwermetalle und andere Elemente geprüft – die Befunde blieben unauffällig. Die Deklarationsprüfung auf weitere bedenkliche Inhaltsstoffe wie Titandioxid, synthetische Polymere oder problematische Konservierungsmittel blieb ohne abwertungsrelevante Auffälligkeiten. Bei sämtlichen Zahnpasten prüfte Ökotest zudem, ob die Anwendung der fluoridhaltigen Junior-Zahnpasten erst ab einem Alter von sechs Jahren empfohlen wird oder ein Hinweis vorhanden ist, dass Kinder bis sechs Jahre nur eine erbsengroße Menge Zahnpasta verwenden sollen. Dabei gab es nichts zu beanstanden. Diesen Hinweis schreibt die Kosmetikverordnung für Zahnpasten mit 1.000 bis 1.500 ppm Fluorid vor. Folgenden Hinweis geben die Tester noch: „Aus rechtlichen Gründen weisen wir darauf hin, dass wir die (von den Herstellern versprochenen) Wirkungen der Produkte – außer bestimmte Wirkversprechen durch entsprechende Studienabfrage – nicht überprüft haben.“







