Vegetarier sollten auf Fleisch-Imitate verzichten
In 71 vergleichbaren Produkten wiesen die pflanzlichen Alternativen zudem 456 weitere Inhaltsstoffe auf. Insgesamt besaßen die Veggie-Produkte mehr Zusatzstoffe, mehr Inhaltsstoffe und mehr E-Nummern als ihre tierischen Pendants.
Ein Team des Institute for Optimum Nutrition in London untersuchte 71 vergleichbare Paare tierischer und pflanzlicher Produkte aus einem britischen Supermarkt, die Ende Oktober 2025 im Sortiment waren.
Die Forschenden ordneten die Produkte anhand verschiedener Faktoren wie Zutaten, Verpackung und Größe einander zu, um eine möglichst genaue Übereinstimmung zu erzielen. So wurden beispielsweise Mandelmilch mit normaler Milch, vegane Brownies mit Brownies auf Milchbasis und pflanzliches Fleisch mit herkömmlichem Fleisch kombiniert. Weitere untersuchte Produkte waren Lasagne, Krautsalat, Pesto, Mayonnaise, Joghurt und Kuchen.
Die verwendete Produktpalette wurde zwar als vegetarisch vermarktet, aber alle Erzeugnisse waren auch vegan. Die Ergebnisse zeigten Folgendes:
Alles in allem enthielten die pflanzlichen Produkten 199 Lebensmittelzusatzstoffe, verglichen mit 100 in den entsprechenden tierischen Produkten. Die pflanzliche Produktpalette bestand aus 1.566 Zutaten. Bei den tierischen Produkten waren es 1.110. Es gab 39 E-Nummern im Bereich pflanzlicher Stoffe und 31 im Bereich tierischer Stoffe. Insgesamt wurden 50 E-Nummern identifiziert, von denen 20 in beiden Gruppen vorkamen.
Die Veggie-Palette bestand aus 1.566 Zutaten
Bei Zusatzstoffen, Zutaten und E-Nummern war der Unterschied zwischen pflanzlichen und tierischen Produkten am deutlichsten bei Milchprodukten, Fleisch- und Fischprodukten und ihren pflanzlichen Alternativen zu erkennen.
„Wir fanden in der Gesamtstichprobe pflanzlicher Produkte etwa doppelt so viele Lebensmittelzusatzstoffe wie in tierischen Produkten: 199 gegenüber 100“, betont Hauptautor Joseph Whittaker, Dozent am ION. „Obwohl wir festgestellt haben, dass pflanzliche Produkte mehr Lebensmittelzusatzstoffe enthalten, bedeutet dies nicht zwangsläufig ein erhöhtes Gesundheitsrisiko", räumt Whittaker aber ein.
"Erstens haben wir nur eine Produktreihe analysiert, weshalb wir keine Verallgemeinerungen auf alle pflanzlichen Produkte treffen können. Zweitens haben wir weder die Menge noch die Konzentration der verwendeten Lebensmittelzusatzstoffe erfasst, noch wie viel oder wie oft diese Produkte konsumiert werden. Daher kennen wir im Wesentlichen nicht das Ausmaß der Belastung durch Lebensmittelzusatzstoffe aus diesen Produkten. Und schließlich entsprechen alle in diesen Produkten verwendeten Lebensmittelzusatzstoffe den britischen Lebensmittelsicherheitsvorschriften.“
Die Studie komme zu einem Zeitpunkt, da pflanzliche Ernährung immer beliebter wird und immer mehr Menschen auf pflanzliche Alternativen zurückgreifen. Gleichzeitig wachse jedoch die Sorge um die Anzahl der Lebensmittelzusatzstoffe. Whittaker: "Viele versuchen außerdem, hochverarbeitete Lebensmittel und deren potenziell negative Auswirkungen auf die Gesundheit zu vermeiden, obwohl unsere Studie sich nicht darauf konzentrierte.“
Die größte Einschränkung der durchgeführten Studie war den Autoren zufolge die begrenzte Anzahl der verwendeten Produkte – sie stammten lediglich aus einem einzigen Supermarktsortiment. Zudem habe man den Verarbeitungsgrad der pflanzlichen Produkte nicht untersucht.
„Anhänger einer pflanzenbasierten Ernährung sollten sich auf vollwertige, von Natur aus pflanzliche Lebensmittel konzentrieren, anstatt Imitate tierischer Lebensmittel zu konsumieren“, raten die Forschenden. "Viele pflanzliche Alternativen enthalten zwangsläufig Lebensmittelzusatzstoffe und raffinierte Zutaten, da Lebensmittel wie pflanzliches Fleisch in der Natur nicht vorkommen.“
Robinson, V. A., Redmayne, E., & Whittaker, J. (2026). Number and type of food additives in plant-based vs animal-based products: an analysis of a UK supermarket range. Food Additives & Contaminants: Part A, 1–14. https://doi.org/10.1080/19440049.2026.2673198


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