„Wir fordern ein Influencer-Werbeverbot für ungesunde Lebensmittel!“
„Social Media ist voll von unseriösen Ernährungsempfehlungen und Werbung für ungesunde Produkte. Ob fragwürdige Nahrungsergänzungsmittel, die als Wundermittel dargestellt werden oder Werbung für einen überzuckerten Energydrink – Influencerinnen und Influencer können das Essverhalten von Menschen beeinflussen. Junge Menschen sind dafür besonders empfänglich. Wir fordern daher ein Influencer-Werbeverbot für ungesunde Lebensmittel“, sagt Ramona Pop, Vorständin des Verbraucherzentrale Bundesverbands.
Social Media dient vielen Menschen als Informationsquelle
Die repräsentative Befragung zeigt: Gut ein Viertel der erwachsenen Deutschen (26 Prozent) nutzt Social Media gezielt, um sich über Ernährung zu informieren. Davon haben mehr als ein Drittel (36 Prozent) mindestens einmal von Influencern beworbene Ernährungsprodukte gekauft. Knapp jeder vierte (23 Prozent) sogar mehrmals. Die große Mehrheit (72 Prozent) ist der Ansicht, dass Influencer strenger gesetzlich reguliert werden sollten, wenn sie Produkte bewerben oder Ernährungsempfehlungen geben.
Aus Sicht des Verbraucherzentrale Bundesverbands muss die Bundesregierung daher tätig werden: Influencern sollte verboten werden für Produkte zu werben, die nicht den Nährwertkriterien der Weltgesundheitsorganisation (WHO) entsprechen, also zu viel Zucker, Fett oder Salz enthalten.
„Werbung wirkt. Das zeigen Studien immer wieder. Wir fordern daher: Werbung für Ungesundes hat auf Social Media nichts verloren“, so Pop. „Wir sehen auch immer wieder, dass auf Social Media Nahrungsergänzungsmittel beworben werden, die speziell für Kinder sind. Auch das muss im Sinne des Kinderschutzes verboten werden. Denn viele dieser Mittel sind zu hoch dosiert und bergen Gesundheitsrisiken.“
Influencer-Werbung: eine rechtliche Grauzone
Gesundheitsbezogene Werbung für Lebensmittel und Nahrungsergänzungsmittel unterliegen der europäischen Health-Claims-Verordnung und sind damit streng geregelt. „Influencer halten sich aber nicht unbedingt an die gesetzlichen Vorgaben“, stellen die Verbraucherschützer fest. „Immer wieder kennzeichnen sie ihre Beiträge nicht als Werbung, machen übertriebene Gesundheitsversprechen oder tarnen Produktwerbung als vermeintlich persönliche Erfahrungsberichte.“
„Wenn Influencerinnen und Influencer behaupten, dass sie sich gesünder fühlen, seitdem sie morgens einen speziellen Shake trinken, ist das nicht überprüfbar!"
Ramona Pop, Vorständin des Verbraucherzentrale Bundesverbands
In Deutschland ist die Lebensmittelüberwachung für die Einhaltung der Health-Claims-Verordnung zuständig. Aus Sicht des Verbraucherzentrale Bundesverbands muss die Lebensmittelüberwachung die sozialen Medien stärker in den Blick nehmen und dafür finanziell und personell gestärkt werden.
Die repräsentative Telefonbefragung von forsa fand vom 12. bis 14. November 2025 im Auftrag des Verbraucherzentrale Bundesverbands statt. Befragt wurden 1.002 Personen ab 18 Jahren.




