Gesellschaft

Auftritt der Zahnfee!

Wenn einem Kind ein Milchzahn ausfällt, hat die Zahnfee ihren großen Auftritt. Woher sie kommt, warum sie bei Kindern so beliebt ist und was Eltern tun sollten, wenn die ersten Zähne wackeln: Wir haben die wichtigsten Infos zusammengetragen - exklusiv zum Tag der Zahnfee.

Tausche Zahn gegen Münze: Beim ersten Wackelzahn erzählen Eltern und Großeltern mit Vorliebe die Geschichte der Zahnfee. Den weltweiten Tag der Zahnfee oder auch der "Tooth Fairy Day" gibt es seit den 1980er-Jahren - immer am 22. August. etoileark - Fotolia.com

Die Geschichte der Zahnfee ist schnell erzählt: Im Schutz der Dunkelheit verschafft sich das Fabelwesen Zutritt in die Kinderzimmer, nimmt die ausgefallenen Milchzähne der Kinder an sich und legt im Tausch eine Münze unter das Kopfkissen. So steht es in der ersten geschriebene Geschichte über die Zahnfee in "The Tooth Fairy" von Lee Rogow aus dem Jahre 1949. Danach gab es in England und Amerika einen regelrechten Zahnfee-Boom, der bis heute anhält. Auch in Deutschland ist die Geschichte sehr populär geworden.

Trophäen in der Kita

Die Geschichte der Zahnfee soll den Kindern die Angst vor dem Verlust der Milchzähne nehmen, erläutert Kinderzahnärztin Dr. Andrea Thumeyer im Interview. "Es ist eine altersgemäße Erklärungsform und ein schönes Ritual, was nicht den Verlust in den Vordergrund stellt, sondern die Freude auf den Tausch."

Die meisten Kinder seien sowieso mächtig stolz, wenn die Zähne anfangen zu wackeln, sagt die Kinderzahnärztin: "Das legt die Rangordnung in der Gruppe fest und ausgefallene Zähne werden wie Trophäen herumgezeigt und von anderen Kindern bestaunt. Kinder wollen wachsen und groß werden, Wackelzähne sind ein Teil des Großwerdens beziehungsweise ein sichtbares Zeichen des Prozesses."


Zahnfee-Traditionen rund um den Globus

In Frankreich ist ausgerechnet eine Maus die Zahnfee. Der Mythos der Zahnfee geht auf die Geschichte "Die gute kleine Maus" ("La Bonne Petite Souris") zurück, ein französisches Märchen von Madame d'Aulnoy, aus dem 17. Jahrhundert.

Es geht um eine Fee, die sich in eine Maus verwandelte, um eine Königin von einem bösen König zu retten. Um dieses zu tun, versteckte sich die Maus unter dem Kissen des Königs und beißt ihn in die Ohren, die Nase und die Zähne. Französische Kinder legen ihre ausgefallenen Milchzähne unter das Kopfkissen und finden am Morgen ein Geschenk darunter.

In der Schweiz wird der Milchzahn nachts von einer Ameise geholt. Zur Belohnung lässt sie ein Geldstück da

In Polen vergraben die Kinder ihren ersten ausgefallenen Milchzahn im Garten ein. Dadurch sollen die neuen Zähne gut wachsen.

Auch in spanischsprachigen Ländern gibt es eine Maus, die ausgefallene Zähne der Kinder sammelt. Man nennt sie El Ratón oder El Ratoncito Pérez und, ähnlich wie bei der Zahnfee, warten Kinder auf die Zahnmaus, indem sie ihre Milchzähne unter das Kissen legen.

Die Maus tauscht sie dann gegen Geschenke, Süßigkeiten oder Münzen ein. In Madrid wurde der Zahnmaus sogar das Museum "Ratoncito Pérez" gewidmet.

In einigen Ländern Asiens, aber auch in osteuropäischen Ländern wie Rumänien, gibt es den Brauch, die Zähne über das Dach des Hauses zu werfen. Während man den Zahn wirft, schreit man den Wunsch, dass man einen starken und gesunden bleibenden Zahn anstelle des alten Milchzahns erhält.

In der Mongolei gab es die Tradition, den Wackelzahn in Fleisch zu stecken und damit einen Hund zu füttern. Wenn es keinen Hund gab, dann begrub man den Zahn in der Erde, in der Nähe von Baumwurzeln, damit der bleibende Zahn auch starke Wurzeln entwickelte.

In dem kleinen Land in Mittelamerika holt sich der Hase die Milchzähne der Kinder.

Wenn Kinder in den USA einen Milchzahn verlieren, finden sie dem Brauch zufolge am nächsten Tag Geld unter ihrem Kopfkissen. Im Jahr 2012 legte die Zahnfee laut einer veröffentlichten Visa-Umfrage, im Durchschnitt deutlich höhere Beträge als im Vorjahr unter das Kissen. Durchschnittlich drei US-Dollar (2,67 Euro) pro Zahn. Innerhalb eines Jahres war das eine Steigerung von 15 Prozent und machte Milchzähne zu einem der rentabelsten Geldanlageobjekte.


Was Eltern jetzt wissen müssen

"Das Kind darf den Zahnwechsel fördern, indem es an dem Zahn mit dem Finger oder der Zunge wackelt", sagt Thumeyer. Noch wichtiger sei aber die Information für die Eltern, dass jetzt auch die ersten bleibenden Backenzähne im Kindermund erscheinen. "Diese Zähne haben ihr höchstes Kariesrisiko im Durchbruch. Ganz viele Eltern wissen das nicht und denken der 6-Jahr-Molar sei ein Milchzahn".

Die Kinderzahnärztin selbst nutzt die Geschichte der Zahnfee, um die Compliance des Kindes zu fördern: "Wenn ein Milchzahn gezogen werden muss, weil der Wechsel nicht regelrecht abläuft, kann der Tausch das Kind motivieren, sich auf die Behandlung einzulassen."

Was macht die Zahnfee mit den Zähnen?

Zuletzt bleibt bei der Geschichte der Zahnfee nur eine Frage offen: Was macht die Zahnfee eigentlich mit all den gesammelten Zähnen? In verschiedenen Kinderbüchern gibt es unterschiedliche Auslegungsmöglichkeiten:

  • Die Zahnfee baut sich in ihrem Feenland aus all den weißen Zähnen einen funkelnden Palast, einen Schminktisch oder ein Himmelbett.

 

  • Die Zahnfee nimmt die Zähne gar nicht mit, sondern sieht sie sich nur an und belohnt besonders schöne Zähne mit einer Münze.

 

  • Die Zahnfee bringt die Milchzähne zurück ins zentrale Zahnlager in der Milchstraße, damit allen Kindern immer wieder neue Zähne wachsen können.

Eltern können hier also ihrer Kreativität freien Lauf lassen - auch zum heutigen Tag der Zahnfee kann diese Frage nicht eindeutig beantwortet werden.

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