Wissenschaft und Aktuelles

Die Corona-News kompakt

Studie mit Hamstern: OP-Masken wirken! +++ KI hilft bei schneller Diagnose +++ Roboter, bitte ein Bier! +++ Update Impfstoff und Arzneien +++ RKI-Studie zu Antikörpernachweis +++ Neue Version von Desinfec't +++


Die Corona-News der Woche 18. bis 24. Mai

Von Hamstern empfohlen – so könnte man das Ergebnis einer Studie von Forschern der University of Hongkong kurz zusammenfassen. Die Wissenschaftler haben mit Hilfe der Tiere nachgewiesen, dass sich durch OP-Masken die kontaktlose Übertragung des Coronavirus deutlich verringern lässt.

Für die Studie wurden mit dem Coronavirus infizierte Tiere in einem Käfig neben einem Käfig mit gesunden Tieren gestellt, zwischen die beiden Käfige wurden OP-Masken platziert. Die Übertragungsrate wurde, so die Forscher, durch den Einsatz der OP-Masken um mehr als 60 Prozent reduziert. Ohne chirurgische Maske infizierten sich zwei Drittel der Hamster binnen einer Woche. Bei Tieren, die sich trotz Maske infizierten, war der Virenbefall weniger stark als bei Infektionen ohne Maske.

Studienleiter Yuen Kwok-yung, einer der führenden Coronavirus-Experten weltweit, sagt: „Das Maskentragen bei Infizierten, insbesondere, wenn sie keine Symptome zeigen ist sehr viel wichtiger als alles andere.“ Yuen ist einer der Wissenschaftler, die im Jahr 2003 das Sars-Virus entdeckten. Er hatte seinen Mitbürgern schon früh das Tragen von Masken im öffentlichen Raum geraten.

Eine Kneipe in Sevilla will ihren Gästen „coronasicheren“ Biergenuss bieten: Der Clou: Serviert wird von einem Roboter. Gäste sollen das Bier am Tisch per App bestellen, online bezahlen – und dann von einem Roboter an der Theke überreichen lassen, beschreiben Presseberichte die Idee. Der Roboter, der in einer Kneipe zum Einsatz kommen soll, könne bis zu 600 Gläser Fassbier pro Stunde servieren. Das Verfahren funktioniere völlig kontaktlos.

Wann der Hightech-Kellner aus Sevilla eingesetzt werden soll, ist allerdings noch offen. Bars und Restaurants der Regionen, die am 18. Mai in Spanien in die "Phase 1" der Lockdown-Lockerungen gerückt sind – und dazu gehört, anders als etwa Madrid und Barcelona, unter anderem Sevilla – dürfen Gäste zwar ab sofort wieder bewirten, allerdings vorerst nur im Außenbereich, berichten die Medien. Die Kunden dürften also noch nicht an die Theke.

Der Roboter ist den Medienangaben zufolge der erste dieser Art. Er sei von einem Unternehmen aus Sevilla gebaut worden. Die Firma stellt unter anderem auch Roboter für Krankenhäuser sowie zur großflächigen Desinfizierung verschiedener Einrichtungen her.

In einer New Yorker Klinik unterstützt nun ein Verfahren mit künstlicher Intelligenz eine zügigere Diagnose bei COVID-19-Verdachtsfällen. Besonders hinsichtlich der Gefahr einer nosokomialen Verbreitung ist eine möglichst schnelle Abklärung des Krankheitsbildes von großer Bedeutung, um den Patienten dann gegebenenfalls zu isolieren. Da die Ergebnisse der PCR-Tests oftmals, auch wegen der Überlastung der Labore, erst nach zwei Tagen vorliegen, setzen die Mediziner nun auf zwei Softwares zur Erkennung.

Die eine Software kann die CT-Aufnahmen der Lungen der Patienten auf bestimmte, auffällige Muster hin scannen. Die Technik dahinter bedient sich des „Convolutional Neural Network“ (CNN) und lernt damit, Muster gezielt zu analysieren. Die zweite Software wertet alle vorliegenden Befunde der klinischen Daten aus und berücksichtigt dabei auch Angaben zu Kontakt- und Reiseinformationen. In der Testphase der Programme wurden 534 Befunde ausgewertet und dabei eine hohe Diagnosesicherheit bewiesen. Die Ergebnisse wurden in Nature Medicine publiziert.

In den USA hat der in nur wenigen Wochen entwickelte Impfstoff mRNA-1273 (Unternehmen Moderna) in der Phase-1-Studie eine gute Schutzwirkung gezeigt. Er zählt zu den neuartigen Impfstoffen, die als RNA-Vakzine bezeichnet werden und enthält Erbinformation des Spike-Proteins von SARS-CoV-2. Die ersten Probanden entwickelten bereits Antikörper, die das Virus neutralisieren. Auch vorangegangene Studien mit Tierversuche waren erfolgreich.

Nach der Einschätzung von Bayer-Vorstand Werner Baumann wird es in absehbarer Zeit Wirkstoffe zur Milderung einer COVID-19-Erkrankung geben. Der Konzernchef äußerte sich gegenüber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung zuversichtlich und geht davon aus, dass „mehrere Wirkstoffkombinationen“ zur Verfügung stehen werden. Wichtig zu erkennen sei jedoch, dass nicht ein Mittel zu jedem Zeitpunkt der Erkrankung wirkungsvoll ist. Bayer selbst testet aktuell seine Präparate Betaferon und Resochin.

Das Robert Koch-Institut (RKI) startet im Zuge des CORONA-MONITORING groß angelegte, systematische Untersuchungen in stark betroffenen Corona-Gebieten. Den Beginn macht die Studie im baden-württembergischen Kupferzell mit 2.000 Personen, die im März viele Infektionen verzeichnete.

Ziel ist es, möglichst konkrete Erkenntnisse zu gewinnen, welche Personen erkrankt sind, wie häufig sich eine schwere Infektion ergab, welche Faktoren diese gefördert und welche sie gehemmt haben. Des Weiteren soll herausgefunden werden, wie viele Untersuchte eine Immunantwort zeigen, mit oder ohne vorangegangene Symptome.

Als die Justus-Liebig-Universität Gießen Ende vergangenen Jahres durch einen Cyberangriff wochenlang lahmgelegt wurde (zm berichtete), nutzten Experten das Tool Desinfec't des Computermagazins c’t, um das System von der eingeschleuste Schadstoff-Software zu befreien. Desinfec't ist ein speziell für das Aufspüren und Beseitigen von Schadprogrammen zusammengestelltes Linux-System, das auch Computer-Laien einfach nutzen können. Im Fall der Gießener Uni musste das Programm jedoch von einem Experten angepasst werden, weil sich das wegen seiner Mutationsrate schwer zu bekämpfenden Schadprogramm Emotet auf eine neue Weise im System versteckte. Diese aufwendige Modifikation ist nun in der neuen Version enthalten, damit weitere Nutzer von den Erkenntnissen des Gießener Vorfalls profitieren können.

Die Schadsoftware Emotet

Emotet ist ein 2014 erstmals erfasstes Computer-Schadprogramm, das auf modernere Versionen des Betriebssystems Windows von Microsoft abzielt. Dabei ist es auf das Abfangen von Online-Banking-Zugangsdaten spezialisiert, kann aber auch andere Schadfunktionen ausüben. Opfer sind vor allem Behörden und Unternehmen, dazu gehörten schon die Heise-Verlagsgruppe und das Berliner Kammergericht. Emotet verwendet verschiedene Techniken, um sich vor Antivirensoftware zu verstecken und ist deshalb schwer von einem infizierten System zu entfernen. Als wichtigste Maßnahme nach einer erkannten Infektion gilt, das befallene System möglichst schnell zu isolieren und vom restlichen Unternehmensnetzwerk und vom Internet zu trennen, da Emotet sonst versucht, weitere Computer im Netzwerk zu infizieren.

25 prämierte Projekte aus dem Bereich "Gesundheit und Leben" des Hackathons #EUvsVirus – eine Wortschöpfung aus „Hack“ und „Marathon“, die eine kollaborative Veranstaltung zur Entwicklung von Hard- und Software beschreibt – erhalten an diesem Wochenende die Chance, einen Investor zu bekommen.

Der sogenannte Matchathon findet vom 22. bis 25. Mai auf der neuen EIC COVID-Plattform statt. Die Online-Veranstaltung soll das Matching von Entwicklern mit Endnutzern wie Krankenhäusern erleichtern und den Zugang zu Investoren, Unternehmen, Stiftungen und anderen Finanzierungsmöglichkeiten aus der gesamten EU ermöglichen. Insgesamt werden mehr als 100.000 Euro, die von Partnerorganisationen zugesagt wurden, von den Partnern an Gewinner ihrer Wahl verteilt, um Hacker für ihre harte Arbeit und neuartigen Lösungen mit dem größten Potenzial zu belohnen, heißt es. Insgesamt nehmen 117 Projekte am Matchathon teil.


Das neu identifizierte Coronavirus SARS-CoV-2 verursacht die "Corona virus disease 2019" (Covid-19) und ist Auslöser der COVID-19-Pandemie.

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