Zum Valentinstag

Liebe steckt viel drin - und wie viel Zucker?

Es gibt zwei Arten dem Valentinstag zu begegnen: ignorieren oder ihn nach allen Regeln der Kunst zelebrieren. Doch Vorsicht: Nicht in die Zuckerfalle tappen!

Wie viel Zucker schlummert in einem Schoko-Muffin? Vermutlich mehr als Sie denken! Denn eine aktuelle Studie hat gezeigt: 92 Prozent der Befragten unterschätzen die Zuckermenge in Lebensmitteln! Fotolia - Family Business

Auf dem ersten sogenannten Zuckerreduktionsgipfel im vergangenen Jahr in Berlin stellte Mattea Dallacker vom Max-Planck-Institut für Bildungsforschung das Ergebnis ihrer neuesten Studie vor: Über 90 Prozent der Befragten unterschätzen demnach den Zuckergehalt in Lebensmitteln. Und zwar drastisch!

So hatte eine Umfrage unter 305 Familien ergeben, dass 92 Prozent der Eltern den Zuckergehalt eines konventionellen Erdbeer-Joghurts unterschätzen. Der liegt bei einem handelsüblichen 250-Gramm-Fruchtjoghurt bei rund elf Zuckerwürfeln. Durchschnittlich wurde der Zuckergehalt jedoch auf vier geschätzt.

Nun, der Schoko-Muffin im Bild kommt auf rund 15 Zuckerwürfel - die Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation für die maximale Zuckerzufuhr pro Kopf/pro Tag liegt bei 8 1/3 Zuckerwürfel. Man muss kein Einstein sein, um zu erkennen: Diese Rechnung geht nicht auf!

Zucker hat viele Namen

Und nur beim Haushaltszucker allein, bliebt es auch nicht. Hinzu kommen etwa 70 weitere Zuckerarten, die häufig in industriell gefertigten Lebensmitteln enthalten sind. Die "Aktion Zahnfreundlich" listet auf ihrer Webseite die süßenden Zutaten auf, die dem Zuckergehalt zugerechnet werden müssen - darunter Maltose, Dextrose oder Maltodextrin. Also lieber Süßstoffe oder Zuckerersatz verwenden?

Auch hier ist Vorsicht geboten, betont die Aktion Zahnfreundlich. "Die Verwendung von Süßstoffen oder Zuckeraustauschstoffen besagt nicht unbedingt, dass ein Lebensmittel weniger oder keinen Zucker enthält", heißt es auf der Webseite. "So dürfen Produkte, die auf dem Etikett mit 'zuckerfrei', 'ungesüßt' oder 'ohne Zuckerzusatz' werben, zwar keinen Haushaltszucker enthalten, aber dennoch andere Zuckerarten, die ebenfalls die Zähne schädigen können."

Zucker in Zahlen

  • Ein Würfel Zucker wiegt in Deutschland rund 3 Gramm und liefert 12 kcal.

  • Weltweit werden jährlich 180 Millionen Tonnen Zucker-Rohware produziert. Davon sind 78 Prozent Rohrzucker und 22 Prozent Rübenzucker.

  • Die Deutschen verbrauchen von Jahr zu Jahr mehr Zucker. In den Jahren 1950/51 lag der Verbrauch pro Person in einem Jahr bei durchschnittlich 28,1 Kilo - heute sind es 31,3 Kilo.

  • In der EU ist der jährliche Pro-Kopf-Verbrauch an Zucker noch höher. In den Jahren 2014/2015 lag er bei 37,6 Kilo. Spitzenreiter sind Australien mit 59,2 kg Zuckerverbrauch pro Kopf, Brasilien mit 64,6 kg pro Kopf und Kuba mit 72,5 kg pro Kopf. Zum Vergleich: In China verbraucht man pro Kopf nur 12,2 kg Zucker.

  • Jeder 13. Deutsche ist zuckerkrank. Laut dem Deutschen Zentrum für Diabetesforschung leiden etwa 6 Millionen Bundesbürger an Diabetes mellitus.

  • Die Zuckerersatzstoffe Laktose und Glukose sind weniger süß im Vergleich zum Haushaltszucker. Die Süßkraft von Fruktose ähnelt mit einem Wert von 1,0 bis 1,8 der von Haushaltszucker. Deutlich süßer sind dagegen Acesulfam-K, gekennzeichnet als E950 (130-200), Thaumatin, gekennzeichnet als E957 (2.000-3.000), sowie Neotam, gekennzeichnet als E961 (7.000-13.000).

  • Die WHO empfiehlt einen täglichen Zuckerkonsum von maximal 8 1/3 Zuckerwürfel, also 25 g Zucker - umgerechnet auf zuckerhaltige Getränke entspricht dies 710 bis 750 ml Apfelschorle; 270 bis 300 ml Orangensaft oder Apfelsaft; 230 bis 260 ml Cola, Fanta & Co; 230 bis 250 ml Energydrink; 210 bis 280 ml Frucht-Smoothie; 140 bis 170 ml Traubensaft.

Quelle: Allianz Private Krankenversicherungs-AG, www.allianz.de/gesundheitswelt

Die Aktion Zahnfreundlich empfiehlt daher nur "zahnfreundlich getesteter Zucker". Dazu zählt Isomaltulose, der aus reinem Rübenzucker gewonnen wird. Ein Bakterium (Protaminobacter rubrum) wandelt mit seinen eigenen Enzymen den Rohstoff Zucker in ein sogenanntes funktionelles Kohlenhydrat um – in einen zahnfreundlichen Zucker. "Isomaltulose ist das einzige Kohlenhydrat, das vom Körper voll verarbeitet wird und ihn über einen längeren Zeitraum mit Energie versorgt", betont die Aktion Zahnfreundlich.

Die Zahnbehandlungskosten belaufen sich global auf jährlich 128 Milliarden Euro. Allein in Deutschland sind es 17,2 Milliarden Euro pro Jahr. Wie der Zuckerkonsum die Kurve nach oben treibt, zeigt eine Studie.

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Ein weiterer zahnfreundlicher Zucker ist D-Tagatose, der aus Laktose gewonnen wird. Beide Zucker, Isomaltulose und D-Tagatose werden für die Zahnmännchen-Schokolade, Kindertees und Bonbons eingesetzt.

35 Kilogramm Zucker essen die Deutschen pro Jahr und Kopf – mehr als doppelt so viel wie von der WHO empfohlen. Der Wert bildet jedoch nur den Konsum von Haushaltszucker ab. Hinzu kommt ein steigender Verbrauch von Mono- und Disacchariden, die Lebensmitteln zugesetzt werden – und zunehmend zum Problem werden.

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