Weltkrebstag am 4. Februar

Neue Forschungsstrategie gegen Krebs auf den Weg gebracht

Mit einer gemeinsamen Initiative von Bundesgesundheits- und Bundesforschungsministerium (BMG und BMBF) sollen Krebserkrankungen künftig möglichst verhindert, Heilungschancen verbessert und die Lebensqualität erhöht werden.

"Wir müssen noch besser in der Forschung werden. Und wir wollen die Ergebnisse der Krebsforschung noch schneller ans Krankenbett bringen. Daher ist eine enge Verzahnung von Forschung und Versorgung so wichtig", sagt Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (links) in Berlin. Krebs ist in Deutschland die zweithäufigste Todesursache. BMBF

"Der Kampf gegen Krebs ist eine der größten gesundheitspolitischen Herausforderungen unserer Zeit", sagte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) anlässlich der Vorstellung der neuen Forschungsstrategie "Nationale Dekade gegen den Krebs" in Berlin. Nur mit gebündelten Kräften sei der Wettlauf gegen Krebs zu gewinnen.

Geplant ist, die Aktivitäten zur Krebsbekämpfung künftig zu verstärken und zu bündeln. Dies wurde in einer Gemeinsamen Erklärung jetzt vereinbart.

Experten gehen aufgrund des demografischen Wandels von einer Zunahme der Krebsneuerkrankungen in Deutschland auf bis zu 600.000 pro Jahr bis 2030 aus.

Quelle: BMBF

Neben BMBF, BMG, dem Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) und der Deutschen Krebshilfe beteiligen sich am Start der "Nationalen Dekade gegen Krebs" auch die Felix-Burda-Stiftung, medizinische Fachgesellschaften wie die Deutsche Krebsgesellschaft, Verbände niedergelassener Ärztinnen und Ärzte, der GKV-Spitzenverband, forschende Industrieunternehmen, das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte und die Bundesarbeitsgemeinschaft Selbsthilfe.

Repetitorium: Kopf-Hals-Tumore

Bei nicht schmerzhaften Veränderungen der Schleimhaut im Mund oder im Rachen, bei Heiserkeit oder Schluckstörungen muss ein Tumor als Ursache erwogen werden – hier ist auch der Zahnarzt gefordert.

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Die Dekade ist als "langfristige und lernende Initiative" gedacht, so dass weitere Partner sich einbringen können. Ein Strategiekreis, dem Vertreter der beteiligten Organisationen angehören, soll das Projekt eng begleiten.

62 Millionen für klinische Studien - ein erster Schritt

Unter dem Vorsitz des Parlamentarischen Staatssekretärs Thomas Rachel, BMBF, und des Wissenschaftlichen Vorstands des DKFZ, Prof. Michael Baumann, definiert dieses Gremium zentrale Forschungsaufgaben und setzt Arbeitsgruppen ein, die Lösungen für die größten Herausforderungen entwickeln sollen.

In Deutschland erkranken pro Jahr etwa 10.000 Menschen an Mundhöhlenkrebs - davon sind etwa 7.500 Männer. Bei Männern steht diese Krebserkrankung damit an der siebten Stelle aller bösartigen Tumoren. Aber auch Frauen sind zunehmend betroffen. Weltweit steigen die Krebserkrankungen der Mundhöhle an. Je früher Mundhöhlenkrebs erkannt und behandelt wird, desto wahrscheinlicher kann er geheilt werden.

Quelle: Deutsche Krebshilfe

In einem ersten Schritt fördert das BMBF praxisverändernde klinische Studien zur Prävention, Diagnose und Therapie von Krebserkrankungen. Hierfür werden bis zu 62 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Weitere Initiativen sollen folgen.

Baumann: "Forschungsergebnisse müssen schneller nutzbar gemacht werden"

"Die wichtigsten Erwartungen an die Krebsforschung und -medizin sind, spürbare Fortschritte zu erzielen, die schnell bei den Patientinnen und Patienten ankommen, und zu erforschen, wie die Entstehung von Krebsneuerkrankungen verhindert werden kann", erklärt Baumann. Durch die Erkenntnisse in der Krebsforschung sollen innovative Ansätze in personalisierter Prävention, Früherkennung und Behandlung entwickelt und in das Gesundheitssystem implementiert werden.

"Dazu benötigen wir eine langfristige Förderung, vielfältige Expertisen, hochspezialisierte, vernetzte Infrastrukturen und eine sehr enge Kooperation von Grundlagenforschern und klinisch tätigen Ärzten. In den kommenden zehn Jahren gilt es daher, zukunftsweisende Strukturen wie beispielsweise die Nationalen Centren für Tumorerkrankungen (NCT) flächendeckend auszubauen und gemeinsam mit den onkologischen Spitzenzentren und Partnern der ‘Dekade gegen Krebs‘ vielversprechende Forschungsergebnisse schneller nutzbar zu machen", so Baumann.

Pleitgen: "Forschung muss einen höheren Stellenwert bekommen"

"Die Forschung im Bereich der Krebsprävention muss einen viel höheren Stellenwert erhalten als bisher. Wir begrüßen daher sehr, dass dies im Rahmen der ‚Nationalen Dekade gegen Krebs‘ vorgesehen ist. Denn fast jede zweite Krebserkrankung ist vermeidbar und viele Risikofaktoren sind bekannt", sagt Dr. h.c. Fritz Pleitgen, Präsident der Deutschen Krebshilfe.

Die Deutsche Krebshilfe und das Deutsche Krebsforschungszentrum beabsichtigen zeitnah ein richtungweisendes ‘Nationales Krebspräventionszentrum‘ aufzubauen. "Ziel ist es, in Deutschland eine zukunftssichere und strategische Präventionsforschung auf höchstem internationalem Niveau zu etablieren", so Pleitgen.

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