COVID-19

Studien-Überblick der Woche

Erste Erkenntnisse der Kinder-Studie +++ Welche Übertragungsgefahr geht von öffentlichen Toiletten aus? +++ Jeder fünfte hat ein erhöhtes Risiko für schweren Verlauf +++ Falsche Ergebnisse bei Abstrichen +++

Die Forschung bringt rund um das neuartige Coronavirus immer neue Erkenntnisse. Adobe Stock_ metamorworks

 

Täglich werden weltweit Studien mit unterschiedlicher Relevanz und Methodik publiziert. Dazu kommen Updates zu bereits gewonnenen Erkenntnissen. Hier folgt eine Übersicht aus Publikationen dieser Woche.

 


Wichtige Studien im Überblick

1,7 Milliarden Menschen könnten sich weltweit gefährlich mit SARS-CoV-2 infizierten. Diese enorme Zahl errechnen Wissenschaftler an der London School of Hygiene & Tropical Medicine. Aufgrund von den mit COVID-19 assoziierten Vorerkrankungen, trägt rund ein Fünftes der Weltbevölkerung das Risiko, schwer zu erkranken. Berücksichtigt wurden bei der Hochrechnung die risikoreichsten (chronischen) Erkrankungen in Zusammenhang mit COVID-19, wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen mit Bluthochdruck, aber auch Tuberkulose, Diabetes und Krebserkrankungen sowie die Datengrundlage der "Global Burden of Diseases, Injuries and Risk Factors Study" von 2017.

22 Prozent der Menschen haben Risikoerkrankungen

In der Studie, die in Lancet Global Health veröffentlicht wurde, schlüsseln die Forscher auch auf, dass 6 Prozent der Weltbevölkerung zwei oder mehr der Risikovorerkrankungen haben. Damit steigt das Risiko einer schweren Erkrankung noch einmal. Besonders gefährdet sind in diesem Zusammenhang ältere Menschen sowie Europäer und Nordamerikaner. Vier Prozent der gesamten Weltbevölkerung könne so schwer erkranken, dass eine Hospitalisierung notwendig ist.

Erkenntnis dient dazu, wie Ausmaße der Pandemie zu kalkulieren und motiviert, weitere Vorkehrungen zu treffen und an Maßnahmen zu Infektionsschutz festzuhalten, so die Forscher.

 

Diese Vorerkrankungen steigern das Risiko eines schweren Verlaufs laut der Studie:

1. Herz-Kreislauf-Erkrankungen (unter anderem durch Bluthochdruck)
2. Chronische Nierenerkrankungen (unter anderem durch Bluthochdruck)
3. Chronische Atemwegserkrankungen
4. Chronische Lebererkrankungen
5. Diabetes mellitus
6. Krebserkrankungen mit direkter Immunsuppression
7. Krebs­erkrankungen ohne direkte Immunsuppression
8. HIV-Infektion
9. Tuberkulose
10. Chronische neurologische Störungen

Quelle: Clark, A. et al (2020): Global, regional, and national estimates of the population at increased risk of severe COVID-19 due to underlying health conditions in 2020: a modelling study

 

 

 

Acht Wochen nach dem Beginn der COVID-19-Kinder-Studie, die das Land Baden-Württemberg veranlasst und finanziert, liegen vorläufige Ergebnisse vor. Es gibt demnach bislang keine Hinweise darauf, dass Kinder als Treiber des Infektionsgeschehen gelten können. Sie infizieren und erkranken seltener als Erwachsene.

Im Zeitraum von 22. April bis 15. Mai wurden 2.500 Kinder zwischen ein und zehn Jahre auf eine akute oder bereits überstandene SARS-CoV-2-Infektion untersucht. Insgesamt betrachtet die Studie 5000 Teilnehmer, Elternpaare mit ihren Kindern. In der Auswertung der Wissenschaftler der Universitätsklinika Freiburg, Heidelberg, Tübingen und Ulm liegen wenige unentdeckte Infektionen vor.

Nur ein Paar wurde zur Zeit der Untersuchung positiv getestet. Bei 19 Kindern und 45 Erwachsenen wiesen die Forscher Antikörper nach. Lediglich bei 13 der Eltern-Kind-Paare waren alle infiziert, was die Schlussfolgerung nahe legt, dass die Erkrankung eines Kindes nicht zwangsläufig zu einer Erkrankung der Eltern und umgekehrt führt.

 

Mit dem Betätigen der Spülung wird automatisch eine Wolke an Aerosolen produziert und aufgewirbelt. Inwiefern diese in öffentlichen Toiletten eine Übertragungsgefahr darstellt, untersuchten Forscher aus China, denn auch in Stuhlproben konnte SARS-CoV-2 nachgewiesen werden. Die Viren können somit tatsächlich übertragen werden, schreiben sie in ihrer Veröffentlichung in Physics of Fluids.

Für die Untersuchung simulierten die Forscher eine Aerosolwolke, die bei der Toilettenspülung entsteht und maßen die Größe der Teilchen und deren Flugweite. Diese Angaben sollen dabei helfen, das Risiko zu messen, ob die durch Luft schwebenden Partikel in den kleinen, meist fensterlosen Räumlichkeiten eingeatmet werden können. In vielen öffentlichen WCs gibt es keinen Toilettendeckel, der die Spülwolke stoppen kann.

60 Prozent der Aerosole fliegen aus der Toilettenschüssel

Somit errechneten die Forscher, dass etwa 60 Prozent der Aerosole aus der Toilette austreten und gut 90 cm durch die Luft gewirbelt, sich absetzen oder eingeatmet werden können. Kleinere Teilchen sind zudem so leicht, dass sie auch mehr als eine Minute in der Luft stehen bleiben können. Die Gefahr der Ansteckung befindet sich überall da, wo mehrere Menschen eine Toilette nutzen, schließen die Forscher ihre Studie.

Es gilt also: Erst den Deckel schließen, dann spülen. Nach Möglichkeit lüften und auf öffentlichen WCs eine Maske tragen.

Die Johns Hopkins Universität in Baltimore hat in ihrer Untersuchung festgestellt, dass vor allem in der frühen, meist symptomlosen Phase der Infektion, viele Testergebnisse der genommenen Abstriche falsche Negativergebnisse anzeigten. Das erklärt sich damit, dass die Reproduktion der Viren langsam beginnt und teilweise nicht in jedem Winkel des Rachens stattfindet. Die Chance, per Abstrichstäbchen virales Probenmaterial zu sichern sei damit empfindlich reduziert, auch dem als sehr zuverlässig geltenden PCR-Verfahren.

Bei der Auswertung der Studiendaten hatte kein einziger Test am ersten Tag der Infektion ein positives Ergebnis. Am sichersten war eine Infektion am achten Tag feststellbar, obwohl hier immer noch 20 Prozent der Testergebnisse falsch waren. Hatte der Patient die Infektion überstanden, konnten keine Viren mehr nachgewiesen werden.

Die Aufschlüsselung der falschen Befunde im Infektionsverlauf:

Am ersten Infektionstag = 100 Prozent falsche Negativergebnisse
Am achten Tag = 20 Prozent falsche Negativergebnisse
Am neunten Tag = 21 Prozent falsche Negativergebnisse
Am 21sten Tag = 66 Prozent falsche Negativergebnisse

 


Das neu identifizierte Coronavirus SARS-CoV-2 verursacht die "Corona virus disease 2019" (Covid-19) und ist Auslöser der COVID-19-Pandemie.

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