Ernährungsreport 2019

Verbraucher wollen weniger Zucker und Fette

Neun von zehn Verbrauchern ist gesundes Essen wichtig. Mehr als die Hälfte achtet zudem beim Einkauf auf Zuckermenge und Fettanteil. Und: Nur noch jeder Vierte isst täglich Fleisch.

"Deutschland, wie es isst" - seit 2015 werden jedes Jahr im Auftrag des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft 1.000 Verbraucher zu ihren Vorlieben, Ess- und Einkaufsgewohnheiten befragt. Adobe Stock/metamorworks

Im Auftrag des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) hat das Meinungsforschungsinstitut forsa im Oktober und November 2018 rund 1.000 Bundesbürger ab 14 Jahren zu ihren Ess- und Einkaufsgewohnheiten befragt - heute wurde der "Ernährungsreport 2019" in Berlin präsentiert.

Die Ergebnisse zeigen, dass sich die Mehrheit der Befragten immer bewusster ernährt: So ist es 71 Prozent wichtig, dass Fertigprodukte weniger Zucker enthalten, 68 Prozent wollen weniger ungesunde Transfette und 38 Prozent weniger Salz.

Die wesentlichen Erkenntnisse des Ernährungsreports 2019:

  • Für 99 Prozent der Befragten kommt es beim Essen auf den Geschmack an.
  • 91 Prozent der Befragten ist gesundes Essen wichtig: 71 Prozent essen täglich Obst und Gemüse, 64 Prozent nehmen täglich Milchprodukte zu sich, Fleisch- und Wurstwaren kommen bei 28 Prozent jeden Tag auf den Tisch, 6 Prozent der Befragten ernähren sich vegan oder vegetarisch.
  • Wir essen und kaufen immer bewusster. Mehr als die Hälfte der Verbraucher achtet beim Einkauf auf Zuckermenge und Fettanteil.
  • 84 Prozent der Befragten sind daher dafür, Fertigprodukten weniger Zucker zuzusetzen – auch wenn sie dann nicht so süß schmecken.
  • Den Befragten ist es sehr wichtig, dass verarbeitete Lebensmittel wenig Zucker und wenig ungesunde Transfette enthalten. Das sagen 71 beziehungsweise 68 Prozent der Befragten.
  • 86 Prozent gaben an, dass sie bei den freiwilligen Angaben auf Verpackungen die Angaben zur artgerechten Tierhaltung interessieren.
  • 81 Prozent der Befragten wünschen sich ein staatliches Tierwohlkennzeichen.
  • 84 Prozent der Befragten sehen die Verringerung der Lebensmittelverschwendung als eine geeignete Maßnahme, um eine ausreichende Ernährung der wachsenden Weltbevölkerung sicherzustellen.
  • 48 Prozent präferieren eine einfache Zubereitung, 36 Prozent achten auf die Kalorien, für 32 Prozent ist der Preis am wichtigsten.

Quelle: Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL)

Über allem stehe jedoch der Geschmack, betont Bundesernährungsministerin Julia Klöckner (CDU) mit Blick auf die Umfrageergebnisse. Als Staat sollte man daher auch "keine Produktrezepte vorschreiben, die im Alltag zu Ladenhütern werden", so die Ministerin.

Klöckner sieht sich durch den Ernährungsreport in ihrer „Nationalen Reduktions- und Innovationsstrategie“ bestärkt. Die Lebensmittelwirtschaft hat sich im Sinne dieser Strategie dazu verpflichtet, bis zum Jahr 2025 Zucker, Fette und Salz in ihren Fertigprodukten zu reduzieren. Erfolgen soll dies über freiwillige Selbstverpflichtungen.

Kritik an "Nationaler Reduktionsstrategie"

Der Entwurf für eine Nationale Reduktions- und Innovationsstrategie für Zucker, Fette und Salz in Fertigprodukten geht vielen Experten nicht weit genug.

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Vielen Experten gehen diese freiwilligen Selbstverpflichtungen der Industrie jedoch nicht weit genug. "Wir brauchen eine verständliche Lebensmittelampel für Zucker, Fett & Co., ein Verbot für die Vermarktung ungesunder Lebensmittel an Kinder und eine 'Limo-Steuer', damit Hersteller einen Anreiz haben, weniger Zucker in ihre Getränke zu mischen", betont Martin Rücker, Geschäftsführer der Verbraucherorganisation foodwatch anlässlich der Vorstellung des Ernährungsreports. Im Gegensatz zu Deutschland würden andere Länder längst Ernst machen im Kampf gegen Fettleibigkeit.

"Deutschland hinkt im Kampf gegen Fehlernährung und die massiven Folgeerkrankungen der internationalen Entwicklung meilenweit hinterher - und Frau Klöckner trägt dafür Verantwortung. Es reicht eben nicht, die Hersteller freundlich zu bitten, etwas weniger Zucker in ihre Produkte zu kippen - denn das sind nun einmal die Produkte, die sich am profitabelsten verkaufen lassen", kritisiert Rücker.

35 Kilogramm Zucker essen die Deutschen pro Jahr und Kopf – mehr als doppelt so viel wie von der WHO empfohlen. Der Wert bildet jedoch nur den Konsum von Haushaltszucker ab. Hinzu kommt ein steigender Verbrauch von Mono- und Disacchariden, die Lebensmitteln zugesetzt werden – und zunehmend zum Problem werden.

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