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Chili-Fans leben länger

Eine Studie aus China kommt zu dem Ergebnis, dass scharfes Essen gesund ist. Menschen, die regelmäßig scharfe Gewürze essen, leben länger. Einziger Wermutstropfen: Nicht jeder, der sein Essen mit Pfeffer, Paprika und Chili aufpeppt, wird automatisch uralt.

So hot: Chilis als Lebenselixier. Piumadaquila-Fotolia

Die Forscher haben untersucht, ob regelmäßiges scharfes Essen ein längeres Leben zur Folge hat. Tatsächlich hatten Scharfesser ein um 14 Prozent niedrig geringeres Risiko, im Verlauf der gut siebenjährigen Studie zu sterben, berichtet das Forscherteam um Jun Lv von der Uniklinik in Peking und Kollegen im „British Medical Journal“ (BMJ).

Auch bei Menschen mit Krebs, Herzkreislauf- und Atemwegserkrankungen hatten scharfe Gewürze einen positiven Einfluss auf die Gesundheit. Die antibakteriellen Eigenschaften von Gewürzen wurden in der Studie berücksichtigt, jedoch war die Zahl der Todesfälle durch Infektionen so gering, dass keine Aussagen darüber treffen konnten, ob dieses Risiko möglicherweise durch den Konsum von scharfem Essen beeinflusst wird.

Insgesamt 199.293 Männer und 288.082 Frauen im Alter von 30 bis 79 Jahren, die in zehn unterschiedlichen Regionen Chinas lebten, wurden von den Forschern zu ihren Ernährungsgewohnheiten befragt. 20.224 Teilnehmer starben innerhalb des Untersuchungszeitraums.


Hintergrundinfos zur Studie

Hängt der regelmäßige Verzehr von scharf gewürzten Speisen mit dem Sterberisiko insgesamt sowie der Sterblichkeit infolge von Krebs, Herzkreislauferkrankungen und Schlaganfällen zusammen?

Die Grundlage für die Untersuchungen bildet die China Kadoorie Biobank. An dieser großen Langzeitstudie nehmen Menschen aus zehn unterschiedlichen Regionen Chinas teil. Die Menschen kommen aus fünf städtischen und fünf ländlichen Gebieten. Dafür wurden Daten von 199.293 Männern und 288.082 Frauen ausgewertet, die im Schnitt sieben Jahre begleitet wurden und die zu Studienbeginn zwischen 30 und 79 Jahre alt waren. Sie wurden zu ihrem Essverhalten befragt, darunter auch zum Verzehr scharf gewürzter Speisen. Abgefragt wurden auch andere Faktoren - vom Rauchen bis zum Haushaltseinkommen. 11.820 Männer und 8.404 Frauen starben innerhalb des Studienzeitraums.

Es handelt sich um eine reine Beobachtungsstudie. Deshalb kann sie keinen kausalen Zusammenhang liefern. Die Daten dienen also nicht als Beweis, dass das scharfe Essen tatsächlich lebensverlängernd wirkt. Auch wenn die Forscher zahlreiche andere Faktoren bedacht und eingerechnet haben, könnte es für den beobachteten Zusammenhang eine andere Erklärung geben.

Etwa 57 Prozent der Teilnehmer fielen in die Grundkategorie, weil sie seltener als einmal pro Woche scharfe Speisen aßen. Nur rund zwölf Prozent waren in den beiden mittleren Kategorien vertreten. Sie aßen ein- bis zweimal oder drei- bis fünfmal pro Woche scharf. Rund 31 Prozent aßen sechs- oder siebenmal pro Woche scharf. Diese Menschen lebten deutlich öfter auf dem Land. Seltener aßen die Menschen in städtischen Gebieten scharf. Sie rauchten zudem viel häufiger und gaben auch öfter an, dass sie regelmäßig Alkohol trinken. Häufiger Verzehr von scharfem Essen und das Sterberisiko waren bei jenen Teilnehmern, die regelmäßig Alkohol tranken, weniger stark miteinander verknüpft.


Rund 57 Prozent der Teilnehmer aßen seltener als einmal pro Woche scharf. Rund 31 Prozent taten dies an sechs bis sieben Tagen pro Woche. Für die restlichen zwölf Prozent kam ein- bis zwei- bis fünfmal pro Woche Scharfes auf den Tisch.

Manche mögen's scharf

Der Zusammenhang zwischen scharfem Essen und Sterberisiko war bei Männern und Frauen gleichermaßen ausgeprägt. Allerdings wirkte sich regelmäßiger Alkoholkonsum negativ auf das die lebensverlängernde Wirkung von scharfen Speisen aus. 

Die Ergebnisse bedeuten nicht, dass Capsaicin - ein sekundärer Pflanzenstoff in Paprikas - und andere scharf schmeckende Stoffe das Leben verlängern. Ebenso ist es möglich, dass die Chinesen, die scharfes Essen besonders schätzen, von Natur aus eine bessere Konstitution haben. Oder die Lebensumstände der Teilnehmer variieren in anderen, nicht genau untersuchten Punkten, die den Unterschied erklären. So lebten etwa die Scharfesser deutlich häufiger in ländlichen Regionen.

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