Umfrage

Was ältere Menschen sich von ihrem Arzt wünschen

Alte Menschen wünschen sich von ihren Ärzten vor allem drei Dinge: 1. Sie sollen erreichbar sein, 2. eine ganzheitliche Behandlung anbieten und 3. besser zusammenarbeiten. Was sie noch wollen und wovor sie Angst haben, zeigt eine Forsa-Umfrage der Asklepios Kliniken unter bundesweit fast 800 Senioren ab 65 Jahren.

Viele alte Menschen haben Angst, ihre Eigenständigkeit aufgrund von Krankheit zu verlieren. Hier kommt der Arzt ins Spiel. koti - Fotolia

Behandelnde Ärzte sollen also in der Nähe erreichbar sein, sich besser untereinander abstimmen und eine ganzheitliche, fachübergreifende Behandlung anbieten. "Die Studienergebnisse zeigen, worauf Mediziner den Fokus bei der Behandlung älterer Menschen legen sollten", sagt Kai Hankeln, Vorsitzender der Konzerngeschäftsführung der Asklepios Kliniken GmbH. "Das generelle Ziel unser bundesweit inzwischen 14 auf Altersmedizin spezialisierten Fachabteilungen ist deswegen, die Patienten mobil und unabhängig zu halten, ihre Lebensqualität zu sichern und eine Pflegebedürftigkeit so lange wie möglich zu vermeiden."


Was für Senioren im Fokus steht

Im Hinblick auf die medizinische Versorgung wünschen sich die Senioren vor allem eine bessere Zusammenarbeit ihrer behandelnden Ärzte. 65 Prozent der Befragten halten es für sehr wichtig, dass sich Spezialisten mehrerer Fachrichtungen in einer Klinik gemeinsam um einen älteren Patienten kümmern, wenn er an mehreren Erkrankungen leidet. Aktuell sind erst 22 Prozent der über 65-Jährigen mit der Abstimmung ihrer Ärzte untereinander sehr zufrieden.

Im Durchschnitt besuchen Senioren in Deutschland regelmäßig 1,6 Ärzte im Quartal. Dabei gehen 19 Prozent regelmäßig zum Arzt, während 40 Prozent zwei oder mehr Ärzte aufsuchen. "Deswegen ist eine gut koordinierte, fachübergreifende Zusammenarbeit entscheidend für die Qualität der medizinischen Versorgung älterer Patienten", sagt Kai Hankeln, Vorsitzender der Konzerngeschäftsführung der Asklepios Kliniken GmbH. "Die Geriatrie, also die Altersmedizin, ist eine besonders anspruchsvolle Fachdisziplin, weil viele Patienten unter mehreren Krankheiten gleichzeitig leiden. Herz und Kreislauf, Stoffwechsel, Bewegungsapparat und Nervensystem können beeinträchtigt sein. Damit steigt im Alter auch das Risiko für Komplikationen, denn die Therapien müssen zusätzlich die häufig auftretenden Wechselwirkungen der medikamentösen Behandlungen berücksichtigen."

Ältere Patienten wünschen sich auf Altersmedizin spezialisierte Ärztezentren.Vereinfacht werde die Zusammenarbeit unterschiedlicher Fachärzte, wenn sie unter einem Dach in einem Ärztezentrum oder einer Klinik arbeiten. Derartige Angebote bleiben aber noch deutlich hinter der Nachfrage zurück - bislang besuchen erst drei Prozent der Senioren ein Ärztezentrum. Aber weitere 22 Prozent, also mehr als jeder Fünfte, würde von seinen bisherigen Ärzten in ein Ärztezentrum wechseln, wenn er die Möglichkeit hätte.

"Die Notwendigkeit einer guten Zusammenarbeit und Kenntnis der Besonderheiten von Erkrankungen im fortgeschrittenen Alter beschränkt sich aber nicht nur auf die behandelnden Ärzte. Sie gilt für alle beteiligten Gesundheitsberufe. In den geriatrischen Fachabteilungen und zertifizierten alterstraumatischen Zentren von Asklepios kümmern sich deswegen Ärzte verschiedener Fachrichtungen, erfahrene Geriater, speziell geschultes Pflegepersonal, Logopäden sowie Ergo- und Physiotherapeuten gemeinsam als Team um jeden Patienten", sagt Hankeln.

Gerade das häufige Problem von Neben- und vor allem von Wechselwirkungen und veränderten Reaktionen auf Wirkstoffe im Alter erfordert Spezialwissen, über das vor allem Geriater verfügen:

  • Laut Umfrage nehmen zwei Drittel der befragten Senioren im Schnitt regelmäßig drei unterschiedliche Medikamente ein, ein Viertel kommt sogar auf fünf bis sechs Präparate. Dazu kommen bei 40 Prozent der Befragten die nicht-verschreibungspflichtigen Ergänzungsmittel, die ebenfalls Neben- und Wechselwirkungen entfalten können.
  • Insgesamt 41 Prozent der über 65-Jährigen, die Medikamente einnehmen, haben bereits Wechsel- und Nebenwirkungen bei Arzneimitteln selbst erlebt. 60 Prozent der Befragten haben die Einnahme der Medikamente schon einmal vergessen. 23 Prozent nehmen gar keine Medikamente dauerhaft ein.

Sie haben mehr Angst vor dem Verlust geistiger Gesundheit als vor Schmerz, schweren körperlichen Leiden oder fehlendes Geld für die Pflege.

  1. Laut Umfrage fürchten zwei Drittel der über 65-Jährigen, im Krankheitsfall ihre Selbstständigkeit durch geistige Einschränkungen zu verlieren. Insgesamt 61 Prozent haben große Angst, dass ihre geistigen Fähigkeiten infolge einer Demenzerkrankung nachlassen. 62 Prozent sorgen sich, dass sie ihre Eigenständigkeit durch körperliche Beschränkungen einbüßen.
  2. Diese Sorgen um Eigenständigkeit und geistige Gesundheit sind damit sogar größer als die Angst, grundsätzlich einer unheilbaren oder schmerzhaften Krankheit anheim zu fallen: 55 Prozent der über 65-Jährigen haben diese Befürchtungen.
  3. Eine unzureichende oder schlechte Pflege befürchten lediglich 43 Prozent. Davor, nicht  genug Geld für medizinische Hilfen oder eine professionelle Pflege zu haben oder in einem Notfall nur unzureichend versorgt zu werden, haben weniger als vier von zehn Senioren große Angst.
  4. Ein weiteres Ergebnis der Studie: Die 434 befragten Frauen machen sich insgesamt größere Sorgen um die gesundheitlichen Belange im Alter als die 330 befragten Männer. Die Unterschiede betrugen zwischen 10 und 20 Prozentpunkten und waren damit deutlich.

Abseits der Sorgen um die eigene Gesundheit und der Verbesserungspotenziale in der medizinischen Versorgung älterer Menschen zeigt die Befragung aber auch, dass es um die allgemeinen Lebensumstände der Senioren in Deutschland (noch) ausgesprochen gut bestellt ist.

So geben 92 Prozent der Befragten an, dass sie mit ihrer Lebenssituation zufrieden sind. 91 Prozent äußern sich so über ihre finanzielle Situation, 88 Prozent über die Anzahl ihrer sozialen Kontakte und 78 Prozent sind mit ihrer körperlichen Fitness zufrieden.


Zur Studie
Das Marktforschungsinstitut Forsa hat im März 2016 im Auftrag der Asklepios Kliniken bundesweit 764 nach Alter und Geschlecht repräsentativ ausgewählte Frauen und Männer ab 65 Jahren telefonisch befragt.

17764611761049176103817610391776462 1776463 1761041
preload image 1preload image 2preload image 3preload image 4preload image 5preload image 6preload image 7preload image 8preload image 9preload image 10preload image 11preload image 12preload image 13preload image 14preload image 15preload image 16preload image 17preload image 18preload image 19preload image 20preload image 21preload image 22preload image 23preload image 24preload image 25preload image 26preload image 27preload image 28preload image 29preload image 30preload image 31preload image 32preload image 33preload image 34preload image 35preload image 36preload image 37preload image 38preload image 39preload image 40preload image 41preload image 42preload image 43preload image 44preload image 45preload image 46preload image 47preload image 48preload image 49preload image 50preload image 51preload image 52preload image 53preload image 54preload image 55preload image 56preload image 57preload image 58preload image 59preload image 60preload image 61preload image 62preload Themeimage 0preload Themeimage 1preload Themeimage 2preload Themeimage 3preload Themeimage 4preload Themeimage 5preload Themeimage 6preload Themeimage 7preload Themeimage 8preload Themeimage 9preload Themeimage 10preload Themeimage 11preload Themeimage 12preload Themeimage 13preload Themeimage 14preload Themeimage 15preload Themeimage 16preload Themeimage 17preload Themeimage 18preload Themeimage 19preload Themeimage 20preload Themeimage 21preload Themeimage 22preload Themeimage 23preload Themeimage 24preload Themeimage 25preload Themeimage 26preload Themeimage 27preload Themeimage 28
Bitte bestätigen Sie
Nein
Ja
Information
Ok
loginform
Kommentarvorschau
Kommentarvorschau schliessen
Antwort abbrechen
Ihr Kommentar ist eine Antwort auf den folgenden Kommentar

Keine Kommentare