KBV- Kampagne zum ärztlichen Bereitschaftsdienst

Elf6 Elf 7 – die Nummer mit den Elfen

Unter dem Motto "Die Elfen, die helfen" startete die KBV heute eine groß angelegte PR-Kampagne für den ärztlichen Bereitschaftsdienst. Ziel ist es, die 116 117 bundesweit in der Öffentlichkeit bekannter zu machen.

Im kommenden Jahr soll der Service zu einem bundesweiten Versorgungsportal ausgebaut werden. Markenbotschafter der Kampagne sind zwei Elfen in türkis- und pinkfarbenen Kostümen, "Elf6" und "Elf7", die ab heute in den Medien bekannt gemacht werden soll. "Zugegeben, unsere Elfen sind von ihrem Erscheinungsbild her eher unkonventionell – doch genau dadurch bleiben sie im Gedächtnis. Sie verkörpern im wahrsten Sinne des Wortes die Nummer 116117. Ein bisschen kurios, ein bisschen skurril und dadurch buchstäblich ‚merk’würdig", erklärte Dr. Andreas Gassen, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), zum Start der Kampagne auf einer Pressekonferenz in Berlin.

Mit TV- und Online-Spots, Plakaten und Anzeigen wollen die KBV und die Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) die Bereitschaftsdienstnummer noch bekannter machen. Auch die Webseite www.116117.de erscheint in einem neuen Look. Weiterhin werden Arztpraxen bundesweit mit Werbe- und Informationsmaterial bestückt. Außerdem erhält die 116 117 ein neues Logo, mit dem zum Beispiel die Autos des fahrenden Bereitschaftsdienstes in Berlin kenntlich gemacht werden.

37 Prozent kennen die Telefonnummer 116117 bereits

Im vergangenen Jahr hatten bereits sieben Millionen Anrufer die Nummer gewählt, doch die KBV wolle mehr erreichen, sagte Gassen vor den Journalisten. Hintergrund ist, dass viele Menschen auch mit vergleichsweise harmlosen Beschwerden direkt ins Krankenhaus gehen oder den Notruf 112 wählen. Gassen verwies auf die aktuelle Versichertenbefragung der KBV. Danach verständigen nur 26 Prozent von über 5.600 Befragten den ärztlichen Bereitschaftsdienst, wenn sie nachts oder am Wochenende krank werden. Zwar gaben 37 Prozent an, die Telefonnummer des Dienstes zu kennen, allerdings konnte hiervon wiederum nur gut die Hälfte diese auch korrekt benennen.

Die KBV kündigte an, ein System aufzubauen, das den rat- und hilfesuchenden Patienten ein Angebot via App, Webseite und Telefon anbietet, über das sie mittels einer medizinischen Ersteinschätzung in die richtige Versorgungsebene geleitet werden. "Ein solches Angebot für 82 Millionen Menschen gibt es bislang nirgendwo sonst", sagte Gassen. "Durch die geplante Verlinkung mit dem Rettungsdienst – der 112 – ist gewährleistet, dass auch bedrohliche Notfälle in der geeigneten Struktur landen. Dies kann die Partnerpraxis, der ärztliche Hausbesuch, die Notfallpraxis beziehungsweise ein Integriertes Notfallzentrum oder bei schweren Fällen die Notaufnahme eines geeigneten Krankenhauses sein."

Ab Januar ist eine Weiterleitung zur 112 möglich

Den Ausbau des Service auf eine Serviceplattform rund um die Uhr an 365 Tagen im Jahr erläuterte Dr. Stephan Hofmeister, Stellvertretender Vorsitzender des Vorstands der KBV. Zuerst werden ab dem 1. Januar 2020 auch die Terminservicestellen der KVen unter der Nummer 116117 erreichbar sein. Schon heute können Patienten, die eine entsprechende Überweisung haben, sich dort freie Termine bei einem Facharzt, Hausarzt oder Psychotherapeuten vermitteln lassen. Ebenfalls ab Januar wird außerdem eine direkte telefonische Weiterleitung von der 116117an den Rettungsdienst unter der Nummer 112 möglich sein. Anrufer mit lebensbedrohlichen Symptomen werden sofort an diesen weitergeleitet, sodass der Rettungsdienst direkt übernehmen kann.

Wie Hofmeister darlegt, wird die Entscheidung, welcher Art der Versorgung der Anrufer bedarf, durch medizinisch qualifiziertes Personal erfolgen, welches dabei von einer Software unterstützt wird. Das Verfahren ist standardisiert und wird zurzeit bereits von einigen KVen erprobt. Hofmeister: "Die Erfahrungen sind bislang sehr positiv, nicht nur die Disponenten in den Callcentern, auch die Anrufenden fühlen sich durch die strukturierte Abfrage gut betreut. So wird der Patient gezielt nach Symptomen, Krankheitsbildern, Vorerkrankungen und Risikofaktoren gefragt. Das Ganze dauert wenige Minuten und mündet in eine konkrete Empfehlung zum Zeitpunkt der Behandlung und zum Ort der Versorgung: Kann der Patient selbst in eine Bereitschaftsdienstpraxis gehen, reicht ein Arztbesuch am nächsten Tag, muss er ins Krankenhaus oder sollte gleich der Rettungsdienst verständigt werden?"

Software hilft in den Callcentern bei der Patientensteuerung

Die letztendliche Entscheidung über die Art der Versorgung trifft immer der Mensch am Telefon. Dabei wird er von einer Software SmED geleitet, das steht für "strukturierte medizinischen Ersteinschätzung in Deutschland". SmED basiert auf einem bereits etablierten Verfahren in der Schweiz, das für deutsche Verhältnisse angepasst wurde. Die Software soll beim Fachpersonal in den Callcentern der 116117 zur Verfügung stehen sowie in den Bereitschaftspraxen und den zukünftigen Integrierten Notfallzentren, die in der Notfallversorgung als erste Anlaufstelle für Hilfesuchende dienen sollen.

Im Verlauf des kommenden Jahres wird die KBV außerdem eine App 116 117 für Smartphones herausbringen. In ihrer Grundfunktion, das heißt für die Terminbuchung oder zum Verständigen des Bereitschaftsdienstes, wird die App bereits ab Januar verfügbar sein. Bis Ende des Jahres 2020 sollen weitere Funktionen hinzukommen. Dann können Nutzer auch per Spracheingabe ihre gesundheitlichen Beschwerden vortragen und bekommen anschließend einen Hinweis, wohin sie sich am besten wenden sollen, ob demnächst an einen niedergelassenen Arzt, sofort an den Rettungsdienst oder ob eine Selbstbehandlung ausreichend ist.

Ganz wichtig ist für Hofmeister, dass die App keine Diagnosen stellt. Sie gibt lediglich eine Einschätzung der Dringlichkeit und eine Empfehlung über den Ort der Behandlung. Hofmeister: "Wir nutzen Algorithmen, um Patienten in die für sie geeignete Versorgungsstufe zu leiten – nicht mehr und nicht weniger. Künstliche Intelligenz kann und wird den Arzt oder die Ärztin nicht ersetzen."

App wird mit eTerminservice der KBV verbunden sein

KBV-Vorstandsmitglied Dr. Thomas Kriedel erklärte, dass die Entwicklung der App für die Elf6 Elf7 durch die KV Telematik vorgenommen wurde. Mit ihr können die Nutzer selbst eingeben können, wie dringend sie einen Termin benötigen. Die App vermittelt grundsätzlich die gleichen Angebote, wie es ein Anruf im Callcenter tun würde. Die App wird mit dem eTerminservice der KBV verbunden sein. Den eTerminservice nutzen die Praxen via KV-Connect, um direkt aus der Praxisverwaltungssoftware heraus freie Termine an die Terminservicestellen zu melden. Über die App können sich dann Patienten selbst freie Termine anzeigen lassen und direkt buchen.

 Das Angebot der Elf 6 Elf7 ist von den Ärzten und Psychotherapeuten finanziert und für den Benutzer kostenlos, betonte der KBV-Vorstand auf der Pressekonferenz. Die Planung und Entwicklung erfolgte bereits, bevor das Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) in Kraft getreten war. So wurde etwa das Vorhaben, die Elf6 Elf7 mit der 112 zu verknüpfen, vom KV-System proaktiv vorangetrieben. Es habe aber für bestimmte Kompetenzen der Unterstützung des Gesetzgebers bedurft, die mit dem TSVG ermöglicht worden sind.

 

Ärztlicher Bereitschaftsdienst

An dem Ziel, die 116 117 bekannte zu machen, arbeiten die niedergelassenen Ärzte und die Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) schon seit einigen Jahren. Bereits im Jahr 2012 wurde die Nummer 116117 bundesweit eingeführt. Davor gab es mehr als 1.000 verschiedene Telefonnummern in Deutschland für den ärztlichen Bereitschaftsdienst. Die Rufnummern waren dabei nicht nur von Region zu Region unterschiedlich. Weil die Dienste im Turnusverfahren besetzt werden, wechselten die Nummern auch oft, je nach aktueller Zuständigkeit. Diese Unübersichtlichkeit war, so erklärte Gassen auf der Pressekonferenz, sicherlich ein Grund dafür, dass der ärztliche Bereitschaftsdienst vielen Bürgern kaum bekannt war. Und bis ein Patient die aktuelle Nummer herausgefunden hatte, war er im Zweifelsfall dann doch schneller ins Krankenhaus gefahren – ein Phänomen, dass trotz der einheitlichen Nummer bis heute greift. Zwar ist die Nummer deutschlandweit etabliert und auch der Service dahinter ist bekannter geworden. Im vergangenen Jahr haben bereits über sieben Millionen Menschen, Tendenz steigend, die Nummer gewählt. Doch immer noch gehen 42 Prozent der Bürger auch mit Bagatellen ins Krankenhaus, wenn sie nachts oder am Wochenende ärztliche Hilfe benötigen. Das ergab die KBV-Versichertenbefragung. Demnach alarmiert außerdem fast jeder Vierte (23 Prozent) von 5.650 Befragten, den Rettungsdienst unter der Nummer 112. Nur 26 Prozent wenden sich an den ärztlichen Bereitschaftsdienst.

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