Illegale Zahnaufhellungskurse in Großbritannien

In nur 5 Stunden von der Kosmetikerin zum Bleachingprofi

In Großbritannien werden offenbar immer mehr Zahnaufhellungen statt in Zahnarztpraxen illegal in Beauty Salons durchgeführt. Die Zahl der gemeldeten Verstöße stieg allein 2019 um 26 Prozent, teilt der General Dental Council (GDC) mit.

Den Teilnehmern wurde in einem Bleachingkurs gesagt, dass sie mit dem Zertifikat ein Bleaching-Studio gründen und dann "mindestens 80 Pfund pro Sitzung" verdienen könnten. Im Falle eines Notfalls bei der Behandlung sollen sie sich als Studenten ausgeben und "wie alle anderen einen Krankenwagen" rufen. Adobe Stock_New Africa

Im vergangenen Jahr wurden dem GDC 732 Fälle von illegal durchgeführten Bleachings gemeldet - ein Anstieg von 26 Prozent gegenüber 582 Fällen im Jahr 2018. Der GDC als zahnärztliche Aufsichtsbehörde stützt sich dabei auf Meldungen von Patienten, was bedeutet, dass die tatsächliche Anzahl der Verstöße viel höher liegen könnte.

Seit 2015 hat der GDC nach eigener Aussage 126 Strafverfahren gegen illegale Zahn-Bleachings eingeleitet, allerdings fehlt ihm die Befugnis, diejenigen zu verfolgen, die die Bleaching-Schulungen anbieten und durchführen. Zahnaufhellungen dürfen in Großbritannien nur von Fachpersonal - und das sind ausschließlich ausgebildete Zahnärzte - durchgeführt werden, das bei der GDC registriert ist.

Undercover in einem Kurs der London School of Nails and Beauty

Die britische BBC deckte nach eigenen Berichten mehrere Unternehmen auf, die Bleaching-Kurse anbieten, in denen man die Behandlung und Durchführung in nur wenigen Stunden erlernen können soll. So schildern die Reporter, dass sie undercover einen Kurs an der London School of Nails and Beauty besucht hatten, der fünf Stunden dauerte.

Den Teilnehmern wurde demnach gesagt, dass sie mit dem Zertifikat ein Bleaching-Studio gründen und dann "mindestens 80 Pfund pro Sitzung" verdienen könnten. Die Kursleiterin habe betont, dieses Procedere sei völlig legal, da die Patienten aufgefordert würden, Teile der Behandlung selbst zu übernehmen.

Illegale Bleachings in Großbritannien: Insgesamt 2.885 Fälle wurden in den letzten vier Jahren der Zahnarztaufsicht GDC gemeldet. Zum Teil mit schlimmen gesundheitlichen Folgen wie Zahnverlust, Verbrennungen und Blasen.

Quelle GDC

Ein Sprecher des General Dental Council stellt dagegen klar, dass allein die Übergabe eines Bleaching-Kits an einen Patienten mit Tipps zur Anwendung eine Straftat darstellen könnte. Die British Dental Association (BDA) sagte, dass solche "Scheinschulen" sich die "Anfälligkeiten" von Kosmetikerinnen zunutze machen würden. Die BBC lässt in ihrem Bericht denn auch Frauen zu Wort kommen, die sich von dieser "Weiterbildung" erhofften, ihren Salon wirtschaftlich wieder flott machen zu können. Doch schon die Teilnahme an solchen Kursen ist laut BDA strafbar, jeder Kurs muss außerdem beim GDC angemeldet werden, unterlässt das der Anbieter, macht er sich ebenfalls strafbar.

"Wenn ein Notfall passiert, geben Sie sich als Student aus!"

Notfälle wurden während des Kurses, an dem die BBC-Reporter teilnahmen, übrigens überhaupt nicht behandelt, erzählen die BBC-Reporter. Als die Kursleiterin gefragt wurde, was im Notfall zu tun sei, habe sie den Teilnehmern geraten, sich als Studenten auszugeben und "wie alle anderen einen Krankenwagen" zu rufen.

"Ich war Zahnarzt mit der vollen personellen und technischen Unterstützung, als ein Patient einen Herzinfarkt erlittt", berichet Dr. Ben Atkins, Präsident der Oral Health Foundation. "Es wäre katastrophal für den Patienten als auch für die Person, die unberechtigterweise die Behandlung durchführt und der man weismachte es sei legal, dies zu tun."

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