Zahnärztetag Westfalen-Lippe

Prävention neu denken

Von der Prophylaxe im Milchgebiss über die richtige Zahnbürste bis zur Betreuung im Senioren- oder Pflegeheim: Präventionkonzepte sind das Top-Thema auf dem Zahnärztetag Westfalen-Lippe 2018.

"Zahnärzte, Kommunen und Krankenhäuser dürfen jetzt arztgruppengleiche MVZ gründen. Für diese Kapitalgeber ist es deshalb ganz einfach: Sie kaufen eine psychiatrische Klinik und dann haben sie diesen Status", sagte Dr. Klaus Bartling in seiner Auftaktrede am Freitag. Der Präsident der Zahnärztekammer Westfalen-Lippe benannte die Bedrohung der Versorgungslandschaft durch ausländische MVZ-Investoren als eines von vier aktuellen Problemen in der zahnmedizinischen Versorgung. ZÄKWL

Mit über 3.000 Teilnehmern ist der Zahnärztetag in Westfalen-Lippe eine der größten und bestbesuchten Fortbildungsveranstaltungen für Zahnmediziner und deren Praxismitarbeiter. Erstmals stand bei einem Zahnärztetag die Prävention im Mittelpunkt der Fortbildungstage: "Prävention neu gedacht – effektiv und patientenorientiert" hieß das Thema unter Tagungspräsident Prof. Dr. Stefan Zimmer aus Witten.

"Die Prävention ist seit vielen Jahren die Grundlage unserer zahnmedizinischen Tätigkeit. Ich begrüße es sehr, dass die Prävention auch politisch einen hohen Stellenwert einnimmt und die Leistungen der Zahnärzteschaft geschätzt werden", sagte Kammerpräsident Dr. Klaus Bartling zur Eröffnung in der Stadthalle Gütersloh.

"Der Zahnärztetag wird einen umfassenden Überblick über aktuelle Konzepte der Prävention bieten, von der Prophylaxe im Milchgebiss bis zur Betreuung im Senioren- oder Pflegeheim", ergänzte Zimmer. "Dabei werden die Referenten ihren Fokus darauf richten, praxisrelevante Evidenz für die tägliche Arbeit zum Wohle der Patienten zu vermitteln."

Investoren gründen MVZ - und gefährden die Versorgung

Kammerpräsident Dr. Klaus Bartling benannte vier aktuelle Probleme in der zahnmedizinischen Versorgung: 1. die immer noch nicht umgesetzte Approbationsordnung; 2. die Fachsprachenprüfung, bei der nur die Fachsprachenkompetenz bewertet  werden dürfe, die fachlichen Defizite der ausländischen Bewerber jedoch außen vor gelassen werden; 3. die befürchtete Bürokratielast durch die Datenschutzgrundverordnung sowie 4. die Bedrohung der Versorgungslandschaft durch ausländische MVZ-Investoren.

"Zahnärzte, Kommunen und Krankenhäuser dürfen jetzt arztgruppengleiche MVZ gründen. Für diese Kapitalgeber ist es deshalb ganz einfach: Sie kaufen zum Beispiel eine psychiatrische Klinik und dann haben sie diesen Status", erläuterte Bartling. "Diese Investoren versprechen sich vom deutschen Gesundheitsmarkt einzig eine lukrative Rendite. Das intendierte Ziel der Politik, die Versorgung auf dem Land zu stärken, erfüllen sie gar nicht - diese MVZ sitzen ja in den Ballungszentren."

Auch er mache sich Sorgen, was die Kettenbildung angeht, pflichtete NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) bei. Es sei aber auch Aufgabe der Freiberufler, den Wert der Freiberuflichkeit in die neue Generation hineinzutragen.

"Die Kammern sitzen auf dem Ast der Freiberuflichkeit, deshalb ist es auch an ihnen, darüber nachzudenken, wie man diese Freiberuflichkeit wirtschaftlich betreiben kann." Laumann bezeichnete sich als einen "Freund der Selbstverwaltung" und versprach, wo immer es möglich ist, staatliche Aufgaben auf die Kammer zu übertragen.

Aber: "Wir haben arztgruppengleiche MVZ zugelassen, weil in der allgemeinmedizinischen Versorgung die Hütte brennt. Wenn wir nur Zahnärzte hätten, dann hätten wir das bestimmt nicht gemacht! Ich sehe allerdings keinen Grund, bei den Zahnärzten eine Ausnahme zu machen und diese Regelung bei Ihnen aufzuheben, denn noch haben wir ja kein Problem in der zahnärztlichen Versorgung! Sie können jedoch sicher sein, dass wir diese Entwicklung mithilfe kleiner Stellschrauben lenken."

Wie sieht es eigentlich im Mund aus? Auf Einladung der Zahnärztekammer konnten Gütersloher Grundschulkinder im Foyer des Stadttheaters eine begehbare Mundhöhle erkunden und im Kariestunnel unter Schwarzlicht sehen, wie gut sie ihre Zähne putzen.| Jette Krämer

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