Posterpreis geht an das IDZ

Zur Zukunft der regionalen Versorgung

Dr. Nele Kettler vom Institut der Deutschen Zahnärzte hat für ihre Posterpräsentation auf dem Deutschen Versorgungskongress in Berlin den ersten Preis bekommen. Ihre Kernaussage: Mittelfristig ist keine regionale zahnärztliche Unterversorgung zu erwarten.

In welcher Region (Nord-, Ost, Süd-, Westdeutschland) und welchem raum (ländlich, mittelständisch, großstädtisch) wollen angehende Zahnärzte dauerhaft praktizieren? Das Ergebnis: Angehende Zahnärzte wollen vor allem in Süd- und Westdeutschland praktizieren. Der mittelstädtische Raum wird bevorzugt (Mehrfachantworten wurden zugelassen, daher Summen größer als 100 Prozent). Copyright IDZ

Anhand dieses Posters stellte Dr. Nele Kettler erste Ergebnisse der derzeit laufenden IDZ-Studie zum Berufsbild angehender und junger Zahnärzte dar. | Copyright IDZ

Die Kernaussage stützt sich auf erste Ergebnisse einer derzeit laufenden IDZ-Studie zum Berufsbild angehender und junger Zahnärzte. Demnach gaben nahezu 80 Prozent aller befragten Zahnmedizinstudenten an, in ihrer Herkunftsregion tätig werden zu wollen. Diese Verteilung entspreche etwa der Verteilung aktuell zahnärztlich tätiger Zahnärzte, erläuterte Kettler. Neben dem städtischen wurde auch der ländliche Raum als Arbeitsort in Betracht gezogen. Der Sicherstellungsauftrag könne somit mittelfristig gewährleistet werden.

Zur Methodik der Studie

Für die IDZ-Studie wurden in einer ersten Erhebungswelle Zahnmedizinstudenten des 9. und 10. Semesters befragt. Die Fragebögen, insgesamt 1.972, wurden zwischen November 2014 und März 2015 mithilfe der Fachschaften bundesweit an die Studierenden verteilt. 1.367 Zahnmedizinstudenten haben sich an der Umfrage beteiligt (69,3 Prozent). Neben der quantitativen Befragung mittels Fragebögen erfolgte zudem eine qualitative Befragung in sogenannten Fokusgruppen. Diese fanden im Juli und August 2014 in München, Köln und Halle/Saale mit insgesamt 24 Teilnehmern statt.

Die Studie wird fortgeführt. In einer zweiten Erhebungswelle wurden bereits Assistenzzahnärzte befragt, in der dritten Erhebungswelle, diese soll im Frühjahr 2019 stattfinden, junge angestellte und niedergelassenen Zahnärzte.

 

Wie angehende Zahnärzte künftig arbeiten wollen:

In welcher Arbeitsform planen angehende Zahnärzte ihre Tätigkeit (Niederlassung/Anstellung)? Das Ergebnis: Zwischen denjenigen, die niedergelassen und denen, die angestellt arbeiten wollen, zeigen sich bei den Angaben sowohl zur gewünschten Beschäftigungsregion als auch zum Beschäftigungsraum kaum Unterschiede. | Copyright IDZ

Wie wirkt sich die geografische Herkunft von Zahnmedizinstudierenden auf die Wahl der zukünftigen Arbeitsregion aus? Das Ergebnis: Vor allem die eigene Herkunftsregion ist bei Studierenden als zukünftiger Arbeitsort sehr beliebt (Mehrfachantworten wurden zugelassen, daher Summen größer als 100 Prozent). | Copyright IDZ

 

„Aus den Ergebnissen ergeben sich keine Anhaltspunkte dafür, dass eine regionale zahnärztliche Unterversorgung, vor allem im ländlichen Rau, zu erwarten ist“, schlussfolgert Kettler aus den aktuell vorliegenden Daten. Die Studie liefere jedoch nur Aussagen zu weiträumig gefassten Regionen und Räumen. Laut Kettler könne man hier lediglich von der „Bekundung gewünschter Präferenzen“ statt „konkreter Pläne“ ausgehen – die Aussagekraft der Studie zur Vorhersage des zukünftigen zahnärztlichen Versorgungsgeschehens sei somit limitiert. Dennoch können die Ergebnisse erste Hinweise darauf geben, ob grundsätzlich eine weiträumige Unterversorgung befürchtet werden muss. Dies sei nach Analyse der Antworten der Befragten zur in Frage kommenden zukünftigen Beschäftigungsregion zunächst nicht der Fall.

Quelle: Kettler, N., Frenzel Baudisch, N., Klingenberger, D., Jordan, A.R., „Zukunft der regionalen zahnärztlichen Versorgung,  Poster P135, Deutscher Kongress für Versorgungsforschung, Berlin, 04.-06.10.2017.

Zum Preis

Auf dem 16. Deutschen Kongress für Versorgungsforschung, der vom 4. bis 6. Oktober in Berlin stattfand, wurden die besten drei Poster prämiert. Der erste Preis an das IDZ ist mit 500 Euro dotiert. Der zweite Preis in Höhe von 250 Euro ging an Stephanie Heinemann, Göttingen für ihre Präsentation zum Thema "Factors that may reduce the use of sleeping pills in hospitals – a survey of hospital doctors and nurses". Der dritte Preis ging an Dr. Isabella Scholl, Hamburg, für ihr Thema "Organizational- and system-level factors that influence the implementation of shared decision-making – a scoping review".

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