Umfrage der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Berlin

90 Prozent der Berliner Praxen leiden unter gestiegenen Energiekosten

Wie die Realität in Berliner Arztpraxen derzeit aussieht, zeigt eine aktuelle Umfrage der KV Berlin unter mehr als 1.200 Praxen. Mehr als 90 Prozent der Umfrageteilnehmenden verzeichnen Kostensteigerungen.

Gehen bald die Lichter aus? Viele Praxen sparen laut Umfrage bereits, wo es nur geht: Sie schalten Geräte aus, reduzieren Raumtemperatur und Lichtquellen, benutzen nur noch kaltes Wasser oder reduzieren ihre Sprechzeiten. Mancher denkt sogar über eine Praxisaufgabe nach. HNFOTO - stock.adobe.com

Explodierende Energiekosten und die massiven Kostensteigerungen durch die hohe Inflation betreffen auch die Arztpraxen. Ohne staatliche Unterstützung werde sich die Situation in der ambulanten Versorgung weiter zuspitzen und es massive Beeinträchtigungen in der Patientenversorgung geben, warnt die KV Berlin. Um einen Überblick zu den steigenden Energiekosten in den Praxen zu erhalten, hatte sie eine Blitzumfrage gestartet.

Ergebnis: Fast alle berichten über Kostensteigerungen für Strom (91 Prozent) und Heizen (93 Prozent), mehr als die Hälfte der gut 1.200 befragten Berliner Arzt- und Facharztpraxen hat von ihren Energieanbietern bereits Preisanpassungen erhalten. Dabei seien die Energiepreise jeweils mindestens um das Doppelte gestiegen, heißt es. Aber auch beim Einkauf von Medizinprodukten, technischen Geräten und Artikeln des täglichen Praxisbedarfs wie Hygienematerial, Ausgaben für Hausbesuche und Praxis-IT sind die Kosten im Laufe dieses Jahres gestiegen, zeigen die Umfrageergebnisse im Detail.

Diese Kostensteigerungen benannten die Befragten im Detail. Der Punkt „Sonstiges” beinhaltet unter anderem Kosten für Reinigung und Hygienemaßnahmen im Zusammenhang mit Corona, Fahrtkosten sowie Kosten für die Praxis-IT. | KV Berlin

Um die Kosten niedrig zu halten, reizen die Praxen alles aus, was geht, informiert die KV Berlin. So werden etwa Geräte ausgeschaltet, Raumtemperatur und Lichtquellen reduziert, nur noch kaltes Wasser benutzt und Praxiszeiten reduziert. Viele Praxen prüfen demnach auch Leistungsreduzierungen, insbesondere Praxen, die viel Energie verbrauchen. Die meisten Praxen versuchen Energie zu sparen, wo es nur geht. Einige berichten aber auch, dass sie keine Einsparpotenziale mehr sehen. Als Konsequenz erwägen die Inhaber, Personal abzubauen, in kleinere Praxisräume umzuziehen oder sogar eine Praxisschließung beziehungsweise eine vorzeitige Praxisaufgabe.

92 Prozent unterstützen Forderung nach Energie-Rettungsschirm

Mehr als neun von zehn (92 Prozent) der Befragten sprechen sich für einen von der KV Berlin geforderten Energie-Rettungsschirm aus, um die kommende Zeit mit den hohen Preisen zu überstehen. Andere finden die Lösung zu kurz gedacht, vielmehr sollten die realen Energiekostensteigerungen sowie die Inflation berücksichtigt werden.

Arzt- und Zahnarztpraxen fallen nicht unter die Energiespar-Verordnung. Grundsätzlich sind in Betrieben aber „gesundheitlich zuträgliche Raumtemperaturen“ angezeigt. Was heißt das für den Herbst und Winter?

Die KV Berlin fordert nach dem jüngst beschlossenen Krankenhaus-Hilfspaket in Höhe von acht Milliarden Euro (zm berichtete) eine Gleichbehandlung für die Praxen und damit finanzielle Unterstützung angesichts der steigenden Energiekosten. Allein in Berlin fehlen nach Angaben der KV bis zu 50 Millionen Euro pro Jahr für die Gesundheitsversorgung, was zu Leistungsreduzierungen führen wird. Auch die Krankenkassen blendeten die Kostenentwicklung in den Praxen aus und hätten die stark steigenden Inflationskosten in den Honorarverhandlungen ignoriert, heißt es.

Befragt wurden 1.447 Berliner Praxen aller Fachgruppen, 1.247 vollständige Datensätze sind in die Auswertung eingeflossen. Die Mehrheit der Befragten (69 Prozent) waren Einzelpraxen.

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