BDA warnt vor zuviel Spritz

Prosecco-Smile bedroht Briten

Der Zahngesundheit zuliebe sollte man keinen Prosecco mehr trinken, verkündete die British Dental Association. Gerade Frauen seien von dem "Prosecco-Lächeln" bedroht. Die Reaktion der Italiener folgte prompt!

"Finger weg vom Spritz, denn er führt zu Karies", fordern britische Zahnärzte. "In bescheidenen Mengen wirkt unser Prosecco Wunder", kontern die Italiener. [M] Subbotina Anna / Igor Gromoff - Fotolia

"Zu viel von allem ist schlecht, aber zu viel Champagner ist genau richtig", sagte schon F. Scott Fitzgerald, gefeierter US-Autor von "Der große Gatsby". Fitzgerald war allerdings kein Arzt und wir leben auch nicht mehr im frühen 20. Jahrhundert. Heute können sich viele Briten diesen Rat nicht mehr leisten, also trinken sie statt dem teuren Champagner zu viel Prosecco.

40 Millionen Liter süppelten die Briten 2016 weg

Von 2013 bis 2014 verdoppelte sich der Prosecco-Konsum in Großbritannien, meldet "The Guardian". Im Jahr 2016 wuchs der Markt um ein weiteres Drittel - 366 Millionen Euro gaben die Briten vergangenes Jahr für den Spritz aus, ganze 40 Millionen Liter süppelten sie weg. 136 Millionen Flaschen im Jahr - das macht ein Drittel der weltweiten Prosecco-Produktion.

Jetzt aber macht die British Dental Association (BDA) den trinkfreudigen Tommys die Brause madig. "Prosecco greift mit einem Mix aus Karbonisierung, Süße und Alkohol die Zähne an, was zu Empfindlichkeit und Zahnschmelzerosion führt, zitiert "The Guardian" Prof. Damien Walmsley, einen wissenschaftlichen Berater der British Dental Association (BDA).

"Kohlensäurehaltige Getränke erhalten ihren Spritz aus der Freisetzung von Kohlendioxid, das sich in Kohlensäure auflöst. Dies sorgt für einen erfrischenden Geschmack, macht die Getränke aber auch saurer. Hinzu kommt, dass Prosecco mit etwa einem Teelöffel Zucker pro Glas daherkommt."

"Ein paar Gläser sind in Ordnung!"

Seine Warnungen wurden auch von anderen Experten geteilt. "Prosecco ist sauer und mit Zucker versetzt. Ein paar Gläser sind in Ordnung, aber man bekommt schnell ein Problem, wenn man zu viel davon trinkt", pflichtete Dr. Mervyn Druian vom London Centre for Cosmetic Dentistry bei.

Seiner Ansicht sind gerade Frauen vom sogenannten "Proseccolächeln" bedroht. Druian sagte der Zeitung: "Insbesondere Frauen trinken gerne Prosecco, aber im Gegensatz zu Wein, den man in der Regel zum Essen trinkt, kann man am Prosecco auch einfach nur nippen und ein paar Gläser nehmen, ohne es zu merken."

Erstes Anzeichen des Prosecco-Lächelns sei, dass das Zahnfleisch die Zähne nicht mehr richtig umschließt. "Es beginnt mit einer weißen Linie knapp unter dem Zahnfleisch, die, sich ein bisschen weich anfühlt - das ist der Beginn von Karies, der zu Füllungen und zahnärztlichen Arbeiten führen kann. "

Jetzt gehen die Italiener auf die Barrikaden

Das lassen die Italiener nicht auf sich sitzen: Italienische Politiker haben die Berichte dementiert. "Lieber Guardian, sage die Wahrheit - Prosecco lässt die Briten auch lächeln! Stoppen Sie die fake news bitte, "tweetete Italiens Landwirtschaftsminister Maurizio Martina.

Und Deborah Serracchiani, Gouverneurin der Region Friaul-Venezia-Giulia, schrieb auf Twitter: "Nach dem Brexit müssen wir den Briten helfen, wieder zu lächeln. In bescheidenen Mengen wirkt unser Prosecco Wunder."

"Nach dem Brexit müssen wir den Briten helfen, wieder zu lächeln!"

Die Behauptungen wurden auch von italienischen Zahnärzten bestritten. Prof. Mario Aimetti, Präsident elect der Società Italiana di sagt: "Es gibt nichts, um diesen Kreuzzug gegen den Prosecco zu rechtfertigen.“ An der Anschuldigung, dass er die Zähne schädigt, sei nichts dran. "Es gibt viele Getränke und Lebensmittel, die Kavitäten verursachen können, aber es ist schwierig, Prosecco als besonders gefährliches Produkt auszumachen.  Lasst uns nicht den Prosecco dämonisieren. Die wirkliche Gefahr ist, wenn man die Zahnhygiene vernachlässigt."

Die British Dental Association verzichtete indes auf eine spezifische Agenda gegen Prosecco verzichtet. Sie gab lediglich bekannt, dass es auf die Häufigkeit des Konsums ankommt und darauf, ob der Prosecco solo oder als Essensbegleiter getrunken wird.

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Michael Sengewald

Michael Sengewald
Keine Ahnung, was die Briten da trinken, echter Prosecco wird's nicht sein! Bei den Mengen kann's nur aufgepanschter Wein unbekannter Herkunft sein (nicht überall, wo Prosecco draufsteht, ist auch der Gute aus dem Valdobbiadene drin... können die sich ohnehin
mehr anzeigen ...
nicht leisten). Da würde die Studie ja noch halbwegs Sinn machen. Aber man will wohl auch von den Unzulänglichkeiten des NHS ablenken.

Vor 2 Monaten 3 Tagen
1505325727
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