Cortisol als Marker

Speichel bestimmt Burn-out-Risiko

Ob jemand unter einem Burn-out leidet, lässt sich anhand einer einfachen Speichelprobe feststellen. Als Marker dient das Hormon Cortisol.

Burn-out-gefährdete Menschen können durch eine einzelne Speichelprobe mit einer Genauigkeit von annähernd 100 Prozent identifiziert werden. foto_tech

Das Anti-Stresshormon Cortisol aktiviert abbauende Stoffwechselvorgänge und stellt dadurch dem menschlichen Körper energiereiche Verbindungen zur Verfügung. Seine dämpfende Wirkung auf das Immunsystem wird auch dazu verwendet, überschießende Reaktionen zu unterdrücken und Entzündungen zu hemmen. Cortisol wird vor allem beim Aufstehen ausgeschüttet und kurbelt so den Kreislauf an.

Dann sinkt der Cortisol-Spiegel bei gesunden Menschen im Lauf des Tages wieder ab – bis am Abend praktisch kein Cortisol mehr messbar ist. Anders ist es bei Menschen, die unter Dauerstress leiden: Der Körper hält den Cortisolspiegel viel länger im messbaren Bereich, um mit dem anfallenden Stress fertig zu werden – wird der Stress dann „chronisch“, entstehen hohe Cortisolspiegel ohne normale Tagesrhythmik.

Forscher der MedUni Wien wiesen nun nach, dass man mit nur einer am Mittag oder am Abend gewonnenen Speichelprobe den erhöhten Cortisol-Spiegel nachweisen und damit das Risiko für Burn-out messbar machen kann.

Der Weltgesundheitsorganisation (WHO) liegen Depressionen auf Platz eins der weltweiten Krankheitslast. Bis 2030 befinden sich voraussichtlich drei psychische Krankheiten unter den Top 5: Depression, Alzheimer und andere Formen der Demenz beziehungsweise Alkoholsucht.

Dazu wurden arbeitsbezogenen Stress- und Cortisol-Spiegel von Burnout-Patienten mit denen gesunder Arbeitnehmer verglichen. „Es zeigte sich, dass  jene Personen, bei denen mit psychologischen Methoden eine hohe arbeitsbezogene Stressbelastung nachgewiesen werden konnte, sowohl zu Mittag als auch am Abend auffallend höhere Cortisolwerte aufwiesen. Des Weiteren beobachteten wir, dass sich der klinische Verlauf und die Cortisolwerte der Patientinnen und Patienten unter der Therapie in der von der KFA eigens dafür eingerichteten Stressambulanz besserten. Das bedeutet, dass wir diesen Marker für die Identifikation von Menschen mit erhöhtem Burnout-Risiko präventiv verwenden können.“, sagen die Experten.

Die Genauigkeit ist annähernd 100 Prozent

"Unsere derzeitigen Daten lassen vermuten, dass man Burn-out-gefährdete Menschen durch eine einzelne Speichelprobe mit einer Genauigkeit von annähernd 100 Prozent identifizieren kann, bei der aus der Literatur bekannten mehrfachen Speichelabgabe am Morgen hatten wir mit aufwendigeren Methoden eine viel größere Schwankungsbreite.“

Schon vier Stunden nach der Probenabgabe gibt es nun eine sichere Analyse, die auch im Vergleich zur Untersuchung von stressrelevanten Blutparametern besser abschnitt. „Mit diesen Ergebnissen werden wir in Kooperation mit der Stressambulanz des Gesundheits- und Vorsorgezentrums der KFA unsere Präventionsbemühungen bei stressassoziierten Erkrankungen noch mehr intensivieren“ betonten die Forscher.

A. Pilger, H. Haslacher, B. Mayer, A. Lackner, S. Nassan-Agha, S. Nistler, C. Stanglmaier, G. Endler, A. Mikulits, I. Priemer, F. Ratzinger, E. Ponocny-Seliger, E. Wohlschläger-Krenn, M. Teufelhart, H. Täuber, T. Scherzer, T. Perkmann, G. Jordakieva, L. Pezawas und R. Winker, Midday and nadir salivary cortisol appear superior to cortisol awakening response in burnout assessment and monitoring, in: nature, published: <time itemprop="datePublished" datetime="2018-06-14">14 June 2018</time>

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