90 Prozent der Schüler fehlt Gesundheitskompetenz
Auch Wohlbefinden und Zuversicht haben sich demzufolge verschlechtert. Nur noch 57 Prozent der Kinder und Jugendlichen blicken positiv in die Zukunft. Im Vorjahr waren es 62 Prozent.
Zugleich berichten 49 Prozent von einem verminderten Wohlbefinden, nach 41 Prozent im Schuljahr 2022/23. Rund der Hälfte fällt es schwer, im Alltag interessante Dinge wahrzunehmen sowie gut gelaunt, entspannt und aktiv zu sein – was nach Definition der Weltgesundheitsorganisation WHO zu einem guten Wohlbefinden zählt.
Fast jedes zweite Schulkind hat Schlafprobleme
Zugenommen haben auch konkrete gesundheitliche Belastungen. Fast jedes zweite Schulkind berichtet von Schlafproblemen, 2019/20 waren es noch 36 Prozent. Mehr als zwei Drittel fühlen sich mindestens einmal wöchentlich erschöpft. Drei Jahre zuvor lag der Anteil bei 52 Prozent.
Eine Rolle könnte dabei nach Einschätzung von Michael Hubmann, Präsident des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärztinnen und -ärzte (BVKJ), übermäßiger Medienkonsum spielen. Auch die zunehmenden Schwierigkeiten von Kindern, Interessantes im Alltag wahrzunehmen, bringt der Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin mit intensiver Mediennutzung in Verbindung.
Wer Signale versteht, kann gegensteuern
„Damit aus den akuten Belastungen von heute keine chronischen Krankheiten von morgen werden, müssen wir junge Menschen stark machen. Das wirksamste Werkzeug dafür ist die Gesundheitskompetenz. Nur wer früh lernt, die Signale des eigenen Körpers zu verstehen und gegenzusteuern, bleibt langfristig stabil“, kommentierte Studienleiter Prof. Reiner Hanewinkel beim IFT-Nord in Kiel die Ergebnisse.
Gesundheitskompetenz umfasst laut DAK-Gesundheit das Zusammenspiel von Motivation für das Thema Gesundheit, vorhandenem Wissen und der Fähigkeit, Informationen kritisch zu bewerten.
Angesichts dieser Entwicklungen werden zunehmend strukturelle Veränderungen diskutiert – darunter auch die Einführung eines eigenen Schulfachs Gesundheit. Fast drei Viertel der befragten Schüler befürworten diese Idee. 28 Prozent bewerten den Vorschlag sogar als „sehr gut“.
„Bildungserfolg und Gesundheit hängen untrennbar zusammen“, betonte DAK-Chef Andreas Storm. Er fordert, die Gesundheitskompetenz von Kindern und Jugendlichen stärker zu fördern und Gesundheit „als festen Bestandteil von Bildung“ zu begreifen. Den Handlungsbedarf beim schulischen Lernen machten auch die aktuellen Pisa-Ergebnisse „überdeutlich“.
Für den DAK-Präventionsradar hat das Institut für Therapie- und Gesundheitsforschung (IFT-Nord) im Auftrag der DAK-Gesundheit mehr als 30.000 Schulkinder der Klassen fünf bis zehn aus 15 Bundesländern befragt.


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