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Minimierungskonzept scheint zu greifen

Antibiotikaeinsatz in der Tierhaltung sinkt leicht

Die erfassten Verbrauchsmengen von für die Humanmedizin besonders wichtigen Wirkstoffen konnten seit Bestehen des Antibiotika-Minimierungskonzeptes deutlich von mehr als 66 Tonnen im Jahr 2014 bei Masttieren auf 29 Tonnen im Jahr 2025 bei allen Nutztieren reduziert werden. VICTOR A ARGUELLO - stock.adobe.com
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Gesellschaft
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Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat den Wissenschaftsbericht „Antibiotika-Verbrauchsmengen und Therapiehäufigkeit 2025“ veröffentlicht. Fazit: Der Antibiotikaeinsatz sinkt, aber in der Mast besteht weiteres Senkungspotenzial.

Wie in der Humanmedizin wird auch in der Tierhaltung auf den möglichst sparsamen Gebrauch von Antibiotika hingewirkt – hier mit dem im Jahr 2014 eingeführten „Antibiotika-Minimierungskonzept“. Das BfR bewertet in diesem Rahmen die Antibiotikaverbrauchsmengen bei Rindern, Schweinen, Hühnern und Puten sowie die Therapiehäufigkeiten verschiedener Nutzungsarten, darunter zugekaufte Kälber, Milchkühe, Mastferkel und ‑schweine, Masthühner, Lege- und Junghennen sowie Mastputen. Der aktuelle Bericht für das Jahr 2025 zeigt einen leichten Rückgang der Gesamtverbrauchsmengen um etwa drei Prozent gegenüber dem Vorjahr. „Seit der Einführung des Antibiotika-Minimierungskonzepts ist der Einsatz von für die Humanmedizin wichtigen Wirkstoffen deutlich reduziert worden”, sagt BfR-Präsident Prof. Andreas Hensel. „Zudem sind in vielen neu in das System aufgenommenen Nutzungsarten bereits leichte Rückgänge des Antibiotika-Einsatzes zu verzeichnen. Bei den Masttieren sollte allerdings eine weitere Reduktion angestrebt werden.“

Antibiotika-Einsatz und Therapiehäufigkeiten

Insgesamt wurde im Jahr 2025 in allen Nutzungsarten ein Antibiotikaverbrauch von etwa 494 Tonnen erfasst. Dies entspricht einem Rückgang von etwa drei Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die bei Rindern, Schweinen, Hühnern und Puten erfassten Verbrauchsmengen von für die Humanmedizin besonders wichtigen Wirkstoffen konnte seit Bestehen des Antibiotika-Minimierungskonzeptes deutlich von mehr als 66 Tonnen im Jahr 2014 bei Masttieren auf 29 Tonnen im Jahr 2025 bei allen Nutztieren reduziert werden. Der Rückgang ist hauptsächlich auf die Reduktion des Antibiotikums Colistin zurückzuführen.

Die Therapiehäufigkeit ging bei fast allen der im Jahr 2023 neu erfassten Nutzungsarten zurück, besonders stark bei Legehennen (−55 Prozent) und Milchkühen (−7 Prozent). Bei Masttieren stiegen die Therapiehäufigkeiten dagegen zumeist an, am stärksten bei Masthühnern (+6 Prozent) und Mastputen (+5 Prozent).

Antibiotikamonitoring in der Tierhaltung

Die rechtliche Grundlage für den Bericht des BfR bildet das Tierarzneimittelgesetz (TAMG). Dieses schreibt vor, dass der Einsatz von Antibiotika in Betrieben, die Rinder, Schweine, Hühner oder Puten halten, dokumentiert und den zuständigen Landesbehörden mitgeteilt werden muss. Das BfR erhält diese Daten in pseudonymisierter Form. Bis zum Jahr 2022 galt die Mitteilungspflicht nur für den Einsatz von Antibiotika bei Masttieren. Seit dem 1. Januar 2023 gelten neue Regeln für die Erfassung antibiotischer Anwendungen. Diese umfassen die Anpassung der Nutzungsarten, eine neue Kategorie der Antibiotika-Beobachtung, die Übertragung der Mitteilungsverpflichtung über Antibiotikaanwendungen von den Tierhaltern auf die behandelnden Tierärztinnen und Tierärzte sowie die Einführung eines Gewichtungsfaktors für besonders wichtige antibiotische Wirkstoffe für die Humanmedizin.

Entwicklung der Antibiotika-Resistenzen

Die Resistenzentwicklung bei E. coli von Mastschweinen sowie Mastkälbern und Jungrindern ist weniger positiv als noch vor zwei Jahren. Kurzfristig, im Vergleich von 2025 zu 2023, stiegen die Resistenzraten bei E. coli von Mastschweinen bei der Schlachtung gegenüber den Wirkstoffen Sulfamethoxazol und Trimethoprim signifikant an. Die langfristigen Trends für den Zeitraum von 2015 bis 2025 zeigen bei Mastschweinen lediglich gegenüber einer einzigen Substanz eine statistisch signifikante Abnahme der Resistenz, nämlich gegenüber Tetracyclin. Gleichzeitig gab es eine statistisch signifikante Zunahme der Resistenz gegenüber dem Makrolid Azithromycin. 

Auch bei Mastkälbern und Jungrindern wurde eine kurzfristige signifikante Zunahme der Resistenzraten gegenüber den Wirkstoffen Sulfamethoxazol und Trimethoprim festgestellt. Langfristig stehen zwei statistisch signifikanten Rückgängen von Resistenzraten (gegen Nalidixinsäure und Azithromycin) sogar drei Zunahmen gegenüber (gegen Ampicillin, Chloramphenicol und Tetracyclin). Angesichts des ansteigenden Antibiotika-Einsatzes bei Masthühnern und ‑puten ist auch in diesen Nutzungsarten mit weiteren Zunahmen der Resistenzen von E. coli zu rechnen.

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