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Risiken für Patienten

Bundesärztekammer warnt vor Diagnostik in Drogerien

ao
Politik
Gesundheitschecks, die ohne ärztliche Einbindung durchgeführt werden, bergen nach Einschätzung der Bundesärztekammer (BÄK) erhebliche Risiken für Patientinnen und Patienten. Die BÄK hat daher die Politik aufgefordert, solche Angebote konsequent zu regulieren.

Seit August bietet die Drogerie-Kette dm in Deutschland Selbsttests mit Laboranalyse an. Zudem testet dm in ausgewählten Filialen Gesundheitsdienstleistungen wie Augenscreenings, Haut- sowie Blutanalysen.

„Messungen in Drogerien vermitteln den Eindruck von Sicherheit, liefern aber lediglich isolierte Momentaufnahmen ohne medizinischen Kontext. Das kann Menschen unnötig verunsichern – oder sie im Gegenteil in falscher Sicherheit wiegen und notwendige Behandlungen gefährlich verzögern“, betonte BÄK-Präsident Dr. Klaus Reinhardt.

Nur Ärztinnen und Ärzte könnten Befunde im Gesamtzusammenhang einordnen und medizinisch verantwortbare Entscheidungen treffen. „Damit diese fachliche Verantwortung nicht unterlaufen wird, ist der Gesetzgeber dringend gefordert, klare Grenzen zu ziehen und solche Angebote konsequent zu regulieren und – wo erforderlich – vollständig zu untersagen“, forderte Reinhardt. 

Ärztliche Einordnung der Ergebnisse erforderlich

Die in Drogerien angebotenen Gesundheitsdienstleistungen – etwa Hautuntersuchungen, sogenannte Augenscreenings mittels KI oder Blutdiagnostik – erforderten umfassende Fachkunde und eine ärztliche Einordnung der Ergebnisse. Gerade bei der Blutdiagnostik könnten präanalytische Fehler bei der Blutentnahme, falsche Lagerung oder verzögerter Probentransport Laborwerte erheblich verfälschen.

Reinhardt kritisierte zudem, dass Drogeriemärkte weder personell noch räumlich auf medizinische Notfälle wie Kreislaufkollapse oder akute Komplikationen vorbereitet seien. „Wer diagnostische Leistungen anbietet, trägt Verantwortung – und diese lässt sich in einem Ladengeschäft ohne medizinische Infrastruktur schlicht nicht erfüllen“, stellte er klar.

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