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Repräsentative Querschnittsbefragung

Deutsche halten Vorsorge für wichtig, handeln aber nicht entsprechend

ao
Gesellschaft
Zwischen dem Bewusstsein für die Bedeutung von Vorsorge und dem eigenen Verhalten klafft eine Lücke. Das zeigt eine repräsentative Studie des Wissenschaftlichen Instituts der Privaten Krankenversicherung (WIP).

Die Menschen in Deutschland werden älter. Damit steigen die Anforderungen an die individuelle Vorsorge in den Bereichen Gesundheit, Finanzen und rechtlich-organisatorische Absicherung.

Vor diesem Hintergrund hat das Wissenschaftliche Institut der Privaten Krankenversicherung (WIP) gemeinsam mit der Versicherungskammer Bayern (VKB) 3.000 Menschen zwischen 16 und 79 Jahren befragt, welche Bedeutung sie Vorsorge beimessen und inwieweit sie entsprechende Maßnahmen tatsächlich umsetzen. Befragt wurden sie auch zu ihrer Einstellung zum Altwerden.

Längst nicht jeder will 100 Jahre alt werden

Die wichtigsten Ergebnisse: Die Aussicht, 100 Jahre alt zu werden, bewerten laut WIP viele Menschen ambivalent. 38 Prozent der Befragten finden diese Vorstellung positiv, 32 Prozent eher negativ.

Gesundheitliche Vorsorge genießt in der Bevölkerung laut der Studie einen hohen Stellenwert. Rund 80 Prozent der Befragten halten demnach regelmäßige Bewegung und Vorsorgeuntersuchungen für geeignet, um Risiken im Alter vorzubeugen.

80 Prozent finden Vorsorgeuntersuchungen wichtig

Gleichzeitig zeigt die Befragung, dass das eigene Vorsorgeverhalten oft davon abweicht: So gaben zehn Prozent der Befragten an, keinerlei körperlicher Aktivität nachzugehen. Weitere 20 Prozent bewegen sich weniger als eine Stunde pro Woche.

Demgegenüber sind rund 20 Prozent mehr als vier Stunden pro Woche sportlich aktiv. Auch bei anderen gesundheitsbezogenen Vorsorgemaßnahmen zeigten sich große Umsetzungslücken, insbesondere bei der Stressbewältigung und einem ausreichenden Schlaf.

Fast jeder Fünfte sorgt finanziell nicht fürs Alter vor

Eine große Diskrepanz gibt es laut WIP auch zwischen Vorsorgebewusstsein und tatsächlichem Handeln bei der finanziellen und rechtlich-organisatorischen Vorsorge. Viele Befragte sehen laut der Studie zusätzliche finanzielle Risikoabsicherung, die Vorbereitung auf altersgerechtes Wohnen sowie Vorsorgevollmachten und Nachlassregelungen als sinnvoll an, handeln jedoch deutlich seltener entsprechend.

Im Durchschnitt investieren die Befragten laut der Studie rund 184 Euro pro Monat in ihre finanzielle Vorsorge. Gleichzeitig betreibt fast jeder Fünfte nach eigener Aussage keinerlei finanzielle Vorsorge.

Digitale Gesundheitstechnologien werden bislang nur von einer Minderheit regelmäßig genutzt – auch das zeigt die repräsentative Erhebung. Die größte Verbreitung weisen demnach Gesundheits-Apps und Wearables auf, die von 28 Prozent der Befragten regelmäßig verwendet werden.

Entscheidend für das Vorsorgeverhalten sei die persönliche Bedeutung, die Menschen dem Thema Vorsorge beimessen, sowie eine positive und zukunftsorientierte Haltung zum eigenen Älterwerden. Wer dem Älterwerden mit einer positiven Zukunftseinstellung begegnet, setzt Vorsorgemaßnahmen der Studie zufolge häufiger um, unabhängig von Alter, Geschlecht oder Einkommen.

Die Studienergebnisse legen nahe, dass die Gesellschaft auf die Herausforderungen einer steigenden Lebenserwartung noch nicht ausreichend vorbereitet ist, schreiben die WIP-Wissenschaftler.

Gesundheits- und Finanzkompetenzen seien wichtige Voraussetzungen für wirksame Eigenvorsorge und sollten deshalb über alle Lebensphasen hinweg stärker gefördert werden, fordert das Wissenschaftliche Institut der PKV.

Die Befragung ist als explorative Querschnittserhebung konzipiert und basiert auf einer standardisierten Online-Befragung der deutschen Bevölkerung im Alter von 16 bis 79 Jahren. Insgesamt nahmen 3.000 Personen an der Befragung teil, die Stichprobe ist repräsentativ.

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